Verbandsgemeinde Zell
Grußwort Jubiläum 40 Jahre Winzerkapelle Pünderich PDF Drucken E-Mail


Grußwort/Laudatio Bürgermeister Karl Heinz Simon
Am 14. Juni 2002 anlässlich Jubiläum 40 Jahre Winzerkapelle Pünderich


Es ist für mich eine besondere Ehre, hier in meinem Heimatort die Schirmherrschaft der Jubiläumsveranstaltung der Winzerkapelle Pünderich übernehmen zu dürfen und ich darf Ihnen hierzu die Grüße und die Glückwunsche der ganzen Bevölkerung der Verbandsgemeinde Zell zu übermitteln
Daneben möchte ich aber auch ganz persönlich Ihnen, liebe Mitglieder der Winzerkapelle, von Herzen zu Ihrem Jubiläum gratulieren. Ein Verein, der wie die Winzerkapelle Pünderich auf eine 40-jährige Geschichte, damit auf 4 Jahrzehnte aktives Kulturschaffen, zurückblicken kann, hat allen Grund, stolz zu sein.
Durch Engagement und unzählige Auftritte reifte die Winzerkapelle mit ihrer Musik in dieser Zeit zu einem wichtigen Kulturträger in der Dorfgemeinschaft. Der unermüdliche Einsatz brachte Anerkennung aber auch weit über die Grenzen von Pünderich hinaus. Die Winzerkapelle ist damit auch Visitenkarte und musikalischer Botschafter für die Gemeinde.
Vereine wie die Winzerkapelle Pünderich sind deshalb aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Ohne sie wäre unsere Gesellschaft ein Vielfaches ärmer. Neben hohen musikalischen Ansprüchen erfüllen Vereine wie die Winzerkapelle Pünderich aber auch wichtige soziale Funktionen.
Sie führen Menschen aus verschiedenen Generationen und Berufen im gemeinsamen Spiel zusammen. Damit dies gelingen kann, müssen nicht nur die Instrumente aufeinander abgestimmt sein; ein harmonische Zusammenspiel erfordert Gemeinschaftsgeist, Verbundenheit und Kameradschaft.
In der heutigen Zeit, und in der CD-Player und Stereoanlagen "den Ton angeben" ist es aus meiner Sicht sehr erfreulich und auch schon etwas

Besonderes, dass das "Selbstmusizieren" nach wie vor einen hohen Stellenwert hat und dass sich immer wieder auch junge Menschen dafür motivieren lassen.
Musikvereine sind damit auch wichtige Partner in der Jugendarbeit. Die Winzerkapelle Pünderich ist dafür ein gutes Beispiel und verdient für ihr vorbildliches Engagement in diesem Bereich Lob und Anerkennung. Der Verein hat frühzeitig erkannt, wie wichtig die Nachwuchsförderung ist und hat es verstanden, Kinder und Jugendliche für das gemeinschaftliche Musizieren zu begeistern.
Viele Jugendliche aus Pünderich fanden und finden hier den Weg zur Musik. Die Winzerkapelle lehrt junge Menschen, mit ihrer Musik anderen eine Freude zu bereiten und sie vermittelt jungen Menschen Kultur-Erleben und Erlernen eines Instrumentes in der Gemeinschaft. Auch wegen dieser Jugendarbeit ist der Verein jung und dynamisch geblieben. Jung und dynamisch, so wie 1962 die Geschichte der Winzerkapelle begonnen hat.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, der Vorsitzende der Winzerkapelle, Herr Hilmar Buhs, hat mich dieser Tage gebeten, im Rahmen meines Grußwortes auch einige Worte über die Geschichte der Winzerkapelle zu sagen. Als Schirmherr der Jubiläumsveranstaltung komme dieser Bitte natürlich sehr gerne nach.
Ich möchte daher in den nächsten Minuten 40 Jahre Winzerkapelle Pünderich Revue passieren lassen und wichtige Ereignisse für den Verein in Erinnerung rufen.
Im Jahre 1962, genauer gesagt im Dezember, wurde der „Musikverein Pünderich“ gegründet. Die Initiative ging auf Albert Schmitz – sicherlich fast Allen hier im Saal ein Begriff - zurück. Seine Initiative stieß auf regen Zuspruch in der Bevölkerung. Dies zeigte die durchgeführte Mitgliederwerbung.
Zu der ersten Mitgliederversammlung am 12. Mai 1963 konnten bereits 168 aktive und inaktive Mitglieder eingeladen werden. Der erste Vereinsvorstand stand dann unter der Leitung von Clemens Schmitz, sein Stellvertreter wurde


Albert Schmitz. Die musikalische Leitung des Vereines übernahm als Dirigent Kapellmeister Schlöder aus Bekond.
Während der Versammlung fand auch bereits der erste öffentliche Auftritt der aktiven Musiker statt. Diese erste Formation bestand damals aus insgesamt 17 aktiven Musikern von denen 1/3 schulpflichtig war. Bereits am Anfang wurde die Jugendarbeit also bereits groß geschrieben.
Im Sommer 1963 schied Herr Schlöder als musikalischer Leiter aus. Kurz danach konnte Musiklehrer Karl Klütsch aus Traben-Trarbach, als musikalischer Leiter und Dirigent gewonnen werden. Über Jahrzehnte, bis zum Herbst 1998, blieb Karl Klütsch dem Musikverein als Dirigent verbunden und prägte das hohe musikalische Niveau der Musiker.
Einen ersten Wechsel an der Vereinsspitze gab es 1964. Vorsitzender wurde damals Emil Busch. Unter seiner Leitung richtet der Musikverein im Jahr 1966 erstmals die Pündericher Weinkirmes aus. 1967 gab es an der Vereinsspitze erneut einen Wechsel. Vorsitzender wurde der bisherige Stellvertreter und „Gründungsvater“ Albert Schmitz.
Ein einheitliches Bild bei Ihren öffentlichen Auftritten konnte der Musikverein ab 1969 aufweisen. Mit Unterstützung durch die Gemeinde Pünderich wurden die ersten Uniformen für die aktiven Musiker angeschafft. Ein wichtiger Meilenstein war die offizielle Gründung der Jugendkapelle im Jahr 1971, welche beim Familienabend des Vereins ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte und diesen mit Bravour absolvierte.
Im Jahr 1972 übergab Albert Schmitz bei der Hauptversammlung mit 71 Jahren als Altersgründen sein Amt als 1. Vorsitzender in jüngere Hände. Das Staffelholz als Vorsitzender übernahm jetzt Ewald Gibbert. Seine ungebrochen große Verbundenheit mit dem Musikverein zeigte Albert Schmitz darin, dass er auch mit über 70 Jahren weiterhin als Aktiver Bläser engagiert blieb. Seinen Dank an Albert Schmitz für seine großen Verdienste um den Aufbau des Vereines äußerten die Mitglieder durch die Ernennung von Albert Schmitz zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit.


Im gleichen Jahr dokumentierten die Musiker mit der Umbenennung des „Musikvereines Pünderich" in „Winzerkapelle Pünderich" ihre Verbundenheit mit dem ihren Heimatort prägenden Wein und den Winzern. Das 10jährige Bestehen –ebenfalls 1992 - feierte die „neue“ Winzerkapelle mit einem großen Fest am Moselufer im Festzelt. 14 aktive Musiker wurden mit der „Bronzenen Ehrennadel" des Deutschen Volksmusikerbundes geehrt.
Das folgende Jahr 1973 war ein besonderes Jahr der Nachwuchsförderung. Eine neue Jugendgruppe, bestehend aus 23 Jugendlichen, begann ab August 1973 unter Leitung von Ewald Gibbert die Probenarbeit. 1975 richtete die Winzerkapelle dann unter der Schirmherrschaft von Landrat Bartos das Kreismusikfest aus.
Auch Geselligkeit und Kameradschaft darf bei einem Verein natürlich nicht zu kurz kommen, damit die Chemie stimmt. Unvergessener Höhepunkt des Jahres 1976 war daher die Vereinsfahrt nach Ruhpolding. Sie diente als Dankeschön für die Arbeit aller aktiven Musiker und gleichzeitig als Motivation für die Zukunft.
1978 musste Ewald Gibbert sein Amt als 1. Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung stellen. Für ein Jahr führte ein geschäftsführender Vorstand, bestehend aus den Paul Busch, Karl Dahm und Elmar Schmitz die Geschicke des Vereines. 1979 übernahm dann Karl Dahm den Vereinsvorsitz.
1980 hatte der junge Verein die ersten Toten unter ihren Aktiven zu beklagen. Dietmar Engel und Günter Schawo wurden Opfer eines tragischen Verkehrsunfalles. Für die Musiker der Winzerkapelle war es eine Ehrenpflicht, ihre Kameraden durch Mitgestaltung von Sterbeamt und Beerdigung zu verabschieden.
Leider – aber dies ist der Lauf der Welt – wiederholen sich solche Anlässe immer wieder und so mussten bereits eine Reihe von Aktiven, zuletzt vor


wenigen Wochen, unter Anteilnahme ihrer Kameraden zu Grabe getragen werden.
Mit neuem Outfit präsentierte sich die Winzerkapelle 1981. Es gab neue Uniformen. Auch heute noch stellen diese Uniformen das aktuelle Erscheinungsbild der Winzerkapelle dar.
Eine Zäsur für den Verein brachte das Jahr 1982. Der liebegewonnene Proberaum im Gasthaus „Marienburg“ musste wegen Umbauarbeiten aufgeben werden. Die Gemeinde Pünderich stellte daraufhin einen leerstehenden Schulsaal als Proberaum zur Verfügung. Heute finden die Proben im Vereinsraum dieser Halle statt.
Im Jahr 1984 nahm die Winzerkapelle dann aktiv an der „Grünen Woche" in Berlin teil und unterstützte die Messepräsentation der Gemeinde Pünderich. Gemeinsam mit den Sängern vom MGV war dies eine gelungene Werbeveranstaltung für Pünderich, seinen Wein und unsere Tourismusregion.
In den 80er Jahren begründeten die Aktiven eine schöne und liebgewonnene Tradition, in dem sie am 1. Weihnachtsfeiertag der Bevölkerung von der gegenüberliegenden Moselseite aus mit einigen Weihnachtsliedern ein frohes Fest wünschen.
Im Jahr 1991 übernahm Ernst-Martin Simon die Vereinsführung. 7 Jahre später, 1998 wechselte der Vereinsvorsitz zu Ralf Feiden. Aufgrund seiner langjährigen Verdienste als aktiver Musiker wurde im gleichen Jahr Ludwig Siweris zum Ehrenmitglied der Winzerkapelle ernannt.
Dieses Jahr brachte dann erneut eine wichtige Zäsur im Vereinsgeschehen. Karl Klütsch, seit 35 Jahren Dirigent der Kapelle, gab sein Amt aus persönlichen Gründen auf. Die Aktiven liessen es sich nicht nehmen, ihren langjährigen musikalischen Leiter mit einem Ständchen bei ihm zuhause in Bernkastel zu verabschieden.


Der Aufbau und die musikalische Qualität der Winzerkapelle Pünderich ist untrennbar mit dem Namen Karl Klütsch verbunden.
Den Verantwortlichen des Vereines gelang es jedoch nach kurzer Zeit, mit Jörg Fuhrmann einen neuen Dirigenten zu gewinnen, der dynamisch und mit viel Schwung seine Aufgabe übernommen hat und auch heute noch wahrnimmt.
1998 gab es auch an der Vereinsspitze erneut einen Wechsel. Hilmar Buhs übernahm den Vorsitz und nimmt diese Aufgabe auch heute noch wahr. Auch heute, im Jubiläumsjahr, zeigt sich die Winzerkapelle in bekannter Frische und beweist, dass sie zwar 40 Jahre alt geworden, aber dennoch jung geblieben ist.
Zu den 158 Mitgliedern des Vereines zählen heute 42 Aktive, von denen die Hälfte Jugendliche sind. Dabei befindet sich ein Teil der Jungmusiker noch in der Ausbildung – für den Nachwuchs und damit die weitere Zukunft ist also gesorgt. Bei dieser engagierten Jugendarbeit muss einem um die Zukunft des Vereines nicht bange sein.
Ich möchte zum Schluss allen Mitgliedern der Winzerkapelle Pünderich, die sich im Lauf der vergangenen 40 Jahre für die Musik und für unsere Gemeinschaft engagiert haben, sehr herzlich danken und wünsche für die Zukunft viel Freude beim musizieren und weiterhin guten Erfolg.
Mein besonderer Dank gilt alle denen, welche sich für die Jugendarbeit im Verein eingesetzt und damit jungen Menschen eine sinnvolle Betätigung ermöglicht haben.
Ich wünsche der Winzerkapelle Pünderich eine gute Zukunft, mit vielen weiteren musikalischen Erfolgen und dass sich immer genügend Nachwuchs finden wird, um diese Gedanken weiter zu tragen.
Der Winzerkapelle Pünderich ein herzliches „Glückauf“

 
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