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Grußwort Bürgermeister Karl Heinz Simon
zum 40- jährigen Jubiläum des Kindergartens Pünderich
am 07.10.2004
Es ist für mich schon ein besonderes Gefühl, Ihnen heute als Bürgermeister der
Verbandsgemeinde Zell zum 40-jährigen Bestehen des katholischen Kindergartens die
Grüße und Glückwünsche der Bevölkerung der Verbandsgemeinde Zell überbringen zu
dürfen.
Wenn wir heute auf 4 Jahrzehnte zurückblicken, dann lässt sich kaum zählen, wie vielen
Kindern bei ihren ersten noch unbeholfenen Schritten in der Welt hier geholfen wurde.
Als Kind habe ich diesen Kindergarten nie besucht. Meinen ersten Schritt in diese
Einrichtung habe ich als damaliger Kirchenrechner der Pfarrei Anfang 1979 gemacht. Bis
Sommer 2002 habe ich dann regelmäßigen Kontakt mit dem Kindergarten gehabt und das
gute Klima in diesem Kindergarten spüren können.
Dieses Jubiläum gibt heute besonderen Anlass zu einem herzlichen Wort des Dankes und
der Anerkennung. Ein Dank natürlich an diejenigen, welche vor 40 Jahren in
Kirchenvorstand und Gemeinderat diese mutige Entscheidung für einen Kindergarten hier
in Pünderich getroffen haben. Heute – 40 Jahre nach der Eröffnung des Kindergartens -
wissen wir, wie wichtig - und vor allem richtig - diese Entscheidung für die Gemeinde
Pünderich war.
Meine besondere Wertschätzung verdienen anlässlich dieses Jubiläums aber vor allem
die Erzieherinnen (und einmal Erzieher), welche hier in den vergangenen vier Jahrzehnten
gewirkt haben. Es ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe, tagtäglich Kinder Kinder sein
zu lassen und sie gleichwohl auf die steigenden Anforderungen des Lebens vorzubereiten.
Der ehemalige britische Premierminister Sir Winston Churchill sagte einmal: „Es ist
einfacher eine Nation zu regieren, als vier Kinder zu erziehen.“ Hier in unserem
Kindergarten wird an der Erziehung von nicht nur vier, sondern zeitgleich derzeit über20
Kindern mitgewirkt.
Wir alle wissen, dass wir Kindergärten brauchen. Sie sind eine wichtige Station auf dem
Weg des Heranwachsens. Sie bilden eine gute Ergänzung zum Elternhaus, aber keinen
Ersatz dafür.
Ich denke gerade heute in unserer schnelllebigen Zeit, in der oft beide Elternteile sehr ins
Arbeitsleben eingespannt sind, ist eine intensive und gute Zusammenarbeit von Eltern mit
den Erziehern unserer Kinder besonders wichtig. Alle Beteiligten wollen schließlich
dasselbe.
Das Kindergartenteam und die Eltern, alle möchten, dass die Kinder eine unbeschwerte
und anregende Kindheit erleben: wir möchten, dass Kinder die Chance erhalten, all ihre
Fähigkeiten + Anlagen zu entfalten, wir wollen, dass Kinder langsam aber sicher in unsere
Welt hineinwachsen.
Auch wenn Kinder bereits kleine Persönlichkeiten sind, und ich glaube heute viel mehr als
vor 40 Jahren- das macht den Umgang mit Ihnen ja so spannend – sind sie nicht
selbstständig. Sie müssen eine ganze Menge lernen, um ihr Umfeld verstehen und
schließlich meistern zu können.
Und genau das tut der Kindergarten. Hier erobern sich Kinder neue Lebensbereiche und
sammeln neue Erfahrungen. Sie begegnen neuen Menschen und gewinnen mehr
Selbstständigkeit. Sie kommen in eine Gruppe, sie spielen zusammen. So können sie sich
weiter entfalten und den Umgang mit anderen einüben. Sie lernen nebenbei, auf andere
zuzugehen oder sich zu behaupten, einen Platz in der Gruppe zu finden, mit anderen zu
teilen oder sich mit Ihnen zu messen. Sie erleben vielleicht erste Rivalitäten und
schließlich erste Freundschaften. So erweitert der Kindergarten auf viele verschiedene
Weisen den Horizont der Kinder.
Kindererziehung ist eine schöne, eine dankbare und eine höchst verantwortungsvolle
Aufgabe. Kindererziehung ist originär eine Aufgabe der Eltern, aber auch eine Aufgabe der
Gesellschaft. Denn Kinder sind die Gesellschaft von morgen.
Deshalb ist nicht nur jedes Elternpaar gefordert, sondern die Gesellschaft insgesamt, die
den Eltern beisteht und eigene Einrichtungen zur Betreuung und Erziehung schafft oder
fördert. Wie diesen Kindergarten, der 1964 gegründet wurde.
„Zwei Dinge“, so der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, „sollten Kinder von ihren
Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“
Wurzeln entstehen durch das Aufgehobensein in der familiären Geborgenheit, Flügel
verlangen ein Loslassen, ein Anerkennen, dass schon Kinder ihre ersten eigenen Schritte
tun. So ein erster Schritt in die Selbstständigkeit ist der Gang in den Kindergarten. In eine
Institution, die ebenfalls Geborgenheit vermittelt, aber auch weiter beflügelt.
Und diese Geborgenheit, ich glaube, die war hier in Pünderich immer gegeben. Sie
begründet auch den guten Ruf, den dieser Kindergarten auch über Pünderich hinaus
genießt. So soll es auch in Zukunft bleiben.
Liebe Erzieherinnen, die Kinder lieben Sie und haben Sie ins Herz geschlossen. Die
ersten Lebensjahre in einer solchen Umgebung verbringen zu dürfen, verhilft sicher zu
einem Grundstock fürs Leben, wie man ihn sich besser kaum vorstellen kann.
Wenn ich den Wunsch äußere, dass dies weiterhin so bleiben möge, dass der
Kindergarten also auch in Zukunft von einem so guten Geist beseelt sein möge, spreche
ich sicherlich im Namen vieler Eltern, Bürgerinnen und Bürger.
Wir alle hoffen, dass der Kindergarten noch viele Jubiläen in so prächtigem Zustand
erleben werde. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch und Alles Gute!
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