Verbandsgemeinde Zell
Laudatio Bürgermeister Simon zur Verleihung der Sterne des Sports PDF Drucken E-Mail
Laudatio Bürgermeister Karl Heinz Simon
Platz 2 Sterne des Sports
Jugendspielgemeinschaft Pünderich-Briedel-Reil, 01.10.2008

Ich freue mich, dass die vom Deutschen Olympischen Sportbund und den Raiffeisenbanken gemeinsam getragene Initiative „Sterne des Sports“ die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit heute auf Menschen lenkt, die sich in unseren Sportvereinen ehrenamtlich engagieren.

Und ich bin auch sehr froh und dankbar, daß unsere Raiffeisenbanken im Landkreis Cochem-Zell nicht nur bei diesem Wettbewerb, sondern bei der Unterstützung unserer Vereine immer vorne mit dabei sind.

Ich bin auch immer wieder gerne Mitglied der Jury, denn es macht richtig Freude, zu lesen, mit welcher Begeisterung viele Menschen ihr Ehrenamt ausüben und mit welch beeindruckendem Einsatz und Ideenreichtum sie so ganz nebenbei wertvolle Arbeit für unser Gemeinwesen ausüben. 

Ich freue mich, dass ich heute die Laudatio für einen Sportverein halten darf, der sich mit diesem Projekt ganz auf die Jugendarbeit konzentriert.

Den Stern des Sports in Bronze – und zwar der 2. Preis – geht in diesem Jahr an die Mädchenfußballabteilung der JSG Pünderich-Briedel-Reil.

Wenn ich dies zum einen aufmerksam aus der Nachbarschaft beobachte und daneben mir auch die Bewerbungsunterlagen anschaue, dann hat diese Jugendspielgemeinschaft in den vergangenen Jahren den Mädchenfußball in unserer Region deutlich voran gebracht.

1999 trafen sich in Reil drei Väter, deren Mädchen gerne Fußball spielen wollten. Ein solches Angebot gab es im Verein jedoch nicht. Mit Enthusiasmus wurden selbst die Ärmel hochgekrempelt und mit anfangs 9 Mädchen regelmäßig trainiert und an Turnieren teilgenommen.

Ab 2003 wurde um Punkte gespielt. – und es kamen schnell weitere Mädchen aus den Nachbardörfern zum Fußball nach Reil. Heute spielen in der JSG Pünderich-Briedel-Reil insgesamt 65 Mädchen und 11 junge Damen Fußball.

Die Kinder und Jugendlichen kommen zwischenzeitlich aus 14 verschiedenen Ortschaften: an der Mosel von Kröv bis Bremm und von Wittlich in der Eifel bis Strimmig im Hunsrück. Sicherlich auch eine organisatorische Herausforderung für die Verantwortlichen.

In der abgelaufenen Saison nahmen die Mädchen mit fünf Teams  am Jugendspielbetrieb teil und daneben besteht jetzt auch ein Damenfußball-Freizeitteam.

Aber Fußball spielen ist nur Eines: Für Spielerinnen und Betreuer ist es ein wichtiges Ziel, trotz des Altersunterschiedes als ein Team, als eine Einheit zu arbeiten und zu spielen. Um diese Einheit zu fördern, finden auch zahlreiche Unternehmungen außerhalb  des Fußballfeldes, wie Trainingscamps, Fahrradtouren, gemeinsame Wochenenden, Ferienfreizeiten u.v. m. statt.

Besonders beeindruckend finde ich, dass sich die Mädchen auch für soziale Projekte engagieren.

So haben Sie zum Beispiel
•    2006 an der Aktion EASE = Erlebnis Aktion Spaß Information – eine Suchtpräventionsmaßnahme des Landeskriminalamtes teilgenommen
•    Beim Videowettbewerb „KickitCool“ – Gegen Rassismus und Gewalt,– einen hervorragenden 2. Platz belegt.
•    Eine Patenschaft für ein Behindertenheim in unserem rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda übernommen und diese Patenschaft über das persönliche Taschengeld finanziert.

•    Erwähnen möchte ich auch den Besuche im Seniorenheim. Die Mädchen bringen selbstgebackenen Kuchen mit, singen mit den Bewohnern und verbringen den Nachmittag mit ihnen.

Als im Frühjahr 2008 für den dreijährigen Noah aus Mittelstrimmig ein Knochenmarkspender gesucht und die Typisierung finanziert werden musste, organisierten die Fußball-Mädels ein Benefiz-Fußball-Spiel und spendeten zudem noch Geld aus ihrer Mannschaftskasse.

Dies sind nur einige wenige Beispiele aus der sehr umfangreichen Liste an Aktivitäten der letzten Jahre.

Ich glaube, sie haben jetzt auch einen kleinen Einblick darüber bekommen:
1.    wie sportlich erfolgreich die Mädchenarbeit der JSG Briedel-Pünderich-Reil auf dem Sportplatz ist und
2.    wie sozial engagiert die Mädchen außerhalb des Spielfeldes sind.

Ich denke, dieses Projekt Mädchen - Fußball trifft in vollem Umfang die Intention der „Sterne des Sports“, weil es sportübergreifende Ziele verfolgt und ein bemerkens- und auch nachahmenswertes soziales Engagement aufzeigt.

Wie Sie sehen, ist Sport mehr als sportliche Leistung. Sport ist Integration, ist soziales Engagement, ist gesund und macht außerdem auch Spaß!

„Sport tut Deutschland gut“ – so lautet die Kampagne des Deutschen Olympischen Sportbundes – und das war hier geleistet wird, ist gut für die Mädchen in unserer Region.

Abschließend daher ein großes Lob sowie Dank und Anerkennung der Jury für die Trainer und Übungsleiter, die Betreuer und die vielen Helfer im Hintergrund.
 
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