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Ansprache Bürgermeister Karl Heinz Simon
zur Jugendförderpreisverleihung der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) am 25. Mai 2004 in St. Aldegund
Ich freue mich Sie zur heutigen Preisverleihung im Wettbewerb um den
Jugendförderpreis 2003 der Verbandsgemeinde Zell hier in St. Aldegund begrüßen
zu dürfen.
Besonders begrüße ich natürlich die Preisträger des Jugendförderpreises 2003 der
Verbandsgemeinde Zell (Mosel)
Die Mitglieder des Jugendclubs St. Aldegund. Namentlich darf ich hier Herrn
Marc Kroll erwähnen.
Die Mitwirkenden des Kinder- und Jugendmusicals „Gilgamesch macht Ärger“.
Stellvertretend für die vielen Aktiven begrüße ich den Leiter des
Jugendbildungszentrums Marienburg, Herrn Johannes Schatz
Die Projektgruppe „Ostergarten“ unter der Leitung von Herrn
Gemeindereferenten Ivo Ivanonic sowie
Herrn Pastoralreferent Karl Josef Schmitt, Herrn Björn Butzen und Herrn Ralf
Heffels
Ein herzliches Willkommen geht auch
an die Mitglieder des Ausschusses „Jugend, Senioren und Ehrenamt“ der
Verbandsgemeinde Zell, welcher die Funktion der Jury übernommen hat, -
und damit keine leichte Aufgabe hatte –
die Herren Beigeordneten Goergen und Hansen sowie für die im
Verbandsgemeinderat vertretenen Fraktionen Herrn Bertgen für die SPD
und die Herren Bürgermeister Gietz und Bamberg aus den Gemeinden
unserer Preisträger.
Begrüßen darf ich natürlich auch diejenigen, welche die Vorschläge eingereicht und
damit auch den Blick auf das Engagement dieser Personen gelenkt haben sowie –
last but not least – Herrn Uhrmacher und Herrn Barzen von der Presse.
Bedanken möchte ich mich bei dem Hausherrn, Herrn Ortsbürgermeister Gietz,
welcher uns diese schöne Räumlichkeit für die Preisverleihung zur Verfügung gestellt
hat sowie bei den Damen, welche im Anschluss an den offiziellen Teil für das
leibliche Wohl sorgen werden.
Meine Damen und Herren,
Tue Gutes und rede nicht darüber – das ist die Haltung der vielen ehrenamtlich
tätigen Menschen. Eine noble Einstellung, die auf sympathische Weise fast
kontrovers zu heute gängigen Verhaltensweisen liegt. Zumindest wenn man bedenkt,
dass heute vielerorts oft die Selbstdarstellung wichtiger ist als die eigentliche
Leistung.
Das mag auch der Grund sein, weshalb die Medien, weshalb die Gesellschaft
insgesamt nur sehr wenig über die Taten der bürgerschaftlich Engagierten reden.
Dabei ist es ist kein Geheimnis, dass nicht nur, aber insbesondere durch
ehrenamtliche Betätigung viele Menschen Werte wie Gemeinschaftsempfinden,
Fairness, Toleranz, Einsatzfreude, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen üben
und praktizieren. Werte, die für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind.
Angesichts nachlassender Bindungskräfte in der Familie ist soziales Engagement so
etwas wie der „Kitt“, der unsere Gesellschaft zusammenhält.
Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger im Ehrenamt leisten viel mehr, als etwa „nur“
ihre Arbeits- und Gestaltungskraft zur Verfügung zu stellen. Sie leisten einen
unverzichtbar gewordenen, demokratisch gewinnbringenden Beitrag zur
gesellschaftlichen Funktionalität und Unterstützung unseres Gemeinwesens.
Das beginnt – und damit sind wir beim eigentlichen Thema - mit der Jugendarbeit,
mit Menschen denen wir unsere Kinder und Jugendlichen anvertrauen. Innerhalb des
ehrenamtlichen Engagement unserer Verbandsgemeinde nimmt die Jugendarbeit
daher einen wichtigen Stellenraum ein.
Unser designierter Bundespräsident Horst Köhler hat nach seiner Wahl am
vergangenen Sonntag gesagt : „Kinder sind Brücken in die Welt von morgen!“
Ein wahres Wort welches einerseits die Bedeutung einer kinder – und
familienfreundlichen Gesellschaft unterstreicht gleichzeitig aber auch deutlich macht,
daß Kinder- und Jugendarbeit – selbst aktiv gestaltet oder die Unterstützung anderer
dabei - eine unerlässliche Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft darstellt.
Schließlich sind die Jugendlichen von heute die Erwachsenengesellschaft von
morgen und übermorgen. Die Jugendlichen von heute entscheiden später dann
auch, wie die Lebensqualität der heute 40 – bis 60-jährigen – also von uns -
aussieht.
Deshalb ist Jugendarbeit besonders wichtig.
Jugendarbeit bedeutet daher auch schlicht und einfach, die Art und Weise des
Stabwechsels, die Übergabe der Gesamtverantwortung für unsere Gesellschaft in
der Zukunft zu organisieren und die heutigen Jugendlichen auf die Übernahme
dieser Verantwortung vorzubereiten.
Es geht dabei zwar auch - aber das nur am Rande - um Freizeitgestaltung, es geht
vielmehr darum, darum, wie die heute Verantwortung tragenden die morgen
Verantwortlichen auf ihre Aufgabe vorzubereiten, wie wir jungen Menschen das
Rüstzeug für die Bewältigung Ihrer Zukunft, unserer Zukunft, mit auf den Weg geben.
Ziel der Jugendarbeit muss es daher sein, die Jugend für eine gesellschaftliche
Mitverantwortung zu gewinnen, hin zu einer aktiven, in die Gesellschaft
eingebundenen Jugend!
Deshalb verdienen jegliche Formen der Jugendarbeit : die Gruppenarbeit unserer
Vereine, seien es Musik- oder Sportvereine, Feuerwehren oder was auch immer, die
offene Arbeit in den Jugendclubs, wie wir sie mittlerweile fast in jeder Gemeinde
besitzen oder auch Projekte, denen sich junge Menschen heute vielfach eher
widmen als althergebrachten Vereinsstrukturen, unsere Unterstützung.
Gerade deshalb hat die Verbandsgemeinde Zell im Jahr 2001 den Jugendförderpreis
ins Leben gerufen.
Ziel ist es, mit diesem Förderpreis und dem ebenfalls 2001 eingerichteten
Jugendbüro der Verbandsgemeinde die vielfältigen örtlichen Aktivitäten zu
unterstützen und Hilfestellung zu leisten.
In der Verbandsgemeinde Zell existiert eine sehr breit gefächerte und von hoch
motiviertem Engagement getragene Jugendarbeit. Und so fiel es auch in diesem
Jahr wieder schwer, bei der Verleihung des 3. Jugendförderpreises, die
Platzierungen festzulegen.
Denn eins möchte ich nochmals besonders betonen: Gewinner sind Sie alle.
Für uns Bürgerinnen und Bürger ist Ihr Engagement auch ein Gewinn für unser
Gemeinschaftseben innerhalb der Verbandsgemeinde.
Ich möchte jetzt die einzelnen Platzierungen und Projekte ein wenig vorstellen:
Projekt „Mit Behinderten leben“
Den vierten Preis erhält das Projekt „Mit Behinderten leben“, welches getragen wird
von Herrn Pastoralreferent Karl Josef Schmitt, Herrn Björn Butzen, Herrn Ivo Ivanovic
und Herrn Ralf Heffels.
Das Projekt wurde im Schuljahr 1987/1988 entwickelt und seitdem über 40 Mal
durchgeführt.
Anhand von Simulationsübungen werden die Jugendlichen und Schüler in die Lage
versetzt, sich mit Behinderten und Pflegebedürftigen auseinander zu setzen und
damit ein besseres Verständnis für deren Alltag zu bekommen.
In Gesprächen mit Jugendlichen werden die Möglichkeiten des sozialen Engagement
bei Behinderten im Alltag aufgezeigt werden um damit insgesamt die Wertschätzung
gegenüber behinderten Menschen zu erhöhen.
Bisher wurden mit diesem Projekt an einer ganzen Reihe von Schulen über 1000
Schüler erreicht.
Projekt „Ostergarten – christlicher Sinnepark“
Den dritten Preis erhält das Projekt „Ostergarten – christlicher Sinnepark“ der
Firmlinge von Zell. 2003 wurde das Projekt erstmals durchgeführt.
Hierbei wurde die Leidensgeschichte Jesu bis zur Auferstehung mit allen Sinnen
erfahrbar und erlebbar gemacht und das für alle Altersgruppen vom Kind bis zum
Senior.
30 Jugendliche, 30 ehrenamtliche Erwachsene haben mit dem Gemeindereferenten
von Zell, Herrn Ivanovic den Ostergarten im Pfarrheim in Kaimt aufgebaut. In 5
Arbeitsgruppen wurden Bilder gemalt, gebastelt, Figuren aus Holz geschnitzt,
Lichteffekte gestaltet und und und.
Der Ostergarten fand bei der Bevölkerung eine tolle Resonanz. In 2004 wurde er
daher erneut, wieder mit viel Erfolg, durchgeführt. Menschen von überall und ich
betone ganz bewusst, weit mehr Menschen von weit her gereist, als aus der Stadt
Zell, kamen um den Ostergarten zu besuchen und zu erleben.
Projekt „Gilgamesch macht Ärger“
Den zweiten Preis überreichen wir dem Jugendbildungszentrum Marienburg für Ihr
Projekt „Gilgamesch macht Ärger“
Nachdem im Jahr 2002 bereits ein Weihnachtsmusical erfolgreich produziert und
aufgeführt wurde, entstand 2003 das Kindermusical „Gilgamesch macht Ärger“,
basierend auf dem „Gilgamesch-Epos“ aus dem 12. Jhd. v. Chr.
Von Juni bis Oktober 2003 wurde das Projekt von dem sechsköpfigen Leitungsteam
aus Pünderich, Zell und Bullay verwirklicht. Insgesamt nahmen 55 Kinder und
Jugendliche im Alter von 11 bis 16 Jahren daran teil.
Auch hier wurde es geschafft viele Kinder und Jugendliche für eine Sache zu
begeistern und etwas zusammen zu erarbeiten.
Jugendclub St. Aldegund
Den ersten Preis erhält der Jugendclub St. Aldegund (bestehend seit 1980).
Hier einige Informationen zum Projekt der Jugendlichen: 1998 wechselte der
Jugendclub St. Aldegund vom Keller des Pfarrheimes in die Turnhalle der
ehemaligen Grundschule.
Von Mai – Oktober 1998 begannen die 8 Jugendlichen erstmals den Raum zu
gestalten. Die Decke wurde abgehängt, die Wände gestrichen, der Parkettboden
abgeschliffen und versiegelt. Aus alten Sportgeräten wurde eine Theke hergestellt.
Im Jahr 2000 strichen die Jugendlichen das Gebäude von außen, befreiten das Dach
von Moos und reparierten die Regenrinne. Die Kosten wurde von Erlösen aus
Getränke- und Kuchenverkäufen finanziert.
Im Sommer 2001 begann dann eine erneute Planung zum Umbau des Innenraums.
Sie stellten Anträge für Fördermittel und als diese bewilligt wurden, wurde der
Umbau realisiert. Der alte Parkettboden wurde rausgerissen und durch Fliesen
ersetzt. Die Wände wurden visuell gestrichen, eine Theke gemauert und mit Hilfe des
Schiff- und Modellbauclubs die Decke erneuert. Auch die Sanitären Anlagen wurden
etwas aufgemöbelt.
Diesen Umbau über die ganzen Jahren haben die Jugendlichen aus eigener Idee
und mit eigenen Mitteln und Kräften geschafft.
Das war für die Jury der Grund, den ersten Preis für das Jahr 2003 an den
Jugendclub St. Aldegund zu vergeben. Dies als Anerkennung für mehrere Jahre
ehrenamtliches Engagement mit viel persönlichen Einsatz der Jugendlichen und dies
alles ohne Begleitung durch hauptamtlich in der Jugendarbeit wirkende Erwachsene.
Herzlichen Dank dafür und herzlichen Glückwunsch!
Liebe Preisträger,
die Darstellung der einzelnen Projekte zeigt, wie bedeutsam Ihr Engagement für
unsere Verbandsgemeinde ist. Vielen Dank! Mit dem heutigen Tag und den Preisen
möchten wir Ihnen zeigen, welchen Respekt und welche Hochachtung wir Ihrem
Engagement entgegenbringen.
"Worte lehren, Beispiele reißen mit", formulierte Seneca vor rund 2.000 Jahren.
Dieser kluge Satz hat auch heute noch seine Bedeutung.
Daher möchten wir Ihr Engagement mit dieser Preisverleihung auch der
Öffentlichkeit präsentieren und wir erhoffen uns, daß davon noch mehr Menschen
zum Nachmachen anregt werden, daß ihr Beispiel mitreißt.
Ich bin stolz, dass Sie sich und so viele andere, die hier nicht persönlich genannt
werden, in dieser vorbildlichen Art und Weise ehrenamtlich engagieren.
Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch. – Bitte machen Sie weiter so!!!
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