Grußwort Bürgermeister Karl Heinz Simon
zum Jubiläum 60 Jahre Sängerkreis Zell
am 08. Mai 2009 in der Sporthalle Blankenrath
Ich darf mich bei Ihnen, ganz herzlich für Ihre Einladung bedanken. Ich bin sehr gerne gekommen und möchte dem Sängerkreis Zell im Namen aller Bürger der Verbandsgemeinde Zell ganz herzlich zum 60 - jährigen Bestehen gratulieren.
60 Jahre Sängerkreis Zell – das ist ein gutes, ein respektables Jubiläum. Und es ist ein gutes Zeichen – bei aller problematischen Entwicklung was Altersstruktur und Mitgliederzahl in den Chören angeht! Und es ist auch, meine Damen und Herren, ein wirklicher Grund zum Feiern.
Und weil ich Ihr Engagement im Sängerkreis und seinen Mitgliedschören zu schätzen weiß, lassen Sie mich zu Beginn ganz deutlich an dieser Stelle sagen: Der Sängerkreis Zell mit seinen Mitgliedschören hat seither, also seit 1949, als regionaler Dachverband der Chöre im Raum Zell – Traben-Trarbach das kulturelle Leben unserer Region bereichert. Und wie persönlich finde: Wesentlich - und auch entscheidend bereichert!
Unsere Chöre – und da spreche ich sicherlich für alle meine Bürgermeister-Kollegen in den Ortsgemeinden - nehmen einen wichtigen Platz im kulturellen Leben unserer Gemeinden ein. Ohne unsere Chöre wären die vielfältigsten Veranstaltungen in den Gemeinden, sei es das Weinfest oder die Kirmes, die Jubiläen der anderen Vereine, unsere Seniorentage, aber auch die offiziellen Anlässe unserer Kommunen einfach farblos. Ich will nicht sagen trostlos, aber es würde etwas Wichtiges fehlen.
Die frohe Stimmung im Festzelt oder im Saal kommt ohne Chorgesang nicht so richtig auf und wenn ich an die Gedenkveranstaltung an Volkstrauertag denke, dann fehlt mir ohne Chorgesang auch der passende würdevolle Rahmen. Unsere Chöre sind daher auch die kulturellen Visitenkarten unserer Gemeinden. Deshalb – und nicht nur deshalb brauchen wir auch in Zukunft unsere Chöre.
Deutschland hat ja weltweit einen Ruf als Musiknation. Bach oder Beethoven, und viele andere Namen stehen dafür. Studenten aus aller Welt strömen an unsere Musikhochschulen und zahlreiche Musikliebhaber besuchen unsere Konzerte und Festivals. Doch Musik spielt sich nicht nur auf den großen Bühnen ab. Gerade unsere Chöre sind die wichtigsten Konzertveranstalter. Hier wird unser Liedgut gepflegt und die Musik als Kulturgut erlebbar gemacht.
Die aktiven Sängerinnen und Sänger erbringen damit einen wesentlichen Beitrag für ein lebendiges, kulturelles und auch künstlerisches Gemeinwesen. Musik ist ja manchmal wie darstellende Kunst, Man muss sie – als Laie wie ich – auch nicht immer verstehen. „Man braucht sie nur zu genießen“, hat der amerikanischen Dirigent Leopold Stokowski einmal gesagt.
Und ein Genuss ist es allemal, wenn unsere Chöre auftreten. Das kann ich Ihnen, liebe Sängerinnen und Sänger, zu 100 Prozent bestätigen. Gott sei Dank gibt es bei uns in der Region noch eine stattliche Anzahl von Menschen, - und das wird heute bei einem Blick in die Halle deutlich - die den Chorgesang pflegen und uns Zuhörern diesen Genuss bereiten.
Dennoch leiden viele Chöre im Allgemeinen und auch bei uns an dem vielfach festzustellenden Rückzug der jüngeren Generation aus dem Vereinsleben. Dies soll und darf man auch bei einem Jubiläum wie heute nicht verschweigen. Ich habe mir den Presseartikel über das 50-jährige Jubiläum des Sängerkreises 1999 angeschaut und die Mitgliederzahlen mit den heutigen Zahlen verglichen. Wir stellen eine schwierige Entwicklung für unsere Chöre fest.
Dennoch und deshalb erst recht wünsche ich dem Sängerkreis und seinen Mitgliedschören eine gute Zukunft. Heute, in einer schnelllebigen Zeit voller Hektik und Stress im Berufsleben ist ein Verein schließlich auch so etwas wie eine Anlaufstelle der Harmonie, ein ruhender Pool, eine Gelegenheit sich einzubringen und mit Gleichgesinnten zu treffen.Dies sind wichtige Eigenschaften.
Das gemeinschaftliche Singen im Chor ist für mich aber auch altersgruppenübergreifend ein wichtiges Gemeinschaftserlebnis der Generationen. Diese Gemeinschaftserlebnisse stiften Identität und sorgen für Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, in unseren Dörfern.
Daher möchte ich heute an die Familien und auch unsere Kindergärten und Schulen den Appell richten, den Gesang wieder mehr zum Bestandteil des Alltags zu machen. In den Schulen bieten sicherlich die Ganztangsschulen gute Möglichkeiten hierzu und bereits in den Kindergärten sollte begonnen werden. Das Projekt FELIX wird sehr gut angenommen und in unserem Kindergarten in Mittelstrimmig betreiben wir seit dem vergangenen Jahr in Kooperation mit der Kreismusikschule eine sog. Musi-Kita; seit letzten Sommer in Ergänzung auch mit der Grundschule.
Bei der heutigen Veranstaltung wünsche ich allen schöne gemeinsame Stunden und dem Sängerkreis Zell und allen Mitgliedschören eine gute Zukunft mit vielen neuen Mitgliedern.
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