Verbandsgemeinde Zell
Grußwort zur Jumelage Zell, Antoing und Crepy-en-Valois PDF Drucken E-Mail

Grußwort Bürgermeister Karl Heinz Simon anlässlich der Jumelage am 27. Juni 2009 in Zell (Mosel)

Liebe Freundinnen und Freunde aus den Städten Antoing, /Belgien und Crèpy-en Valois in Frankreich, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste;

Als Botschafter ehrenhalber hat der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher die Menschen bezeichnet, die sich in Städtepartnerschaften engagieren. Ein wahres Wort, wie sich immer wieder gezeigt hat. Denn einerseits haben diese Menschen, die die Partnerschaft zu ihrem eigenen Anliegen machen, eine Botschaft zu verkünden. Und andererseits haben sie diplomatisches Geschick an den Tag gelegt, um Verständigungsprozesse in Gang zu setzen oder wieder anzukurbeln.

Seit 1957 – übrigens mein Geburtsjahr - besteht die Städtepartnerschaft Crepy – Antoing – Zell; also seit über 50 Jahren. Dazu möchte ich Ihnen als Bürgermeister der VG Zell ganz herzlich gratulieren. In dieser langen Zeit, haben viele „Botschafter“ die Partnerschaft gelebt, intensiviert und zu dem gemacht, was sie heute ist. Zahlreiche Menschen haben die Beziehungen zwischen den drei Städten mit Leben erfüllt. Daraus ist entstanden das Gefühl, gute alte Bekannte zu treffen und vertraute Stätten wieder zu sehen.

Die Partnerschaft ist damit ein wichtiger Teil des kommunalen Alltags geworden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Botschafter der ersten Stunde ihre Mission erfüllt haben. Heute lässt sich mit Fug und Recht von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Und das gilt auch ganz allgemein für Städtepartnerschaften.

Heute können wir feststellen, dass wir in Europa dem Ziel der ersten Stunde sehr nahe gekommen sind:  Westeuropa blickt auf die längste Friedensperiode zurück, die unser Kontinent je gekannt hat; und in den Prozess des Zusammenwachsens sind nun auch die osteuropäischen Länder einbezogen.

Es hat viele Gründe, dass die Länder sich verständigt haben – dazu beigetragen haben jedoch auf jeden Fall auch die Städtepartnerschaften, die eine Verständigung auf ganz persönlicher Ebene ermöglicht haben. Städtepartnerschaften waren von Beginn an nicht bloß eine Angelegenheit von Funktionsträgern. Städtepartnerschaften leben davon, dass die Menschen der Städte zu Partnern werden.

Sie, liebe Bürger von Crepy, von Antoing und Zell haben seit 1957 ein sehr dichtes Netz persönlicher Bindungen geknüpft. Begegnungen aller Art haben stattgefunden, zwischen Schülern, Sportlern und Musikvereinen, unterschiedlichsten Organisationen und selbstverständlich auch zwischen kommunalen Vertretern. Dieser Erfahrungsaustausch und vor allem die Besuche in Gastfamilien haben dazu beigetragen, den Alltag im anderen Land aus nächster Nähe kennen zu lernen und mitzubekommen, was die Menschen bewegt.Natürlich sind wir heute durch die Medien recht gut informiert, doch das direkte Gespräch ist durch nichts zu ersetzen.

Städtepartnerschaften sind gelebte Demokratie, denn sie beruhen auf der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Diese Botschafter ehrenhalber leisten, wie aufgezeigt, sehr viel, doch sie gewinnen auch viel durch ihr Engagement für die Städtepartnerschaft.

Sie lernen nicht nur neue Menschen und neue Sichtweisen kennen, sie erleben vor allem, dass sie selber etwas bewirken können. Und das ist gerade heute von großer Bedeutung, wo viele Entscheidungen nicht mal mehr auf nationaler Ebene fallen, geschweige denn auf kommunaler.

Ich wünsche Ihnen allen einen angenehmen und erlebnisreichen Aufenthalt hier in Zell, viele Gespräche, die Möglichkeit neue Menschen kennen zu lernen und alte Freundschaften zu vertiefen.

 

 
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