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Ansprache Bürgermeister Karl Heinz Simon
zur Ehrenamtspreisverleihung am 14. Mai 2003 in Mittelstrimmig
Anrede
ich freue mich Sie zur heutigen Preisverleihung im Wettbewerb um den Ehrenamtspreis 2002 der Verbandsgemeinde Zell hier in Mittelstrimmig begrüßen zu dürfen.
Besonders begrüße ich natürlich die Preisträger des Ehrenamtspreises 2002 der Verbandsgemeinde Zell (Mosel)
Für die Vereine und Gruppen in der Verbandsgemeinde Zell (Mosel)
die Vertreter des Fördervereines des Freibades Alf, an ihrer Spitze die Vorsitzende, Frau Marion Stone,
Für die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger unserer Verbandsgemeinde, welche sich ehrenamtlich für unsere Gesellschaft engagieren und ungezählte Stunden für die Gemeinschaft leisten
Frau Irene Storms-Heib aus Altlay
Das Ehepaar Renate und Hermann Werwie aus Mittelstrimmig,
Frau Gertrud Zimmer aus Grenderich
Herrn Wolfgang Krämer aus St. Aldegund
Und Herrn Arnold Gossler aus Liesenich.
Ein herzliches Willkommen geht auch
an die Mitglieder des Ausschusses „Jugend, Senioren und Ehrenamt“ der Verbandsgemeinde Zell, welcher die Funktion der Jury übernommen hat,
Herrn Beigeordneten Hansen sowie für diei m Verbandsgemeinderat vertretenen Fraktionen Herrn Scheid
und die Dame und die Herren Ortsbürgermeister aus den Gemeinden unserer Preisträger.
Begrüßen darf ich natürlich auch diejenigen, welche die Vorschläge eingereicht und damit auch den Blick auf das Engagement dieser Personen gelenkt haben sowie – last but not least – die Presse.
Bedanken möchte ich mich bei dem Hausherrn, Herrn Ortsbürgermeister Etges, welcher uns diese schöne Räumlichkeit für die Preisverleihung zur Verfügung gestellt hat sowie bei den Damen, welche im Anschluss an den offiziellen Teil für das leibliche Wohl sorgen werden.
Meine Damen und Herren,
es ist kein Geheimnis, dass nicht nur, aber insbesondere durch ehrenamtliche Betätigung viele Menschen Werte wie Gemeinschaftsempfinden, Fairness, Toleranz, Einsatzfreude, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen üben und praktizieren.
Werte, die für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind.
Angesichts nachlassender Bindungskräfte in der Familie ist soziales Engagement so etwas wie der „Kitt“, der unsere Gesellschaft zusammenhält.
Freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeit beschränkt sich nicht auf soziale Aufgaben, sondern umfasst nahezu alle Bereiche der Gesellschaft und auch des Staates:
Politik einschließlich der Arbeit in den Parteien und Wählergruppen, Kultur, Justiz, Freizeit, Jugendarbeit, Sport, Kirche und Religionsgemeinschaften, Gesundheit +
Sozialwesen, Katastrophenschutz und Rettungswesen, Freiwillige Feuerwehren, und und und ...
Eine Aufzählung, die gar nicht abschließend sein kann, weil ehrenamtliches Engagement vielfältig und keinen Grenzen ausgesetzt ist.
In unserer Verbandsgemeinde Zell (Mosel) sind in über 150 Vereinen und Initiativen weit über 3000 Menschen ehrenamtlich tätig. Über 600.000 Stunden der Arbeit werden ehrenamtlich, also im wesentlichen „unentgeltlich“, geleistet.
Ich meine, dies sind beeindruckende Zahlen, die deutlich machen, wie groß die Bereitschaft bei uns in der Verbandsgemeinde Zell zum sozialen Engagement ist.
Dieses soziale Engagement, ohne welches unser Gemeinwesen gar nicht funktionieren würde, trägt in erheblichem Umfang auch zur demokratischen Kontrolle und zum Funktionieren unseres Gemeinwesens bei.
Dies halte ich heute jenen entgegen, die immer noch oder auch neuerdings – ich denke da an unsere Jugend - in ehrenamtlichen Tätigkeiten eine eher rein ideelle als eine gewinnbringende Tugend sehen.
Es ist zwar unzweifelhaft richtig, dass wir in vielen Bereichen auf den Idealismus unserer Bürger angewiesen sind, wie in der Jugendarbeit. Oder auf eine Opferbereitschaft, die in extremen Situationen nicht einmal vor dem Einsatz selbst des eigenen Lebens Halt macht, wie bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger im Ehrenamt leisten in Wahrheit aber viel mehr, als etwa „nur“ ihre Arbeits- und Gestaltungskraft zur Verfügung zu stellen. Sie leisten einen unverzichtbar gewordenen, demokratisch gewinnbringenden Beitrag zur gesellschaftlichen Funktionalität und Unterstützung unseres Gemeinwesens.
Das beginnt mit der Jugendarbeit in den Vereinen, denen wir unsere Kinder anvertrauen. Diese gesellschaftliche Kontrolle macht weder Halt vor unseren Rathäusern, die von ehrenamtlichen Gemeinderäten beraten werden, noch vor den Kirchenvorständen.
Damit vermitteln sie jenen Institutionen eine Legitimität, auf die private, kirchliche und insbesondere staatliche Institutionen angewiesen sind, wenn sie dem Bürger entgegentreten. Ehrenämter flößen dem Bürger mitunter sogar ein anders gar nicht zu vermittelndes Vertrauen ein, wenn er sein Recht vor Gericht sucht, insbesondere dann, wenn es ihm, untechnisch gesprochen, ausnahmsweise einmal an den Kragen geht, wie vor dem Schöffengericht.
„Die Demokratie lebt vom Ehrenamt“ hat der erste Bundespräsident der Bundesrepublik, Theodor Heuss einst kurz und bündig formuliert.
Alt-Bundespräsident Roman Herzog führte ein klein wenig weiter aus:
„Unsere Gesellschaft wäre ohne Ehrenamt nicht nur ärmer und kälter, sondern sie wäre auch weniger funktionsfähig“.
Ich meine, mit den Zitaten des FDP-Mitgliedes Theodor Heuss und des CDU-Mitgliedes Prof. Roman Herzog gebe ich mich nicht nur in beste, sondern auch parteiübergreifend in politisch unverdächtige Gesellschaft.
Meine Damen und Herren,
das soziale Engagement ist eine kostbare Ressource, die von Politik und Gesellschaft nicht hoch genug geschätzt werden kann und daher unser Aller Anerkennung erfahren sollte.
Deshalb meine Damen und Herren, hat die Verbandsgemeinde Zell im Jahr 2001, dem Jahr des Ehrenamtes, den Ehrenamtsförderpreis ins Leben gerufen.
Mit diesem Preis wollen wir die Bedeutung des Ehrenamtes in unseren Gemeinden dauerhaft unterstreichen (und dies nicht nur im Jahr des Ehrenamtes als Pflichtübung tun) und darüber hinaus das soziale Engagement in unserer Verbandsgemeinde Zell auch in das öffentliche Bewusstsein heben und damit zur Nachahmung anregen.
Mein Dank gilt daher heute anlässlich dieser Veranstaltung nicht nur alleine den Preisträgern.
Sie, meine Damen und Herren, stehen heute hier nicht nur für ihr eigenes Engagement, sondern auch stellvertretend für eine Vielzahl von Frauen und Männern unserer Verbandsgemeinde, welche sich ehrenamtlich in Vereinen, der Nachbarschaftshilfe, kirchlichen Gruppen, in der Gemeinde oder auch ganz unorganisiert ehrenamtlich engagieren.
Ohne Ihr Engagement wäre unsere Verbandsgemeinde eine andere, eine ärmere Verbandsgemeinde. Ihnen Allen gilt mein herzlicher Dank und auch meine Bitte, in diesem Engagement nicht müde zu werden, sondern so weiterzumachen wie bisher. Dieses Engagement macht unsere Dörfer liebens- und lebenswert. Herzlichen Dank.
Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich aber nunmehr zu den einzelnen Preisträgern kommen
In der Kategorie „Innovative/Nachahmenswerte Projekte“ wird der Förderverein Freibad Arrastal e.V. ausgezeichnet. Der Förderverein Arrastal wurde so ziemlich genau vor einem Jahr, nämlich am 03. Mai 2002 gegründet.
Also ein noch ganz junger Verein! Ziel des Fördervereins ist der Erhalt des Schwimmbadbetriebes des Freibades Arrastal in Alf, das - wie wir alle wissen -, in starken, fast unüberwindbaren, finanziellen Problemen steckt.
Gegründet wurde der Verein also aus der Not .
Nicht gemeinsame Freizeitgestaltung, nicht der Wunsch nach sportlicher Betätigung oder die Liebe zum Kulturgut, nicht das soziale Gewissen oder ähnliche, ebenso wichtige und anerkennenswerte Beweggründe, haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Alf und den Nachbargemeinden veranlasst, sich zusammen zu schließen, sondern hier stand die bedrängte finanzielle Situation der Gemeinde Alf als Träger des dortigen Freibades Pate bei der Vereinsgründung.
Und das Ziel ist deutlich formuliert: Es soll durch ehrenamtliche Initiative des Vereines etwas erhalten werden, was sich die Kommune in der heutigen Zeit einfach nicht mehr leisten kann. Ein hehres Ziel, ein wichtiges Ziel.
Ist das Freibad doch einerseits eine wichtige infrastrukturelle Einrichtung sowohl für die Bevölkerung unserer Region, insbesondere unsere Jugend, aber auch nicht minder dient es dem Tourismus und damit auch der Wirtschaftskraft in unserer Verbandsgemeinde.
Innerhalb kürzester Frist entfaltete der Förderverein die ersten Aktivitäten. Zahlreiche Veranstaltungen im vergangenen Jahr machen dabei deutlich mit welchem Engagement der Förderverein für den Erhalt des Schwimmbades in Alf kämpft.
So gab es zum Beispiel ein Fahrradturnier anlässlich „Happy Mosel“, mehrere Kinderspielnachmittage, ein Mitternachtsschwimmen, eine Sommernachtsparty, eine Riverboatparty, und und und ...
In unzähligen Stunden hat der Förderverein Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten im Bad durchgeführt und damit direkt zur Entlastung der Kommune beigetragen!
Mit großem persönlichen Einsatz arbeiten die Mitglieder des Fördervereins auch derzeit in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Alf und der Verbandsgemeinde Zell für den Erhalt des Freibades Arrastal. Kein Tag in den zurückliegenden Monaten, in denen nicht Freiwillige im Bad repariert, gestrichen, gereinigt und andere Arbeiten durchgeführt haben, welche ansonsten teuer zu bezahlen gewesen wären.
Aber dies ist nur die eine Seite der Medaille.
Hervorzuheben ist sicherlich auch Ihr Einsatz bei der Erstellung eines neuen Betriebskonzeptes für das Freibad, welches letztlich im kommenden Jahr sogar in die Überführung der Betriebsträgerschaft auf den Förderverein münden soll. Ich denke, Ihnen gilt unsere ganze Bewunderung und ein ganz herzliches Dankeschön für diesen unermüdlichen Einsatz.
Ich darf Ihnen daher namens der Verbandsgemeinde Zell nochmals ganz herzlich danken und der Vorsitzenden, Frau Marion Stone, stellvertretend für alle Aktiven des Vereines, den Ehrenamtsförderpreis 2002 der Verbandsgemeinde Zell (Mosel), bestehend aus einer Verleihungsurkunde sowie einem Preisgeld von 400 €, überreichen.
Arbeiten Sie mit dem gleichen Engagement weiter an der Verwirklichung Ihres Zieles.
Stille Helfer
In der Kategorie der Einzelpersonen – der Stillen Helfer – werden in diesem Jahr gleich 5 Personen durch die Verbandsgemeinde Zell (Mosel) mit dem Ehrenamtsförderpreis 2002 ausgezeichnet. Dabei ist die Reihenfolge rein zufällig und stellt ausdrücklich keine Rangfolge dar.
Irene Storms-Heib
Als erstes komme ich dabei zu Frau Irene Storms-Heib aus Altlay. Frau Storms-Heib gründete 1988 eine Seniorengruppe in Altlay. Seitdem treffen sich die Senioren aus Altlay regelmäßig zur Gymnastik und zum Seniorenkaffee.
Außerdem organisiert Frau Storms-Heib sämtliche Senioren-Veranstaltungen des Jahres wie Advents- und Weihnachtsfeier, Karnevalsfeier, Grillfest und Ausflüge und vieles mehr.
Zudem leitet Sie auch seit 15 Jahren die katholische Bücherei der Gemeinde Altlay.
Ehepaar Renate und Hermann Werwie, Mittelstrimmig
Zweite Preisträger sind das Ehepaar Renate und Hermann Werwie aus Mittelstrimmig.
Beide wurden vom SV Strimmig vorgeschlagen
Seit über 20 Jahren leiten die Eheleute Renate und Hermann Werwie die Turngruppen des SV Strimmig.
Ein solches Engagement, und das über Jahrzehnte hinweg, ist aus unseren Gemeinden nicht wegzudenken und schafft mit die Grundlagen dafür, dass wir uns hier wohlfühlen können.
Gertrud Zimmer
Weitere Preisträgerin ist Frau Gertrud Zimmer aus Grenderich. Vorgeschlagen wurde Frau Zimmer von der im Jahre 1985 gegründeten Multiple Sklerose Selbsthilfegruppe Cochem-Zell.
Seit jetzt fast 20 Jahren organisiert Frau Gertrud Zimmer einen Fahrdienst für den von MS betroffenen Personenkreis und organisieren deren regelmäßige Monats-Treffen.
Damit bietet sie dem von Multipler Sklerose betroffenen Personenkreis die Möglichkeit zum Austausch, zur gegenseitigen Unterstützung, letztendlich zur Hilfe durch Selbsthilfe.
Daneben engagiert sie sich ehrenamtlich auch in anderen Vereinen, beispielsweise darf ich die Seniorenarbeit in der Gemeinde Grenderich hier erwähnen.
Wolfgang Krämer, St. Aldegund
Weiterer Preisträger ist Herr Wolfgang Krämer aus St. Aldegund. Vorgeschlagen wurde Herr Krämer vom Gemeinderat der Gemeinde St. Aldegund.
Wolfgang Krämer gehörte von 1967 bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze im Januar diesen Jahres als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr St. Aldegund an.
Von 1984 bis dato war er auch Wehrführer der Feuerwehr St. Aldegund und engagierte sich dabei sehr intensiv auch in der Nachwuchsarbeit. Daneben kümmert er sich seit vielen Jahren mit einem großen Zeitaufwand um den Erhalt und die Verbesserung des Aussichtspunktes Heinrich-Raulwing-Platz in St. Aldegund.
Hunderte von Arbeitsstunden investiert er regelmäßig in diese Freizeiteinrichtung der Gemeinde. Dazu – und ich denke, dies ist eine besondere Gabe - versteht er es mit großem Erfolg, durch seinen persönlichen vorbildlichen Einsatz – immer wieder weitere freiwillige Helfer zur Mitarbeit zu motivieren.
Arnold Gossler, Liesenich
Weiterer Preisträger ist Herr Arnold Gossler aus Liesenich. Vorgeschlagen wurde Herr Gossler vom dortigen Heimat- und Verkehrsverein
In diesem verein war Herr Gossler 32 Jahre lang Vorstandsmitglied, davon 18 Jahre als 2. Vorsitzender und weitere 12 Jahre als 1. Vorsitzender. Damit hat Herr Gossler sich längere Zeit ehrenamtlich engagiert, als mancher der hier Anwesenden auf Lebensjahre zurückblicken kann.
Mit sehr viel Engagement und persönlichem Einsatz hat er sich in mehr als drei Jahrzehnten für die Dorfgestaltung und –Verschönerung eingesetzt.
Unter seiner Regie wurden beispielsweise
Ein Feuchtbiotop angelegt
Der Rastplatz Liesenich Süd geschaffen
Viele neue Wanderwege und Wandertafeln errichtet
Obstbäume gepflanzt
Ein altes Wegkreuz neu errichtet
Betreut das weitläufige Wandernetz
Das arbeitsaufwendige Feuchtbiotop
Anrede,
Ich denke, die heutigen Preisträger beweisen, dass das ehrenamtliche Engagement in unserer Verbandsgemeinde Zell (Mosel) seit Jahrzehnten groß geschrieben wird und sich darüber hinaus sehr vielfältig gestaltet.
Dafür spreche ich den Preisträgern namens der Verbandsgemeinde Zell, aber auch persönlich, meinen herzlichen Dank aus für ihren Einsatz,
verbunden mit allen guten Wünschen und insbesondere dem Wunsch, dass Sie auch weiterhin dem ehrenamtlichen Engagement treu bleiben.
Bitte machen Sie weiter so!!
Unsere Gesellschaft ist auf solche Menschen wie Sie angewiesen!
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