Verbandsgemeinde Zell
Eröffnung der Kunstausstellung von Meggi Fritzen und Renate Jansen im Schloss Zell PDF Drucken E-Mail

Eröffnungsansprache Bürgermeister Karl Heinz Simon

Kunstausstellung Meggi Fritzen und Renate Jansen

01.04.2007 Schloss Zell

Paul Klee, Maler und Mitglied der 1911 gegründeten Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“, der auch Wassily Kandinsky und August Macke angehörten, hat gesagt: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ In diesem Sinne darf ich Sie recht herzlich hier im Schloss Zell willkommen heißen, um uns an den in ihren Bildern sichtbar gewordenen Gedanken und Empfindungen zweier Künstlerinnen unserer Region, Meggi Fritzen und Renate Jansen, zu erfreuen.

Der Winter – so er denn überhaupt die Bezeichnung verdient hat – gehört seit einer Woche kalendermäßig der Vergangenheit an und ich glaube wir freuen uns alle jetzt auf einen sonnigen Frühling und die bevorstehenden Ostertage. Einen ersten Vorgeschmack konnten wir bereits erleben. Und wie kann man sich an diesem Sonntagvormittag am 01. April besser auf den Frühling einstimmen als mit stimmungsvollen, Bildern und – natürlich - einem Glas spritzigen Rieslingssekt?! Schließlich ist man als Moselaner ohne ein Glas Riesling (Wein oder Sekt) in der Hand nicht vollständig angezogen.

Genauso wie für uns Moselaner damit der Riesling einfach dazugehört, so ist auch Kunst in unterschiedlicher Form und Ausdrucksweise für uns unverzichtbar und gehört zwingend – und dies im positiven Sinne - zum Leben dazu. Es ist für mich daher immer wieder eine Freude, bei einer Ausstellungseröffnung hier im Schloss Zell dabei zu sein. Ihnen Frau Schneider, als Gastgeberin, herzlichen Dank, dass Sie – wie schon so oft – die Räumlichkeiten von Schloss Zell in eine Ausstellung verwandeln lassen und der Kunst damit ein Zuhause geben. Wo könnte ein Künstler schöne Dinge besser präsentieren als in diesem schönen Ambiente hier im Zeller Schloss.

Für mich ist es immer wieder ein Erlebnis, wie gut Bilder gleich welcher Stilrichtung in diesem historischen Gemäuer zur Geltung kommen. Es ist mir persönlich jedoch auch sehr wichtig, dass bei allem Alltagsstress, bei aller nüchternen Sachlichkeit, die den Alltag beherrscht, immer noch Zeit für die schönen Dinge des Lebens bleibt. Dazu zählt Kunst in ihrer unterschiedlichsten Form.

Kunst – wie wir sie heute hier mit den Bildern von Meggi Fritzen und Renate Jansen erleben - ist Ausdruck menschlicher Kreativität. Sie geht hervor aus dem Dialog des Künstlers mit der Natur, mit seiner Umgebung, mit seinem Leben und seiner Persönlichkeit. Kunst ist aber auch eine Form der zwischenmenschlichen Kommunikation. Künstler sagen mit ihren Werken etwas über sich aus und ihre Wahrnehmung der Welt. Sie wählen dabei die Ausdrucksform, die es ihnen am besten ermöglicht, anderen etwas mitzuteilen, ihre Sicht der Dinge, ihre Stimmungen, ja ihre persönlichen Empfindungen.

Lassen Sie mich bitte ein paar Worte zu den Künstlerinnen sagen, die beide schon einmal ihre Werke hier im Schloss Zell ausgestellt haben. Meggi Fritzen, sie lebt in Wittlich, ist vor einigen Jahren zur Malerei gekommen. Sie beschäftigt sich intensiv mit Acryltechnik und drückt ihre Gefühle durch ihre Bilder aus. Die vergangenen Jahre hat sie konsequent genutzt, sich sowohl an der Kunstakademie in Trier als auch bei namhaften Künstlern fortzubilden.

In den Mittelpunkt ihrer Arbeiten stellt sie den Menschen als Individuum. Den Menschen mit seinen Stimmungen, seinen Gefühlen, seinen Erwartungen. Sie setzt sich auseinander mit Gefühlslagen und es gelingt ihr, ihre Empfindungen auf die Leinwand zu bringen. Dies bleibt uns Betrachtern nicht verborgen, wenn wir beim Rundgang die Bilder zu uns sprechen lassen. Wenn man ihre Bilder betrachtet und auf sich einwirken lässt, spürt man aber auch etwas von der Auseinandersetzung, ja vielleicht bei dem einen oder anderen Bild sogar dem Kampf, den die Künstlerin mit ihrem Werk führt, bis es endlich zu dem geworden ist, was es vielleicht auch werden musste.

Man verspürt eine Ahnung davon – obwohl eine Künstlerin ja eigentlich ganz frei in ihrem Schaffen ist – dass sie damit manchmal beim Malen auch inneren Zwängen unterliegt und wahrscheinlich gar nicht anders kann als so zu malen, wie sie es tut. Also spiegelt das Bild einen Prozess wider, der sich im Kopf, viel mehr in ihrem Innersten, abgespielt hat und – und dies unterscheidet Malerei wiederum von der Fotografie - nicht wiederholbar ist.

Renate Jansen – und damit komme ich zur zweiten Künstlerin – lebt in Bullay und hat die Einladung zur Ausstellung überschrieben mit den Worten „Kunst genießen, ist wie ein Streicheln der Seele.“ Und das ist etwas, dass wir alle, vielleicht nicht täglich, vielleicht geben wir es auch nicht alle gerne zu, aber ich bin mir sicher, dass wir alle diese Streicheleinheiten für die Seele benötigen und ich finde den Vergleich sehr treffend.

Renate Jansen hat schon immer – wenn auch früher eher sporadisch – gemalt. Seit rund vier Jahren tut sie dies jedoch sehr intensiv. Auslöser war – wie übrigens auch bei Frau Fritzen - bei ihr ein gravierender Einschnitt in ihrem Leben und sie benutzt das Malen als Möglichkeit, sich in Ruhe zurückzuziehen, ihre Gefühle zu verarbeiten. Malen ist letztlich ein Ventil, in dem sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringt.

Renate Jansen nutzt ihre Bilder damit, diese Gefühle anderen Menschen mitzuteilen und so Botschaften zu vermitteln. Den ersten Gehversuchen der Künstlerin in der Volkshochschule folgten Seminare bei unterschiedlichen Malern und sie übte sich in den verschiedensten Techniken. Diese vielseitigen Erfahrungen in den unterschiedlichen Maltechniken prägen ihr heutiges künstlerisches Schaffen. Malerei bedeutet für Renate Jansen die Freiheit, Gefühle und Empfindungen in Farben und Formen auszudrücken.

Ihre Bilder verfügen daher über ein eigenes Leben, sie haben ihre eigene Seele, und ich denke, beim Betrachten – wenn wir die Bilder auf uns wirken lassen- spüren wir dieses Leben und diese Seele der Bilder. Die von Renate Jansen bevorzugte Aquarelltechnik unterscheidet sich von sehr deutlich von der farbenfrohen Acrylmalerei Meggi Fritzens, gibt der Ausstellung jedoch mit dem Kontrast ihre besondere Note.

Liebe Gäste, freuen wir uns gemeinsam auf die Bilder von Renate Jansen und Meggi Fritzen, die passend zur Jahreszeit eine frühlingshafte Atmosphäre in diesem historischen Schlossambiente versprühen. Der Ausstellung wünsche ich viele Besucher und Ihnen, verehrte Gäste, bleibende Eindrücke.

 
< Zurück   Weiter >