Verbandsgemeinde Zell
50 Jahre Realschule Zell PDF Drucken E-Mail

Grußwort Bürgermeister Karl Heinz Simon
Anlässlich Jubiläumsveranstaltung „50 Jahre Realschule Zell“
Am 23.09.2000

Als mich Rektorin Sachau-Zeies vor einigen Wochen gebeten hat, heute aus Anlaß
des 50jährigen Jubiläums der Realschule Zell ein Grußwort zu sprechen, habe ich
sehr gerne zugesagt.

Zum einen natürlich, weil ich damit der Realschule Zell auf diesem Wege die Grüße
und Glückwünsche der ganzen Bevölkerung der Verbandsgemeinde Zell sowie
insbesondere der Mitglieder des Verbandsgemeinderates überbringen kann. Diesen
Glückwünschen schließe ich mich natürlich auch ganz persönlich an. Ein nicht
unerheblicher Teil unserer Bevölkerung hat in diesen 50 Jahren die Realschule Zell
besucht.


Zum anderen bin ich der Bitte von Frau Sachau-Zeies natürlich auch aus dem
Grunde gerne nachgekommen, weil ich als ehemaliger Schüler der Realschule Zell
eine besondere Beziehung zu dieser Schule besitze.


Meine sehr verehrten Damen und Herren, wie reagiert man, wenn nicht nur
irgendeine Schule, sondern die eigene Schule einen Geburtstag begeht. Ist das auch
ein Grund zur Freude? Oder überwiegen da die gemischten Gefühle.


Ich denke, dies kommt ganz auf den persönlichen Einzelfall an. Wenn man die von
Generation zu Generation der Schule gegenüber gepflegten Vorurteile einmal
beiseite schiebt und objektiv bleibt, kann es keinen Zweifel geben: Die Schule ist
nach der Familie die wohl wichtigste Station im Kindes- und Jugendalter. Gerade weil
dies so ist, kommt es sehr darauf an, an welcher Schule man das nicht immer
uneingeschränkte Vergnügen hatte, für das Leben zu lernen.


Schule ist nun einmal nicht gleich Schule. Die eigene Schule dürfte jedoch jedem
unvergesslich bleiben, weil damit einfach viel zu viele Erinnerungen verbunden sind,
gute, aber auch wie weniger gute.

 

 .../
 
 -2 -

 

Für mich persönlich darf ich versichern, dass die Realschule Zell mir bis heute in
sehr positiver Erinnerung geblieben ist. Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass
an dieser Schule ein guter Geist geherrscht hat. Was darunter zu verstehen ist, läßt
sich nur schwer beschreiben.


Von Einfluss waren dabei alle, ohne deren Zusammenwirken Schule im positiven
Sinne nicht möglich ist. Seien es Schulleitung, Lehrer, Eltern und natürlich auch die
Schüler. Keinem wurde etwas geschenkt, jeder wusste dies aber auch. Gerade
deshalb war jeder dazu bereit, seinen mehr oder weniger gelungenen, zumindest
jedoch immer gut gemeinten Beitrag im Interesse der Gemeinschaft zu leisten.


Meine sehr verehrten Damen und Herren,
als ich dieser Tage überlegt habe, was ich Ihnen als Grußwort übermitteln soll, habe
ich auch in meinen Unterlagen aus meiner Realschulzeit gekramt. Hierbei ist mir ein
Kärtchen mit einem Zitat von Erich Kästner in die Hände gefallen, welches mein
damaliger Deutschlehrer Gerd Bayer mir und meinen Klassenkameraden anläßlich
der Entlassungsfeier im Jahr 1974 in die Hand gedrückt hat.


Das mir dieses Zitat damals gut gefallen hat, mögen Sie daran erkennen, dass ich
mir die Karte mit diesem Zitat bis heute aufbewahrt habe. Ich möchte Ihnen diese
wenigen Sätze daher nochmals - und dabei auch heute wieder an alle Schülerinnen
und Schüler der Realschule Zell gerichtet - zitieren:


 "Und Schulmeister müssen schulmeistern.
 Ja, und im verstecktesten Winkel ihres Herzens blüht schüchtern und
 trotz allem Unfug der Welt die törichte unsinnige Hoffnung, dass die
 Menschen doch ein wenig, ein ganz klein wenig besser werden
 könnten, wenn man sie oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und
 auslacht."


Ich glaube Herr Bayer, Sie haben damals ein sehr treffendes Zitat zum Abschied
unserer damaligen Realschulklasse gewählt.
 
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
es ist gut zu wissen, dass eine Schule wie die Realschule Zell 50 Jahre alt geworden
und dennoch jung geblieben ist.


Hierzu gilt der Realschule und allen, die dort tätig sind, mein herzlicher Glückwunsch.
Vor allem wünsche ich jedoch meiner Schule, den guten Geist, der dort immer
geherrscht hat, weiterhin zu bewahren und aus der Zufallsgemeinschaft Schule wie
auch bisher bereits immer wieder eine wirkliche Schulgemeinschaft
zusammenwachsen zu lassen. In diesem Sinne alles Gute.

 
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