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Grußwort Bürgermeister Karl Heinz Simon
Anlässlich Eröffnung des Clubs nach Ausbau und Erweiterung
Am 01.10.2000
Der heutige Tag ist für den Jugendclub Pünderich, ein besonderer Tag. Nach rund einjähriger Bauzeit werden die von den Jugendlichen in Eigenleistung ausgebauten zusätzlichen Räume im Dachgeschoss des Pfarrheimes jetzt ihrer Bestimmung übergeben. Dies ist zu Recht ein Anlass, um zu feiern und dabei all denen Danke zu sagen, die durch ihr Engagement und ihre tatkräftige Mitarbeit diese Erweiterung der Jugendräume ermöglicht haben.
Wer möchte es mir verdenken, dass ich persönlich sehr froh darüber und auch stolz darauf bin, mit dem Jugendclub einen wichtigen Ort der Begegnung für Jugendliche und junge Erwachsene in Pünderich zu besitzen.
Wer gerade die Schnelllebigkeit in der Jugendszene kennt, der wird sich aber ganz besonders freuen, dass es in Pünderich schon seit 24 Jahren diesen gut funktionierenden Jugendclub gibt. In dieser Zeit wurden mit zahlreichen abwechslungsreichen Veranstaltungen wertvolle Bausteine im sozialen und kulturellen Leben der Gemeinde Pünderich gesetzt und eine sehr wichtige Jugendarbeit betrieben.
Die Veranstaltungen waren naturgemäß im wesentlichen für die Jugendlichen gedacht, doch viele dieser Termine waren altersübergreifend für viele Interessierte. Auf die Veranstaltungen und die Geschichte des Jugendclubs möchte ich nachher noch im Einzelnen eingehen.
Neben den zahlreichen Veranstaltungen hat auch die Begegnungsmöglichkeit in den Jugendräumen eine wichtige Sozialisierungsfunktion. Ich denke, es lässt sich heute unbestritten festhalten, dass der Jugendclub aus dem Gemeinschaftsleben in Pünderich nicht mehr wegzudenken ist und seinen festen Platz in der Gemeinde besitzt.
Meine Sehr verehrten Damen und Herren, das große Engagement, mit dem die Jugendlichen jetzt den Umbau und die Erweiterung ihrer Räumlichkeiten vorgenommen haben, zeigt aber auch, wie verbunden die Jugendlichen mit ihrem Club sind.
Der Jugendclub verwaltet sich seit jeher selbst, was mit sich bringt, dass auch fast jährlich ein großer Teil des Vorstandes und der verantwortlichen Personen wechselt. Dennoch war und ist eine gewisse Kontinuität in der Arbeit des Jugendclubs gegeben. Die durchgehende Präsenz und die Aktivität des Jugendclubs über mehr als zwei Jahrzehnte weist darauf hin, dass es heutzutage sehr wohl zahlreiche Jugendliche gibt, welche bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren und auch Verantwortung zu übernehmen.
Die Übernahme dieser Verantwortung ist nicht immer leicht, wenn man die vielfältigen Probleme sieht, mit denen die Jugendlichen und damit der Jugendclub konfrontiert werden können. Die Arbeit des Jugendclubs soll jedoch auch dazu beitragen, dass insbesondere jugendspezifische Probleme besser aufgefangen werden oder erst gar nicht auftreten können. Diesem Auftrag wird der Jugendclub Pünderich sicherlich auch in besonderer Weise gerecht.
Mein heutiger Dank gilt deshalb neben allen an der Umbaumaßnahme beteiligten Helfern insbesondere den derzeitigen und ehemaligen Vorstandsmitgliedern des Jugendclubs für ihren unermüdlichen und ideenreichen, ehrenamtlichen Einsatz. Jüngere Jugendliche, also den Nachwuchs, darf ich dazu ermuntern, im Jugendclub aktiv mitzumachen, mitzufeiern, mitzuarbeiten und die Angebote mitzugestalten. Ich bin überzeugt, und dies hat die Praxis in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass es dem Jugendclub Pünderich auch in Zukunft an Mitgliedern nicht fehlen wird. Die Verantwortlichen haben es immer wieder verstanden, die Angebote des Clubs so zu strukturieren, dass sie den aktuellen Interessenlagen der Jugend gerecht wurden.
Die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrem Jugendclub einerseits und die Bestätigung, dass der Jugendclub die Interessenlage der Jugendlichen immer wieder trifft, zeigt sich auch bereits darin, dass bei rund 990 Einwohnern in Pünderich der Verein über 330 Mitglieder aufweisen kann.
Ich wünsche dem Jugendclub mit der Inbetriebnahme der neuen Räumlichkeiten, dass er mit der verbesserten Raumstruktur noch besser als in der Vergangenheit auf die Interessenlagen der Jugendlichen eingehen und für diese eine attraktive und sinnvolle Freizeitgestaltung aufbauen kann.
In diesem Sinne wünsche ich dem Jugendclub Pünderich für die Zukunft alles Gute.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
der Vorsitzende des Jugendclubs Pünderich, Herrn Daniel Dahm, hat mich gebeten, heute aus Anlass der Einweihung der neuen Räume des Jugendclubs auch einige Worte über die Geschichte des Jugendclubs Pünderich zu sagen. Ich komme dieser Bitte sehr gerne nach, da ich persönlich die Gelegenheit hatte, fast 20 Jahre der Vereinsgeschichte an entscheidender Stelle mitzugestalten.
Ich möchte daher auf diesem Wege Ihnen, verehrte Gäste, einige wichtige Meilensteine in der Geschichte des Jugendclubs Pünderich in Erinnerung rufen. Am 16. April 1976 wurde der Jugendclub Pünderich hier im Pfarrheim gegründet. Bereits zu der Gründungsversammlung waren 65 Jugendliche erschienen.
Ziel des Jugendclubs war es, einen Treffpunkt für Jugendliche zu errichten und Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung zu schaffen. Der Gründung vorausgegangen war die von dem damaligen Pfarrer Klaus Zwirtes an mich herangetragene Bitte, dass sich auch einige "Ältere" den 12- bis 14jährigen Jugendlichen annehmen mögen, welche damals einen Raum im Pfarrhaus als ihre "Bude" in Beschlag genommen hatten.
Bei Gründung standen nur die beiden kleinen, wenige Quadratmeter großen, Räume im Pfarrheim zur Verfügung. Die große Anzahl der Jugendlichen bei der Gründung machte jedoch bereits sofort deutlich, dass diese ersten Räume nicht ausreichen würden. Sehr kurzfristig stellte daraufhin die Pfarrei auch den größeren Nebenraum im Erdgeschoss, die ehemalige Scheune, zur Verfügung. In Eigenleistung wurden dann diese Räume für rund 8000 DM ausgebaut. Die Gemeinde Pünderich steuerte dabei 1.200,00 DM hinzu.
Finanziert wurde dieser erste Ausbau der Räume durch erste Veranstaltungen und durch Mitgliedsbeiträge der Jugendlichen, welche damals von 2,00 DM bis 6,00 DM im Monat gestaffelt waren, je nach Alter. Noch im gleichen Jahr stieg die Mitgliederzahl auf 100 Jugendliche an.
1977 begann der Jugendclub Pünderich mit ersten Filmvorführungen, gründete eine Tanzgruppe und richtete im Sommer das erste Jugendfest mit einem Rock-Konzert am Moselufer aus. Ende des Jahres 1977 überschritt die Mitgliederzahl bereits die Zahl 200.
Dieser Weg setzte sich in den folgenden Jahren konsequent fort, wobei jedoch auch Rückschläge nicht ausblieben. 1982 begann dann der Umbau der bisherigen Jugendräume mit dem zusätzlichen Ausbau der Toilettenanlage im Hauptgebäude. Mit einem Finanzvolumen von rund 55.000,00 DM an Materialkosten wurde die Maßnahme ausschließlich in Eigenleistung durchgeführt. Diese Materialkosten wurden mit insgesamt 13.000,00 DM durch die Gemeinde Pünderich und den Landkreis Cochem-Zell bezuschusst. Die fehlenden 42.000,00 DM wurden durch die angesparten Erträge der vorangegangenen Feste sowie Mitgliedsbeiträge aufgebracht. Diese Baumaßnahme wurde im Sommer 1984 fertiggestellt.
In das Jahr 1984 fällt auch die erste wirkliche Großveranstaltung des Jugendclubs Pünderich. Ein Jahr zuvor hatte der JCP in Pünderich und Umgebung über 2.000 Unterschriften gesammelt, um die damals führende deutsche Rockgruppe BAP zu einem Auftritt in Pünderich zu bewegen. Diese Unterschriftenaktion hatte Erfolg und am 01. März 1984 begann der Kartenvorverkauf für das Konzert in der Sporthalle Zell-Kaimt. Innerhalb einer Stunde waren an diesem Tag alle 3.200 Eintrittskarten verkauft. Dieses Ergebnis und das Ende Juni 1984 stattgefundene Konzert waren sicherlich einer der Höhepunkte in der bisherigen Vereinsgeschichte.
Wenn man in den Annalen des Jugendclubs Pünderich blättert, muss gerade das Jahr 1984 als eines der großen Jahre des Vereines bezeichnet werden. Neben dem BAP-Konzert, der Wiedereröffnung der Jugendräume nach dem Umbau und einem dreitägigen Jugendfest am Moselufer wurden in diesem Jahr insgesamt 78 Veranstaltungen durchgeführt, darunter 19 Filmvorführungen mit insgesamt rund 1.500 Besuchern. Aufgrund der Vielzahl an Besuchern bei diesen Filmvorführungen mussten diese in der Turnhalle durchgeführt werden.
1985 gab es dann den ersten großen Führungswechsel an der Spitze des Jugendclubs Pünderich, als ich den Vorsitz des JCP in jüngere Hände abgab und an anderer Stelle im Vorstand Verantwortung übernahm.
In den kommenden Jahren war die Geschichte des Jugendclubs Pünderich von einer Reihe weiterer kleiner und größerer Veranstaltungen geprägt. Ein zweites Konzert mit der Gruppe BAP mit 3.500 Besuchern, das Klaus Lage-Konzert mit 2.500 Besuchern oder eine 10tägige Fahrt in die damalige DDR prägten das Clubgeschehen.
Daneben wurden Veranstaltungen mit dem Südwestfunk durchgeführt oder eine Initiative "Rock gegen Rechts" gestartet. Auch der rheinland-pfälzische Jugendminister Galle stattete dem Jugendclub Pünderich 1994 einen Besuch ab.
Im Jahr 1995 nahm der Jugendclub im Pfarrheim weitere Investitionen vor, in dem eine Heizung eingebaut wurde und die Außenanlagen gepflastert wurden. Die Kosten von über 10.000,00 DM wurden ebenfalls selbst finanziert. Im gleichen Jahr wurden auch die Kindertanzgruppen des Jugendclubs Pünderich gegründet.
Anlässlich des 20jährigen Bestehens im Jahr 1996 organisierten die Jugendlichen eine dreitägige Jubiläumsveranstaltung. Höhepunkt dieser Veranstaltung war das Konzert mit der Gruppe "Fools Garden", welches von rund 3.000 Jugendlichen besucht wurde.
Auch die anstehende Sanierung der Toilettenanlage mit Kosten von rund 20.000,00 DM wurde dann vom Jugendclub Pünderich vorgenommen und größtenteils selbst finanziert. Mit der jetzt abgeschlossenen erneuten Investition ist der Jugendclub Pünderich in der Lage, sein Angebot an die Jugendlichen nochmals wesentlich zu erweitern.
Neben der Tatsache, dass der Jugendclub Pünderich nicht nur die an den Räumen notwendigen Investitionen zu dem weit überwiegenden Teil immer wieder selbst finanziert hat, was bezüglich der laufenden Kosten der Räume für Heizung, Strom, Wasser, Versicherung etc. sogar ausschließlich gilt, möchte ich an dieser Stelle auch herausheben, dass der Jugendclub Pünderich in den 24 Jahren seines Bestehens über 10.000,00 DM zu Gunsten von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche gespendet hat.
Dies gilt sowohl für Spenden an Kindergärten und Sonderkindergärten, für die Aktion Sorgenkind, oder auch alleine 2.500,00 DM für Knochenmarksuntersuchungen zugunsten eines leukämiekranken Jugendlichen. Mit dieser Gesamtsumme von über 10.000,00 DM haben die Verantwortlichen des Jugendclubs Pünderich auch bewiesen, dass Jugendliche sich heutzutage sehr wohl für wichtige Ziele zu engagieren wissen und nicht nur an sich selbst denken.
Sicherlich ist die Einrichtung eines Jugendtreffs wie hier in Pünderich oder sonst wo nicht immer problemlos. Dies soll auch nicht verschwiegen werden und an diesen Problemen muss immer gearbeitet werden..
Ich kann dem Jugendclub Pünderich aber insgesamt nur bescheinigen, dass hier über Jahrzehnte eine sehr positive Arbeit für die Jugendlichen, aber auch insgesamt für die Gesellschaft geleistet wurde. Ich darf Sie Alle ermuntern, auf diesem Wege weiterzugehen.
Da es bei neuen Räumen sicherlich auch noch Wünsche zur Ausstattung gibt, habe ich seitens der Verbandsgemeinde Zell ein kleines Präsent mitgebracht, welches ich dem Vorsitzenden für diesen Zweck übergeben darf.
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