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Verleihung des Jugendförderpreises 2010
Im Jahr 2001 hat die Verbandsgemeinde Zell
neben dem Ehrenamtspreis auch einen Jugendförderpreis “ ins Leben
gerufen. Dieser wurde am 07. Juni 2010 in einer festlichen
Verleihungszeremonie im Bürgerhaus in Blankenrath, von Herrn
Bürgermeister Simon verliehen. Untermalt wurde das ganze mit
Liedbeiträgen des Jungen Chor Marienburgs, welcher auch einer der
Preisträger ist.
Auch in diesem Jahr stehen die Preisträger
stellvertretend für eine große Anzahl von Personen, die sich in der
Verbandsgemeinde in der Jugendarbeit engagieren, sei es in Vereinen,
kirchlichen Gruppen oder auch ganz unorganisiert. Dien Entscheidung für
die Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Ausschuss für Jugend,
Senioren und Ehrenamt, war auch in diesem Jahr nicht leicht. Karl Heinz
Simon machte daher in seiner Ansprache deutlich, dass man bei allen
politisch Verantwortlichen immer wieder begeistert und auch stolz auf
den Ideenreichtum der örtlichen Jugendarbeit sei und die hohe
Motivation, von welche sie geprägt ist. Man müsse daher auch betonen,
dass es bei dieser Preisverleihung nicht um Gewinner und Verlierer,
nicht um einen ersten, zweiten oder dritten Platz gehe. Gewinner seien
die Kinder und Jugendlichen in der Verbandsgemeinde Zell.
Bei den Preisträgern handelt es sich um
die Projektgruppe „der Berg ruft“, die Projektgruppe „Gebt den Kindern
(k)einen Korb“ und um den Jungen Chor Marienburg –mit „Gott der
Baumeister“.
Der Chor ist ein Ökumenisches
Gemeinschaftsprojekt der „Kirche der Jugend Marienburg“ in
Kooperation mit der Band „Menschwärts“ des CVJM Traben-Trarbach e. V.,
mit der evangelischen Kirchengemeinde Zell, mit dem evangelischen
Kirchenkreis Simmern-trarbach, mit den Dekanaten Cochem und Wittlich,
der Fachstelle Kirchenmusik und der Planungsgruppe JCM.
Bei dem verbands- und
kreisübergreifenden kulturellen Einzelprojekt – Gott der Baumeister“
geht es um die Erarbeitung eines kulturellen Musikprojektes mit
Beteiligung von Jugendlichen . Das besondere daran: hier erarbeiten
Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam ihr komplettes Projekt.
In dem Musikprojekt ging es darum unter der Überschrift „Gott der
Baumeister“ gedanklich und emotional die Schöpfung als Geschenk und
Auftrag zu begreifen und von daher die Würde des Menschen zu verstehen.
Diese inhaltliche Ausrichtung zieht sich wie ein roter Faden durch das
gesamte Projekt. Es ist Es ist gelungen, viel Jugendliche stark
einzubinden (über 100 junge Menschen) – dadurch ist eine starke
Projektion mit dem Projekt erfolgt. in sieben Planungsworkshops mit 14 –
20 TN (Themenfindung, Eruierung existenzieller Themen im Leben der
Jugendlichen, Gestaltung des Chorwochenendes und Erarbeitung von
Umsetzungsformen) wurde das Projekt vorbereitet und immer wieder
zwischendurch geprobt. Im Januar 2010 folgte dann ein Chorwochenende des
Jungen Chor Marienburg, im Februar und im März 2010 folgten Probetage
in Zell-Kaimt und danach 4 Auftritte: in Zell-Kaimt, in Enkirch, in
Klausen und in Cochem.
Ziel des Projektes ist das Bemühen der
jungen Menschen um sinnvolle Freizeit- und Lebensgestaltung und die
Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Die Jugendlichen werden im
Projektverlauf als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen und
respektiert durch gemeinschaftliches und generationsübergreifendes
Arbeiten. Durch das gemeinsame Erarbeiten wird für die Jugendlichen ein
Kommunikationsraum geschaffen.
Platz zwei ging an das
Gemeinschaftsprojekt der IGS Zell und des TV Zell, Abteilung Basketball
„Gebt den Kindern (k)einen Korb“. Dem Motto des Deutschen
Schulsportpreises folgend „Sportverein und Schule – Gemeinsam für
eine bewegte Zukunft!“ bietet die Basketballabteilung des TV
Zell seit 2008 im Ganztagsangebot der IGS Zell Basketball für Jungen
und Mädchen an.
Das Projekt beginnt im Schulbereich und
beinhaltet die Möglichkeit, später beim TV Zell Basketball zu spielen.
Auf der schulischen Ebene besteht an der IGS Zell sowohl die
Möglichkeit an Freundschaftsspielen teilzunehmen z.B. mit der
Katholischen Hauptschule Großer Griechenmarkt in Köln, oder auch der
wettkampfmäßigen Auseinandersetzung im Schulwettbewerb „Jugend trainiert
für Olympia“. Dazu ist keine Vereinszugehörigkeit
erforderlich.
Bewegungsarme und –ferne Schüler werden
motorisch geschult und in ihrer Gesundheit gefördert. Durch den Spaß am
Basketball lernen sie darüber hinaus wichtige Schlüsselqualifikationen
wie „Teamfähigkeit, Selbstvertrauen, Selbstorganisation und
Verantwortung“. Die jungen Mannschaftsspieler werden von den
Seniorenspielern in die Aufgaben eines Kampfgerichts eingewiesen, das
beispielsweise die Punkte und Fouls während eines Spiels notiert und den
ordnungsgemäßen Spielablauf gewährleistet. Kurze Zeit später
übernehmen sie Eigenverantwortung, indem sie selbstständig alle
erforderlichen Aufgaben für die Durchführung eines Spiels übernehmen.
Für Auswärtsspiele müssen sie am Sonntag früh aufstehen, Entbehrungen
auf sich nehmen und mit Niederlagen umgehen. Sie verabreden sich mit
ihren Mannschaftskameraden und organisieren mit ihren Eltern die
Fahrgemeinschaften. Dieses „informelle Lernen“ besitzt eine große
positive Bedeutung für die Entwicklung der Persönlichkeit. Wenn beim
Vereinstraining die Vierzehnjährigen von den Senioren lernen und
zugleich unter Anleitung die Elfjährigen schulen, entsteht ein
intensives soziales Netzwerk auf der Basis der Vorbildfunktion. Ganz
wichtig: Die Eltern sind in diesen Prozess mit eingebunden und teilen
mit ihren Kindern wertvolle Zeit und Erlebnisse zum gemeinsamen
Gespräch.
Wer allerdings möchte, kann dienstags und
freitags das Vereinstraining der neu gegründeten U-14 besuchen und auf
Leistungsebene Basketball betreiben. Die Vereinsmitglieder nehmen an
Meisterschaften teil und können in ihrer Freizeit auch Trainingscamps
besuchen, wo neue Kontakte entstehen. Ältere Jugendliche qualifizieren
sich, erwerben auf Kosten des Vereins den Trainerschein oder die
Schiedsrichterlizenz. Sie beteiligen sich auch an der Organisation von
„Streetball-Turnieren“.
Bei dem Projekt „Gebt den Kindern
(k)einen Korb“ ist eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Schule und
Sportverein entstanden. Sie bietet Kindern und Jugendlichen ein
bewegungsfreundliches und ganzheitliches Umfeld. Da die Trainer in
anderer Funktion Eltern und Lehrer sind, haben sie über die sportliche
Leistung hinaus ein offenes Ohr für die Belange der Kinder und
Jugendlichen. Sie können so Einfluss nehmen auf widrige Entwicklungen
und den gesunden Lebensstil fördern. Mit diesem Konzept hat es die
Kooperation von Schule und Verein geschafft, sich innerhalb eines Jahres
erfolgreich zu etablieren. Dies erkannte auch die Jury der
Verbandsgemeinde, die das Projekt mit dem 2. Platz beim
Jugendförderpreis bedachte.
Der erste Preisträger ist die Aktionsgruppe
der Messdiener mit ihrem Projekt „Der Berg ruft“. In der Pfarreiengemeinschaft
Blankenrath, Strimmiger Berg, Grenderich und Tellig gibt es
insgesamt ca. 130 Messdiener. 2008 schlossen sich 18 junge
Messdienerinnen und Messdiener im Alter von 15-18 Jahren zu einer
Aktionsgruppe Messdiener zusammen. Diese wollten gemeinsam an der
„72-Stunden Aktion“ teilnehmen. Die Aktion wird alljährlich vom BDKJ in
sieben Bundesländern veranstaltet, 2009 vom 07. – 10. Mai. Ziel
der 72 Stunden Aktion ist es innerhalb von 72 Stunden ein
gemeinnütziges und soziales Projekt innerhalb der Gemeinde zu
realisieren. Die Gruppe selber erfuhr erst am 07. Mai 2009 abends
um 17:07 Uhr von ihrem Projekt, nämlich der „Errichtung eines Cafes
und Bistro“ in der Hanosiusmühle. Dazu gehörten Wandanstrich,
Kreative Gestaltung der Räume, Einrichtungsmobiliar besorgen und selber
bauen (Theke, Tische, Stühle). Die Jugendlichen mussten sich selbst um
die Gruppe und um Sponsoren kümmern. Sie sammelten Spenden in Höhe von
knapp 2000 € und erfragten zusätzlich noch Materialspenden. Sämtliche
Werkzeuge und Bauhilfen mussten ausgeliehen bzw. organisiert werden.
Gemeinsam mit den Bewohnern der Hanosiusmühle hatten die Jugendlichen
die Verantwortung für das gesamte Projekt übernommen und getragen.
Zudem wurde auch die Planung,
Organisation und Durchführung des Einweihungsfestes von der
Jugendgruppe übernommen. Die offizielle Einweihungsfeier begann schon
sonntags um 14:30 Uhr mit spirituellem Impuls und Einsegnung, Grußworten
und anschließendem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee, Kuchen,
Cocktails (ohne Alkohol) und Musik.
Die dritte Aufgabe war die Sanierung der
Wege zur Hanosiusmühle, also die Ausbesserung der Schlaglöcher mit
Schotter und das Wegschild neu gestalten und anbringen. Zusätzlich
wurde noch eine Sponsorentafel mit den dementsprechenden Logos gestaltet
und aufgestellt.
Die Aktionsgruppe „Der Berg ruft“
arbeitete Hand in Hand mit den Bewohnern der Hanosiusmühle zusammen und
so wurde innerhalb von 72 Stunden ein komplettes Cafè eingerichtet,
die Zufahrtswege verbessert und eine schöne Einweihungsfeier
organisiert.
Foto: Dieter Junker (Rhein-Zeitung)
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