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Grußwort Bürgermeister Karl Heinz Simon zur Eröffnung des neuen Prinzenkopf-Aussichtsturms
11.07.2009
Ich darf Sie Alle, verehrte Gäste – auch diejenigen, welche ich namentlich mangels Zeit nicht einzeln erwähnen kann - auch im Namen der Dame und Herren Ortsbürgermeister der am Projekt „Wiederaufbau des Prinzenkopf-Aussichtsturmes“ beteiligten Gemeinden Alf, Briedel, Bullay, Burg, Pünderich, Reil, St. Aldegund und der Stadt Zell, hier zur offiziellen Einweihung des Aussichtsturmes herzlich begrüßen und willkommen heißen.
Endlich ist es soweit! Nach mehrmonatiger Bautätigkeit wird der Prinzenkopf-Aussichtsturm als ein im wahrsten Sinne des Wortes „Highlight“ unserer Kulturlandschaft MOSEL heute offiziell seiner Bestimmung übergeben und gewährt nun seinen Besuchern einen atemberaubenden und unvergesslichen Rundum-Blick.
Bereits 1818, das Rheinland war durch den Wiener Kongress eben preußisch geworden, wanderte Kronprinz Friedrich-Wilhelm gemeinsam mit Landrat Moritz zu dem Felskopf hier bei Pünderich. Da ihm die Aussicht dort gefiel, kam er mehrmals wieder und der Aussichtspunkt wurde später nach ihm benannt. In den 1880er Jahren wurde dann der erste Aussichtsturm an dieser Stelle, - eine Holzkonstruktion -, durch den Eifelverein errichtet. Ich freue mich daher, dass auch der Vorsitzende des Eifelvereines, Herr Dr. Hans Klein aus Stolberg, heute mit zu Gast ist. Herzlich willkommen.
Dem Turm war jedoch keine allzu große Langlebigkeit beschieden und so wurde dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Aussichtsturm aus Stein gebaut, der auch für die zahlreichen Wanderer bewirtschaftet wurde. Im letzten Krieg diente der Turm dann den anfliegenden Bomberverbänden als Richtpunkt für die Bombardierung der Bullayer Eisenbahnbrücke, wurde stark beschädigt und dann gesprengt und dem Erdboden gleichgemacht.
Erst Anfang der 80er Jahre kam es nach vielfältigen Schwierigkeiten bei der Finanzierung zu einem Neubau aus Holz. Aber beim Werkstoff Holz nagte der Zahn der Zeit sehr schnell an der Konstruktion und seit 2004 war der alte „Turm“ nicht mehr begehbar. Dies war ein herber Verlust für die bemerkenswerte Aussicht auf die Mosellandschaft, erst recht, da dies fast zeitgleich mit der Eröffnung des Themenwanderweges Kanonenbahn zusammenfiel. Für diesen Themenweg „Kanonenbahn“ stellt dieser Aussichtsturm einen unverzichtbaren Bestandteil dar, da die vorhandenen Eisenbahnbauwerke, auf die sich der Erlebniswanderweg thematisch stützt, von diesem Turm aus betrachtet wie eine Modelleisenbahn-Landschaft erscheinen.
Über eines bestand bei allen Verantwortung tragenden Menschen in der Region sofort Einigkeit: Ein neuer Turm muss her!
Wie soll der Turm ausschauen? war dann die erste Frage. Und wie soll der Neubau finanziert werden – vor Allem: wer soll den Turm bezahlen? die zweite!
Zur Frage der Gestaltung wurde vom zwischenzeitlich gegründeten Förderverein Freunde Prinzenkopf und Kanonenbahn ein Ideenwettbewerb an der Fachhochschule in Koblenz angeregt.Das Ergebnis war beeindruckend. 10 unterschiedliche Entwürfe wurden von den Studenten präsentiert, die in Ihrer Gestaltung an die Doppelstockbrücke in Bullay oder an das Eisenbahnviadukt in Pünderich erinnerten und Bauwerke aus Stein oder Stahl oder einer Kombination aus beiden Materialien vorsahen. Bürgermeistern und Förderverein wählte denjenigen Entwurf aus, der dann als Grundlage für die später realisierte Planung diente.Die teilnehmenden Studenten, unter Ihnen auch die Verfasser des ausgewählten Entwurfs, sind teilweise heute hier anwesend, auch der begleitende Professor Dr. Rolf Zeitler. Ihnen Allen möchte ich für die Unterstützung, auch für die Begeisterung, mit der Sie an das Projekt herangegangen sind, sehr herzlich danken.Mein Dank gilt auch dem Ingenieurbüro Saxler und dem damit beauftragten Bauleiter, Herr Thorsten Scheid, für die gute, ja hervorragende Zusammenarbeit beim Projekt.
Äußerst schwierig gestaltete sich trotz der großen Einigkeit in der kommunalen Familie die Frage der Finanzierung. Dank der bei verschiedenen Projekten in den letzten Jahren bewährten interkommunalen Zusammenarbeit der umliegenden Moselgemeinden waren die Gemeinden Alf, Pünderich, Reil, Briedel, Bullay und die Stadt Zell sofort im Boot – oder ich sage besser: am Turm – und auch die Gemeinden St. Aldegund und Burg schlossen sich an.Erste Bestrebungen einer überörtlichen Mitfinanzierung blieben jedoch leider erfolglos.
Ein glücklicher Umstand ist jedoch, dass unser Ministerpräsident die Mosellandschaft schätzt und auch sehr gerne seinen Urlaub hier verbringt. Bei einer gemeinsamen Fahrradtour konnte ich ihn im August 2005 in Pünderich auf die touristische Bedeutung des Aussichtsturmes für die Region und die problematische Finanzierungsfrage ansprechen. Spontan sagte er eine wohlwollende Prüfung meines Anliegens zu. Das Ergebnis ist bekannt: Das Land Rheinland-Pfalz gewährte aufgrund der historischen und touristischen Bedeutung des Prinzenkopfs einen Zuschuss von 100.000,- €. Damit war der finanzielle Grundstein gelegt.
Auch die Verbandsgemeinde Zell beteiligt sich wegen der überörtlichen Bedeutung mit 30.000 Euro.Es begann nun ein Klinkenputzen nach weiteren Finanzierungsquellen: Unternehmen der Region wurden angesprochen, die Raiffeisenbank Zeller Land betätigte sich als Hauptsponsor mit einem Betrag in Höhe von 20.000,-€, weitere Unternehmen folgten und bei jedem Gespräch, das ich führte, traf ich auf offene Ohren.Aber noch immer stand die Finanzierung nicht – klaffte eine große Finanzlücke!
Peter Friesenhahn aus Pünderich organisierte dann im Frühjahr 2008 mit Unterstützung von weiteren Mitwirkenden aus den „turmliegenden“ Gemeinden (so sagt man zwischenzeitlich) in der ausverkauften Zeller Schwarze-Katz-Halle einen unterhaltsamen Benefizabend mit Beiträgen rund um den Turm. An diesem Abend wurde Jedem der Anwesenden deutlich, dass der Wiederaufbau des Prinzenkopfturms von den Menschen im Zeller Hamm mit Herzblut voll unterstützt wird. Der Abend war die Initialzündung!
Die großartige Idee, die zur Aussichtsplattform hinauf führen Treppenstufen, symbolisch zum Preis von 250 € zu verkaufen, wurde mit Begeisterung angenommen. Es begann ein wahrer Run auf die Stufen und das jede Woche veröffentlichte Spendenbarometer ließ den Turm schnell wachsen.Über 130 Treppenstufen wurden zwischenzeitlich an Familien, Freundeskreise, Vereine, Firmen, politische Gruppierungen, aber auch an Gäste usw. verkauft. Damit konnte die finanzielle Lücke endlich geschlossen und der Bau des Prinzenkopfturms in Angriff genommen werden.I
m Herbst 2008 wurde mit dem Abriss des alten Turms begonnen. Herzlichen Dank übrigens in diesem Zusammenhang an die freiwilligen Helfer vom Ortsverband Zell des Technischen Hilfswerkes für diese Arbeit.Anfang 2009 war es dann endlich soweit. Der neue Turm wurde aufgestellt: Die Stahlkonstruktion wurde montiert, es folgten die Zimmer- und Dachdeckarbeiten für das Turmdach. Auch diese Arbeiten, das möchte ich erwähnen, wurden unentgeltlich von den örtlichen Dachdeckerbetrieben Josef Esser aus Alf, Albert Schmitz aus Briedel und vom Malerbetrieb David aus Bullay durchgeführt.
Darüber hinaus konnten noch zusätzlich technische und optische Verbesserungen am Turm vorgenommen werden. So wurde eine farbliche Beschichtung der Stahlteile noch zusätzlich aufgetragen, die die Lebensdauer des Turms verbessert. Zudem erhielt der Turm eine Verblendung des Betonsockels aus heimischem Bruchstein.Mit seiner ansprechenden Gestaltung lädt der neue Turm uns zum Genießen der atemberaubenden Aussicht auf die Weinkulturlandschaft Mosel ein.
Ich möchte namens der am Projekt beteiligten Gemeinden und all meiner Bürgermeisterkollegen heute allen danken, die an der Planung und Durchführung dieses Projekts in irgendeiner Form beteiligt waren. Diese Zusammenarbeit der acht Gemeinden aus zwei Landkreisen und drei Verbandsgemeinden war einfach vorbildlich. Es wird oft vom Kirchturmblick in der der Lokalpolitik gesprochen – Peter Friesenhahn formulierte beim Benefizkonzert zu Recht „Das Kirchturmdenken wird abgeschafft – jetzt fängt das Turmdenken an! Eine große Einigkeit beim gemeinsamen Ziel war ständig spürbar.
Beeindruckend war aber auch, wie viele kleine und größere Unternehmen, Zimmervermieter, Weinbaubetriebe, usw. sich mit Spenden und Eigenleistungen eingebracht haben, aber auch wie viele Privatpersonen die Finanzierung mit ihren Spenden unterstützt und begleitet haben. Würde ich die Unterstützer dieses Projektes alle namentlich erwähnen, würde es darüber dunkel werden. Vieles können Sie auch der Festschrift entnehmen, welche der Förderverein für den heutigen Tag erstellt hat. Ich sage einfach nur DANKE an SIE alle!!!
Bedanken möchte ich mich aber auch insbesondere bei meinen Mitarbeitern, Frau Heike Müller und Herrn Jürgen Grünewald, die dieses Projekt begleitet und vorangetrieben, jeden Stein, der im Weg lag mit großem Engagement aus dem Weg geräumt haben und Beide einen großen Anteil am den Gelingen tragen. Herzlichen Dank Ihnen Beiden.
Ich kann heute nur feststellen: Der Aufwand an Zeit, Geld und Elan, der dafür erforderlich war, hat sich mehr als gelohnt! Wir haben gemeinsam – Sie Alle, die Sie heute hier anwesend sind - ein historisch bedeutsames, gleichzeitig auch modernes und der heutigen Zeit entsprechendes neues Aushängeschild für unseren Kulturlandschaft Mosel geschaffen.
Deshalb freue ich mich, dass der Aussichtsturm heute als touristischer Leuchtturm der Region seiner Bestimmung übergeben wird. Ich bin sicher, dass viele tausende Menschen diesen tollen Aussichtsturm besteigen werden. Für mich ist dieses Bauwerk ein Pfund, mit dem wir wuchern können, ein Markstein bei der In-Wert-Setzung unserer wunderschönen Kulturlandschaft.
Der Wein und der Secco zur Eröffnungsfeier ist im Übrigen gespendet vom Weingut Albert Kallfelz, sowie den Weinkellereien ZGM und Drathen; der Imbiss gestiftet von der Metzgerei Burch in Pünderich.
Herzlichen Dank auch dafür. Lassen Sie uns gemeinsam den neuen Prinzenkopfturm feiern.
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