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Redebeitrag Bürgermeister Karl Heinz Simon
Zu TOP 06 der Verbandsgemeinderatssitzung am 18.02.2009
Wirtschaftsplan Abwasserwerk der Verbandsgemeinde Zell (Mosel)
Der Entwurf des Wirtschaftsplanes des Abwasserwerkes für das Wirtschaftsjahr 2009 enthält wie in jedem Jahr die Darstellung der laufenden Aufgabenerfüllung sowie die Fortsetzung der Investitionsplanung des Werkes.
Erfreulich, dass die Entgelte in diesem Jahr gleichbleiben werden. Die Neukalkulation im vergangenen Jahr hat – Sie erinnern sich - keinen Puffer vorgesehen und die Steigerung der Aufwendungen auf der einen Seite und der Rückgang des Aufkommens der Schmutzwassergebühren durch niedrigeren Wasserverbrauch auf der anderer Seite machen der Werkleitung erheblich zu schaffen. Dennoch ist es unserem Werkleiter gelungen, mit äußerst spitzer Feder ein ausgeglichenes Zahlenwerk vorzulegen. Herzlichen Dank Herr Eberhard für diese akribische und von großem Sparbewusstsein geprägte Arbeit.
Erfolgsplan
Wie Sie dem Plan auf Seite 3 in den Erläuterungen entnehmen können, steigen die Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 2.000 Euro, dies sind rd. 0,06 %.
Erwähnenswert bei den steigenden Aufwendungen sind a) die Personalkosten, welche einmal eine Stellenverlagerung von der Verwaltung zum Abwasserwerk beinhalten (was jedoch gleichzeitig den vom Werk zu zahlenden Verwaltungskostenbeitrag reduziert) und b) die Entwicklung der Stromkosten durch die Inbetriebnahme der Kläranlage in Liesenich und auch steigende Stromnebenkosten wie EEG- oder KWK-Zuschläge. Im Vorjahr hatten wir den Ansatz noch nach dem Einbau der neuen Belüfter in der Kläranlage Zell-Bullay um 45 T€ reduzieren können, jetzt müssen wir wieder 20 T€ mehr ansetzen.
Auch die Klärschlammbeseitigung erfordert einen steigenden Aufwand. Hier haben sich auf Vorschlag unserer Verwaltung die Verbandsgemeinden im Landkreis Cochem-Zell zusammengeschlossen, um über eine gemeinsam mit dem Landkreis in Auftrag gegebene Studie weitere Möglichkeiten der Klärschlammentsorgung zu eruieren.
Erwähnenswert sind natürlich auch die Abschreibungen, welche sich zwar nur geringfügig ändern, aber dennoch nach Abzug der Auflösung der einmaligen Beiträge 947 T€ erreichen.
Diese Zahl steht in direktem Zusammenhang mit den Investitionen der vergangenen Jahre. Über die Abschreibungen müssen auch die planmäßigen Tilgungsleistungen erwirtschaftet werden. Eine direkt Konsequenz aus der vor vielen Jahren einvernehmlich getroffenen Entscheidung, gemeinschaftliche Anlagen wie Kläranlagen und Verbindungssammler nicht über einmalige Beiträge, sondern über die laufenden Entgelte zu finanzieren!
Auf der Aufwandsseite wird sich der Verwaltungskostenbeitrag deutlich reduzieren. Dies hängt zusammen mit der erwähnten Stellenverlagerung von Verwaltung zum Werk und mit einer anstehenden Neuregelung der entsprechenden Vereinbarung. Diese werden wir Ihnen in der nächsten Sitzung vorlegen.
Letztlich hilft uns die fortschreitende Tilgung der laufenden Kredite und die damit einhergehende Reduzierung des Zinsaufwandes um 20 T€, den Ausgleich des Wirtschaftsplanes ohne Anpassung der Entgelte herbeizuführen.
Mit den unveränderten Entgelten ist die Abwasserentsorgung bei uns – auch unter Einrechnung des WKB Schmutzwasser - weiterhin im Vergleich mit anderen Kommunen als günstig zu bezeichnen .
Verwaltung und Werkleitung – dies können wir ihnen versichern - werden auch weiterhin bestrebt sein, die Entgelte für die Abwasserbeseitigung so zu gestalten, dass die Bürgerinnen und Bürger möglichst gering mit Gebühren und Beiträgen belastet werden.
Gegenüber dem Vorjahr sinkt der Anteil der Abschreibungen von bislang 41,3 auf jetzt 41,1 %, während der Anteil der Zinsen für Investitionskredite jetzt bei 13,75 % liegt. 2003 lagen wir noch bei einem Anteil von 18,6 %.
Auf Personalkosten entfallen im kommenden Jahr 15,3 % gegenüber 13,8 % im Vorjahr. Im Jahr 2003 lagen wir noch bei 15,9 %, bei gleichzeitig höherem Verwaltungskostenbeitrag!
Vermögensplan
Ein Schwerpunkt des Jahres 2009 ist – wie in den Vorjahren – der Vermögensplan und damit die Investitionstätigkeit. Mit einem Planvolumen von 2.820.000 Euro weist der Vermögensplan 2009 ein um 475.000 Euro reduziertes Volumen gegenüber dem Plan für das Jahr 2008 auf. Davon sind für Investitionen in neue bzw. zu erneuernde Anlagen 1.363 T € vorgesehen.
Als größtes Projekt erwähne ich in einem 1. Bauabschnitt den Bau eines Klärschlammspeichers auf der Kläranlage Zell-Bullay-Alf. Veranschlagt sind hierfür 750 T €. Die notwendigen Genehmigungen liegen alle vor, sodaß wir mit Ihrer Zustimmung zum Wirtschaftsplan diese Maßnahme ausschreiben können. Dies ist auch dringend geboten, da wir hier nur über einen Speicherpuffer von rund einer Woche verfügen.
Erwähnenswert sicherlich auch die geplante Kläranlage für Alf-Höllenthal. Aus Kostengründen haben wir uns von der bisherigen Planung einer Verbindungsleitung nach Alf-Fabrik verabschiedet.
Im Investitionsplan sind weiter hervorzuheben Maßnahmen in verschiedenen Gemeinden, welche im Einzelnen aufgelistet sind.
Daneben sind im Vermögensplan auch rund 943.000 Euro , also exakt ein Drittel, aufzubringen zur Kredittilgung. Für die anstehenden Investitionen zur erstmaligen Herstellung und zur Erweiterung von Abwasseranlagen werden zinslose Darlehen des Landes in Höhe von 650.000 Euro erwartet. Zur Finanzierung der anderweitig nicht gedeckten Investitionsausgaben ist die Aufnahme von Krediten in Höhe von 234.000 Euro erforderlich.
Die Grundstückseigentümer tragen mit Kanalbaubeiträgen in Höhe von insgesamt 304.000 Euro sowie die Gemeinden, das Land und der Landkreis mit Investitionskostenbeiträgen für die Straßenoberflächen-entwässerung in Höhe von insgesamt 171.000 Euro zur Finanzierung bei.
Abschließend danke ich Herrn Eberhard für die Erstellung des Wirtschaftsplanes. Ich danke aber auch allen anderen Mitarbeitern, welche im Eigenbetrieb arbeiten und insbesondere auch unseren Klärwärtern, die sich das ganze Jahr über engagiert um die so wichtige Angelegenheit unserer Abwasserbeseitigung kümmern.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich stelle nun diesen Wirtschaftsplan zur Aussprache. Werkleitung, Verwaltung und Werk- sowie Hauptausschuss schlagen dem Rat nach intensiver Diskussion die Annahme des Wirtschaftsplanes in der vorliegenden Form mit den einzelnen Veranschlagungen vor.
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