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Grußwort Bürgermeister Karl Heinz Simon
Anlässlich Jubiläumsfeier 25 Jahre Jugendclub Pünderich
Am 24. 06. 2001
Es ist mir heute eine besonders große Freude, als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell hier anlässlich des 25jährigen Bestehens des Jugendclubs Pünderich die Glückwün-sche von Rat und Bevölkerung der Verbandsgemeinde Zell überbringen zu dürfen. Be-sonders darf ich natürlich auch in eigenem Namen gratulieren, da ich mich auch weiterhin persönlich sehr mit dem Jugendclub Pünderich verbunden fühle.
Wenn ein Verein sich über 25 Jahre lang ehrenamtlich engagiert, dann ist dies sicherlich – und dabei denke ich an viele Vereine, welche schon auf 100 Jahre und mehr zurückbli-cken können – vom Grunde her kein allzu herausragendes Ereignis.
Wenn diese 25 Jahre jedoch bei einer Jugendgruppe oder hier bei einem Jugendclub an-zutreffen sind, dann ist dies doch ein gebührender Anlass zum Feiern, kommt dieser An-lass doch in diesem Bereich ehrenamtlicher Vereinsarbeit nicht so oft vor und gibt es die Jugendclubbewegung in unserer Region auch erst seit Mitte der 70er Jahre. Auf diese 25 Jahre Jugendarbeit kann daher auch der Jugendclub Pünderich sehr stolz sein.
Als Mitte der 70er Jahre nicht nur hier in Pünderich die ersten Jugendclubs entstanden, war dies aus der Sicht anderer Vereine, aus der Sicht der Kommunen, und auch aus der Sicht der klassischen Jugendorganisationen ein Phänomen, vielleicht auch in der allge-meinen Auffassung damals eine reine Modeerscheinung, der man eine begrenzte Lebens-zeit beimaß.
Dementsprechend war die öffentliche Unterstützung dieser neuen Form der offenen Ju-gendarbeit gegenüber sehr begrenzt. Dies bezog sich auf finanzielle, aber auch auf ideelle Unterstützung. Eine zeitlang sah es so aus, als ob die Anfangsbefürchtungen sich be-wahrheiten würden. Nur kurze Zeit nach der Gründung haben die Jugendclubs in der Nachbarschaft ihre Arbeit eingestellt und die Räume wieder geschlossen. Nicht so hier in Pünderich.
Während in Zell mittlerweile bereits der dritte Jugendclub in den dritten Räumen existiert, kann der Jugendclub Pünderich in diesem Jahre bereits auf 25 Jahre ununterbrochener Kontinuität zurückblicken.
25 Jahre ununterbrochene Jugendarbeit sind, wenn man die Jugendclubszene betrachtet, eine lange Zeit. Eine lange Zeit, auf welche die heute Verantwortlichen nach meiner Auf-fassung zu Recht mit Stolz zurückschauen können.
Es gibt jedoch noch weitere Gründe, dieses Vereinsjubiläum mit Stolz zu feiern:
1. Mit heute über 300 Mitgliedern hat es der Jugendclub Pünderich geschafft, hier in der Gemeinde Pünderich sich fest zu verankern. J
Jugendclub in Pünderich, dies bedeutet nicht eine Nische, in der wenige Jugendliche sich abseits von der Dorfgemeinschaft zusammenfinden, sondern eine Einbindung in die Gemeinschaft. Ab 14 Jahre ist man Mitglied des Jugendclubs und bleibt es auch. Ich denke, auf diese Verankerung kann man zu Recht stolz sein.
2. Dies gilt jedoch genauso für das Engagement, mit dem die Mitglieder des Jugendclubs Pünderich sich über 2 ½ Jahrzehnte aktiv im Gesellschaftsleben der Gemeinde ein-bringen.
Die Veranstaltungen des Jugendclubs, seien es kleinere oder größere, haben sich im-mer einer besonderen Beliebtheit erfreut. Dabei ist besonders herauszuheben, dass die jeweils Verantwortlichen auch immer besonderen Mut und Kreativität bei der Pla-nung und Programmgestaltung gezeigt haben.
3. Besonders hervorzuheben ist - und dafür möchte ich auch meinen Dank aussprechen - die Tatsache, dass der Jugendclub Pünderich die mit den unzähligen Veranstaltungen erwirtschafteten Gelder sowie die Mitgliedsbeiträge nicht nur für eigene Zwecke einge-setzt hat, hier immer auch an andere, insbesondere an benachteiligte Jugendliche ge-dacht hat.
Ich habe einmal nachgerechnet, dass in den vergangenen 25 Jahren der Jugendclub Pünderich über 15.000,00 DM gespendet hat. Es waren dies Beträge für den örtlichen
Kindergarten sowie einen überörtlichen Sonderkindergarten, für Jugendtore auf dem Bolzplatz in Pünderich, für Knochenmarksuntersuchungen leukämiekranker Kinder und viele, viele andere Aktionen.
Dies macht deutlich, dass Jugendliche, entgegen einer oft geäußerten Meinung, nicht nur an eigene Vorteile denken, nicht ausschließlich in der Fun- und Spaßgesellschaft verankert sind, sondern sich auch – und dies nicht nur am Rande – für andere Men-schen einsetzen.
4. Hervorheben möchte ich noch einen vierten Punkt.
Der Jugendclub Pünderich unterscheidet sich von allen anderen Jugendclubs in der Verbandsgemeinde Zell, in dem er wie kein anderer auf eigenen Füßen steht. Diese Selbständigkeit äußert sich zum einen an der Tatsache, dass die Räumlichkeiten nicht durch die öffentliche Hand zur Verfügung gestellt und ausgebaut wurden, zum anderen daran, dass auch laufende Kosten, wie Gebäudeunterhaltung, Heizung, Strom, Wasser etc., selbst getragen werden. Diese eigenständige Finanzierung brachte Selbständig-keit und Eigenverantwortung. Diese Eigenverantwortung ist eine der tragenden Säulen des Jugendclubs Pünderich.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich möchte nicht zu lange reden, obwohl ich bei diesem Thema „quasi überschäume“ und die Gefahr besteht, kein Ende zu finden. Festhalten möchte ich jedoch, dass der Jugend-club Pünderich in den Gemeinden der Verbandsgemeinde Zell als Vorzeige-Jugendclub angesehen wird und bei allen Problemen, die man nicht übersehen, über die man heute anlässlich dieser Jubiläumsveranstaltung jedoch sicherlich schweigen darf, die Gemeinde Pünderich um diesen Jugendclub beneidet wird.
Ich freue mich daher, und sage dies ausdrücklich auch in meiner heutigen Funktion, dass es einen Verein wie diesen Jugendclub hier bei uns in der Verbandsgemeinde Zell gibt. Einen Jugendclub, in dem sich auch nach 25 Jahren die Verantwortlichen zu den Werten wie Selbständigkeit und Eigenverantwortung sowie Unterstützung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen bekennen und diese auch heute unterstützen.
Lassen Sie mich bitte an dieser Stelle noch einige allgemeine Worte zur Jugendarbeit sa-gen. Bei der Jugendarbeit geht es nicht nur um eine sinnvolle Freizeitgestaltung für junge Menschen.
Jugendarbeit ist aus meiner Sicht eine Investition in die Zukunft, wie sie besser nicht sein kann. Die heutigen Jugendlichen sind in fünfzehn / zwanzig Jahren die Erwachsenenge-sellschaft. Sie entscheiden dann über Renten und Pflegeversicherung, über Steuerpolitik und unsere Infrastruktur. Sie entscheiden dann auch darüber, wie die Lebensqualität der heute 40- bis 60-Jährigen aussieht!
In der Jugendarbeit geht es daher nicht darum, einer gesellschaftlichen Teilgruppe etwas anzubieten. Jugendpolitik heißt schlicht und einfach, die Art und Weise des Stabwechsels, die Übergabe der Gesamtverantwortung für unsere Gesellschaft in der Zukunft zu organi-sieren.
Es geht darum, wie die heute Verantwortung tragenden die morgen Verantwortlichen auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Ziel der Jugendarbeit muss es daher sein, die Jugend für eine gesellschaftliche Mitverantwortung zu gewinnen, hin zu einer aktiven, in die Gesellschaft eingebundenen Jugend!
Jugendliche müssen das Recht und die Möglichkeit haben, sich einzumischen. Diese Ein-bindung in die Gesellschaft hin zur Mitverantwortung und Mitgestaltung, das ist eines der Ziele, wofür auch ein Jugendclub wie hier in Pünderich sich engagiert.
All denen, welche sich bislang in 25 Jahren im JCP eingesetzt haben, gilt heute anlässlich dieser Jubiläumsfeier mein persönlicher Dank. Ich wünsche dem Jugendclub Pünderich, dass es immer wieder genügend Jugendliche in seinen Reihen geben wird, welche diese Arbeit fortführen und bin gleichzeitig überzeugt, dass dies auch so sein wird.
In diesem Sinne alles Gute Jugendclub Pünderich!
Anrede,
Wenn man zu einem Jubiläum kommt, dann sollte man dies nicht mit leeren Händen tun.
Dies möchte ich auch heute nicht. Dem Vorsitzenden des Jugendclubs Pünderich habe ich daher – wie sagt man so schön: „Einen kleinen Umschlag mit Inhalt“ – mitgebracht.
Ich möchte die Gelegenheit heute jedoch auch nutzen, und damit ein persönliches Wort sagen, mich bei allen zu bedanken, welche mich im Jugendclub Pünderich in meinen Jah-ren im Vorstand tatkräftig unterstützt und begleitet haben.
Vieles, wenn nicht alles, was in der Zeit meiner Verantwortung für die Jugendclub Pünde-rich aufgebaut und geleistet wurde, wäre nicht möglich gewesen, ohne die Unterstützung durch viele, viele fleißige Hände.
Dafür auch heute nochmals meinen herzlichen Dank.
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