Grußwort BM Karl Heinz Simon zum Jubiläum 90 Jahre MGV Lyra Zell-Kaimt am 29. Mai 2010
Leonard Bernstein hat einmal formuliert: „Nichts kann zum Verständnis von Musik mehr beitragen, als sich hinzustellen und selbst Musik zu machen.“ Und genau das haben die Gründer des MGV Lyra vor 90 Jahren getan: Sich zusammengetan, geübt, sich selbst auf die Bühne gestellt + mit dem Chorgesang ihren Mitmenschen Freude bereitet.
Zu dem Jubiläum, das wir heute feiern, möchte ich den Sängern der Gegenwart namens der Bürgerinnen und Bürger unserer VG ganz herzlich gratulieren. Mein Dank gilt all denen, die sich in dieser Zeit im Chor engagiert haben. Da wären zunächst natürlich die Sänger selbst. Ohne Sie geht nichts. Sie machen nämlich den Chor erst zu dem was er ist – zu einem Chor. Alleine singen kann jeder – wo und wie auch immer.
Chorgesang wird es aber nur in der Gemeinsamkeit mit Gleichgesinnten. Und diese Gleichgesinnten sind wichtig. Man lernt aufeinander zu hören, und dass im wahrsten Sinne des Wortes. Da ist der Chorleiter, der dem Chor die künstlerische Note gibt, der dem Chor sagt „wo es lang geht“. Chorgesang ist ja Diktatur, Viele müssen sich nach Einem richten. Das gehört nun mal dazu.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich diejenigen, die die organisatorischen Fäden der Chorgemeinschaft fest und zielstrebig in der Hand halten – den Vorstand. Er sorgt dafür, dass der Chor funktioniert und all die tausend kleinen Dinge rund laufen. Sie Alle haben ihren Anteil daran, dass der MGV Lyra heute sein Jubiläum begehen und auf eine beeindruckende Tradition zurückblicken kann.
Über 80 aktive Sänger hatte die Lyra in den Glanzzeiten der Chöre. Wichtige Auftritte bei den unterschiedlichsten Anlässen ziehen sich durch die 90-jährige Geschichte – Auftritte, die auch für die Nachwelt auf Tonträgern festgehalten wurden. Auch heute mit 35 Sängern auf der Bühne ist der Chor im kulturellen Leben der Stadt Zell stets präsent und stellt seine künstlerische Qualität unter Beweis. Er hat Erfolg und ist eine engagierte Gemeinschaft, die vielen Menschen eine Freude bereitet. Das ist beachtlich und verdient Lob und Anerkennung. Der MGV Lyra gehört einfach dazu und das gilt auch für die Zukunft.
Was wünscht man dann einem 90-jährigen Jubilar? Als erstes natürlich weiterhin begeisterte und motivierte Sänger. Als zweites immer ein glückliches Händchen bei der Liedauswahl, damit der eigene Spaß am Singen erhalten bleibt und trotzdem die Erwartungen des Publikums erfüllt werden. Zum dritten ein stets kritisches, aber auch dankbares Publikum. Nicht zu vergessen wünsche ich den passenden Nachwuchs, denn bei einem Chor ist es letztlich wie bei einer Familie: Ohne Nachwuchs sterben am Ende auch große Namen aus.
„Ein schöner Klang“, so hat es einmal der französische Philosoph Joseph Jaubert formuliert, ein schöner Klang „ist schöner als langes Gerede“. Damit komme ich zum Schluss. „Die Welt braucht Lieder“ – so lautet Ihr Motto zutreffend und ich wünsche Ihnen allen weiterhin viel Freude am Gesang und uns viel Freude bei den Liedvorträgen heute Abend.
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