Verbandsgemeinde Zell
Verleihung Jugendförderpreis der Verbandsgemeinde Zell PDF Drucken E-Mail

Ansprache Bürgermeister Karl Heinz Simon
zur Verleihung Jugendförderpreis der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) 2007

Ich freue mich, Sie heute zur Preisverleihung im Wettbewerb um den Jugendförderpreis der Verbandsgemeinde Zell hier in Grenderich auf dem Gestüt  Weiss begrüßen zu dürfen. Als erstes möchte ich mich bei den Pferdefreunden Grenderich e.V. und insbesondere bei der Familie Weiss für Ihre Gastfreundschaft auf dem Gestüt Weiss ganz herzlich bedanken.

Besonders begrüße ich natürlich die aktuellen Preisträger des Jugendförderpreises der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) : die Mitglieder des Vereins Pferdefreunde Grenderich e.V. mit Ihrem Vereinsvorsitzenden Ralf Olaf Weiss an der Spitze; die Mitglieder des Ökomenischen Projektchores „Junger Chor Marienburg“ unter Leitung von Herrn Pastoralreferent Armin Surkus-Anzenhofer von der Fachstelle Plus für Kinder- und Jugendpastoral Marienburg sowie Herrn Pfarrer Werner von der Evangelischen Kirchengemeinde Zell sowie  die Mitglieder des Jugendclub Pünderich unter ihrem Vorsitzenden Martin Simon

Ein herzliches Willkommen geht auch an die beiden Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtages, Frau Anke Beilstein, und Frau Heike Raab, die ja auch bei den Pferdefreunden Grenderich engagiert ist. Herzlich willkommen.

Ich begrüße natürlich auch die Mitglieder des Ausschusses „Jugend, Senioren und Ehrenamt“ der Verbandsgemeinde Zell, welcher die Funktion der Jury übernommen hat, - und damit keine leichte Aufgabe hatte –, die Herren Beigeordneten Scheid und Bertgen für die im Verbandsgemeinderat vertretenen Fraktionen die Herren Walter Justen, und natürlich die Vertreter der Gemeinden, aus welcher unsere Preisträger kommen. Hier heiße ich Herrn Bürgermeister Udo Theis aus Grenderich, Frau  Beigeordnete  Marlene Gibbert für die Stadt Zell sowie Herrn Werner Lay aus Pünderich, herzlich willkommen

Begrüßen darf ich natürlich auch die Vertreter der Presse und mich für die freundliche Begleitung des Wettbewerbes und die Berichterstattung über die heutige Preisverleihung herzlich bedanken.

 „Es wäre eine Freude zu leben“, so die Schauspielerin Valerie von Martens, „wenn jeder nur die Hälfte von dem täte, was er von anderen verlangt.“ Das ist ein wahres Wort. Doch es gibt auch Menschen, die vor allem darauf sehen, was sie selber tun können.

Und mir ist es jetzt eine Freude, heute die Gelegenheit zu haben, Menschen aus unserer Verbandsgemeinde  zu würdigen, die weit mehr als die Hälfte von dem tun, was gemeinhin verlangt wird. Heute stehen Menschen, Vereine, im Scheinwerferlicht, die sich mit ihren Projekten und ihrer täglichen Vereinsarbeit jungen Menschen widmen und ich freue mich, dass Sie, die eher sonst im Stillen wirken heute einmal im Rampenlicht stehen und ihre Arbeit mit den Jugendlichen der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Der Verbandsgemeinde Zell ist die Unterstützung von Jugendarbeit in den vergangenen Jahren ein besonderes Anliegen gewesen. Deshalb haben wir 2001 nicht nur ein Jugendbüro zur Unterstützung und Begleitung von Jugendarbeit eröffnet, stellen finanzielle Mittel zur Unterstützung von Jugendgruppen bereit, haben ein sehr umfangreiches und alle Schulferien umfassendes Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche entwickelt und fördern im Jugendforum die Zusammenarbeit der Jugendräume in den Gemeinden.

Dazu gehört aber auch, daß die Verbandsgemeinde Zell einen Jugendförderpreis ins Leben gerufen hat und alle zwei Jahre auslobt. Mit diesem Preis wollen wir das breit gefächerte Engagement der Vereine, Jugendclubs und der unterschiedlichsten Jugend-Projekte innerhalb unserer Verbandsgemeinde unterstützen und würdigen.

Heute geht dieser Preis wieder an drei Gruppen, die sich in ihrer Freizeit für  Kinder und Jugendliche engagieren.  Sie steuern ihre Energie, ihre Erfahrungen, ihre Ideen bei und sie arbeiten umsonst. Aber alles andere als vergeblich, denn was sie tun, das zeigt große Wirkung.

Wir sollten es uns nur einen kurzen Moment einmal vorstellen, wie das Leben in der Verbandsgemeinde Zell aussähe, wenn es keine Ehrenamtlichen gäbe. Eine ziemlich düstere Vorstellung, nicht wahr?

Ein großer Lichtblick ist hingegen, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger bereit finden, sich in der einen oder anderen Form zu engagieren. Nahezu jeder Bereich unserer Gesellschaft ist von freiwilligen Leistungen, von bürgerschaftlichem Engagement, geprägt.

Unser reiches Vereinswesen lebt von den ehrenamtlich tätigen Funktionsträgern; unsere Rettungsdienste und der gesamte soziale Bereich werden erst durch die vielen freiwilligen Helfer so effektiv; in Natur- und Umweltschutz, in der Kultur oder bei der Vertretung von Minderheiten, überall finden wir bürgerschaftliches Engagement.

Unsere ganze Gesellschaft kann nur so funktionieren, wie sie es tut, weil es Menschen gibt, die über ihr eigenes Ich hinausblicken und Gemeinsinn beweisen.

Heute widmen wir uns im breitgefächerten Feld der Ehrenamtlichkeit ganz der Jugendarbeit und ich möchte die drei Preisträger vorstellen, die sich für den Jugendförderpreis 2007 beworben haben und von der Jury ausgewählt worden sind:

Pferdefreunde Grenderich e.V.

Der Verein Pferdefreunde Grenderich e.V. ist noch ein sehr junger Verein. Mehr als 50 % der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. In seiner Satzung hat sich der Verein besonders der Jugendarbeit verschrieben. Eine der vielen Aktivitäten ist das Voltigieren. Voltigieren bedeutet einfach ausgedrückt: Gymnastik am, auf und neben dem Pferd. Durchgeführt wird das Training von einer ehrenamtlichen Trainerin und Helfern aus der Voltigiergruppe.

Durch das Voltigieren lernen die Kinder und Jugendlichen spielerisch den Umgang mit dem Pferd. Die Balance auf dem Pferd wird geschult. Außerdem übernehmen die Kinder und Jugendlichen Verantwortung für die Pferde. Sie pflegen und versorgen sie und rüsten sie für das Training aus. Hierbei lernen die Mitglieder gegenseitig voneinander: die Jüngeren von den Älteren, die Unerfahrenen von den Erfahrenen.

Das Training wird sehr abwechslungsreich gestaltet, die Ideen der Kinder werden berücksichtigt und fließen ins Training mit ein. Der Verein veranstaltet zahlreiche Unternehmungen mit seinen Mitgliedern und zudem erfolgreich bei der Teilnahme an überregionalen Voltigierwettbewerben.

Vielen herzlichen Dank für Ihr Engagement.


Als nächstes möchte ich das ökumenische Projekt Junger Chor Marienburg vorstellen. Die Kirche der Jugend Marienburg ist eine von 3 Kirchen der Jugend im Bistum Trier. Der junge Chor Marienburg ist ein ökumenisches Gemeinschaftsprojekt mit der Evangelischen Kirche Zell, der Fachstelle Kirchenmusik und den Dekanaten Wittlich und Cochem.

Ganzjährig widmet sich der Junge Chor Marienburg intensiv der Jugendarbeit in einem jeweiligen musikalischen Einzelprojekt. 2007 hieß das Projekt „du bringst uns auf die Psalme“. Die Erarbeitung des musikalischen Einzelprojekts erfolgte mit intensiver Beteiligung der Jugendlichen. 2007 haben dazu 5 Planungswochenende stattgefunden bei denen die Jugendlichen komplett in die Vorbereitung und Durchführung des Projekts mit eingebunden waren.

Bei der Planung und Gestaltung des Projekts wird über Sinn und Werte des eigenen Lebens der Jugendlichen diskutiert. Die Jugendlichen werden bei der Entdeckung ihrer eigenen Persönlichkeit unterstützt. Die Texte werden selbstständig mit den Erwachsenen erarbeitet.

2007 fanden 4 Auftritte statt. Der Junge Chor Marienburg arbeitet bewusst mit Projekten. Eine neuere soziologische Untersuchung hat festgestellt, dass junge Menschen eher bereit sind kurzfristig und projektorientiert zu arbeiten als sich langfristig zu engagieren.

Durch die starke Einbindung der Jugendlichen in das Projekt findet eine starke Identifikation mit dem Projekt statt und selbstverständlich werden Aufgaben übernommen.

Der Chor hat sich in den letzen Jahren sehr verjüngt und weitere Projekte sind geplant. Der Chor zählt zur Zeit über 100 Mitglieder. Hier erfolgt eine großartige ökumenische Zusammenarbeit, deren Jugendarbeit auch für die Verbandsgemeinde Zell von großer Bedeutung ist. Denn im Chor sind Menschen aus sämtlichen Orten der Verbandsgemeinde und über deren Grenzen hinaus engagiert.

Weiterer Preisträger ist der Jugendclub Pünderich – für sein Projekt „Gartenhaus 2007“.

Beim Jugendclub Pünderich könnte ich natürlich stundenlang reden. Als Mitbegründer des Jugendclubs Pünderich und nach über 20 Jahren Vorstandstätigkeit dort ist es für mich eine besondere Freude den Jugendförderpreis 2007 auch an den Vorsitzenden des Jugendclubs für das Projekt Gartenhaus 2007 überreichen zu dürfen.

Der Jugendclub besteht seit 1976. Er zählt heute 247 Mitglieder, das Mindesteintrittsalter beträgt 14 Jahre. Der Jugendclub betreut unter Anderem gemeinnützige Tätigkeiten wie z.B. seit Vereinsgründung schon die Kriegsgräbersammlung in Pünderich und die Bolivienaltkleidersammlung für die Pfarrei.

Zudem integriert der Jugendclub seit mehreren Jahren behinderte Menschen in Vereinsfahrten und Festivitäten in Zusammenarbeit mit dem Behindertenheim Maria Grünewald in Wittlich. Jährlich nimmt der Jugendclub aktiv am Sommerfest des Heimes teil.

Der Jugendclub Pünderich selbst ist an 7 Tagen der Woche ein Ort der Begegnung für Unterhaltung, Tanz, Sport und Spiel. Dabei wird der Club in Eigenregie betrieben und auch finanziert. Es finden regelmäßig Partys und Vereinsfahrten statt. Jährliche Veranstaltungen sind das jährliche Geburtsagswochenende, die Mitgestaltung der Pündericher Weinkirmes mit einem Abend für die Jugend, das Fußball-Dorfturnier, der Konzertabend Band Invasion, die Durchführung des Grittchesballs und die Silvesterparty

2007 – damit komme ich zu dem Projekt, für das der Club heute ausgezeichnet wird - wurde auf dem Gelände des Jugendclubs ein Grillplatz mit Gartenhaus errichtet. Der Großteil der Arbeiten erfolgte in Eigenregie unter Anleitung von örtlichen Facharbeitern. Zuerst wurden der Grillplatz und der Vorhof gepflastert und zudem ein Teil Rasen neu gesät. Anschließend das Gartenhaus aufgestellt.

Das Dach des Gartenhauses deckte ein ehrenamtlich tätiger Dachdecker. Ingesamt arbeiteten die Jugendlichen 433 Stunden in Eigenleistung. Es herrschte eine hohe Motivation.

Der Grillplatz wird vom Verein genutzt, kann aber auch von anderen Vereinen genutzt werden. So nutzt z.B. die Kath. Frauengemeinschaft von Pünderich den Jugendclub als Standort am Pündericher Straßenweinfest.

Liebe Preisträger,
Ich möchte mich nochmals ganz ganz herzlich für ihr Engagement für und mit den Kindern und Jugendlichen bedanken.

Wir alle wissen, die Kinder und Jugendlichen von heute, sind die Erwachsenenwelt von morgen. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt darüber bestimmen, wie unser Leben im Alter sein wird.

Jugendarbeit bedeutet daher nicht nur Freizeitgestaltung, sondern auch die Jugendlichen auf ihre Verantwortung von morgen vorzubereiten. Das ist eine wichtige Aufgabe.

Sie, liebe Preisträger, zeigen mit Ihrem bürgerschaftlichem Engagement den Jugendlichen einen Weg. Dabei sagt ein individuelles, ein konkretes Beispiel immer mehr als abstrakte Berichte oder nüchterne Zahlen, denn es spricht die Menschen unmittelbar und auch emotional an.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Mit diesem Satz von Erich Kästner ist genau die Haltung umschrieben, die Sie auszeichnet. Ich denke, die heutigen Preisträger beweisen, dass Jugendarbeit in unserer Verbandsgemeinde Zell (Mosel) seit Jahrzehnten groß geschrieben wird und sich darüber hinaus sehr vielfältig gestaltet.

Dafür spreche ich den Preisträgern namens der Verbandsgemeinde Zell, aber auch persönlich, meinen herzlichen Dank aus für ihren Einsatz, verbunden mit allen guten Wünschen und insbesondere dem Wunsch, dass Sie auch weiterhin dem ehrenamtlichen Engagement treu bleiben.

Bitte machen Sie weiter so!!

Unsere Gesellschaft ist auf solche Menschen wie Sie angewiesen!



 

 
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