Verbandsgemeinde Zell
Verleihung Ehrenamtsförderpreis 2009 PDF Drucken E-Mail
Ansprache Bürgermeister Karl Heinz Simon
zur Ehrenamtspreisverleihung der Verbandsgemeinde Zell (Mosel)
am 20.08.2009

„Alle Bedeutung des Lebens liegt im Handeln für die Gemeinschaft.“ Mit diesem Lob des Handelns für andere, das der britische Historiker Thomas Carlyle einst formulierte, begrüße ich Sie ganz herzlich hier im Pfarrsaal in Alf. Handeln für die Gemeinschaft“ steht im Mittelpunkt der heutigen Feierstunde: Heute würdigen wir Menschen aus unserer Mitte, die viel für Ihren Verein, für ihren Heimatort, für ihre Mitmenschen getan haben und dies immer noch tun.Besonders begrüße ich heute Abend natürlich die Preisträger des Ehrenamtspreises 2009 der Verbandsgemeinde Zell
 
Für die Vereine und Gruppen in der Verbandsgemeinde Zell heiße ich willkommen die Vertreter des Heimat- und Verkehrsvereines Alf. Für die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger unserer Verbandsgemeinde, welche sich ehrenamtlich für unsere Gesellschaft engagieren und ungezählte Stunden für die Gemeinschaft leisten  begrüße ich  Herrn Gerd Schier aus Zell (Mosel), Herrn Gerhard Schommers aus St. Aldegund nd Frau Sabine Schaper aus Reidenhausen.
 
Ein herzliches Willkommen geht auch an Frau Landtagsabgeordnete Heike Raab und die Mitglieder des Ausschusses „Jugend, Senioren und Ehrenamt“ der Verbandsgemeinde Zell, welcher die Funktion der Jury übernommen hat. Begrüßen möchte ich auch die Herrne Beigeordneten Lothar Schneider und Martin Reis owie für die im Verbandsgemeinderat vertretenen Fraktionen die Herren Karl-Otto Gippert und Walter Justen und natürlich die Herren Bürgermeister aus den Gemeinden unserer Preisträger, Herrn Peter Mittler, Frau Resi Juhre, Herrn Helmut Gietz und Herrn Erich Theisen.
 
Begrüßen darf ich natürlich auch diejenigen Personen, welche die Vorschläge eingereicht und damit auch unseren Blick auf das Engagement dieser Personen gelenkt  haben sowie – und ganz besonders - die Presse, die bei einem solchem Anlass auf keinen Fall fehlen darf. Bedanken möchte ich mich bei der Pfarrgemeinde Alf, die uns den schönen Pfarrsaal für die Preisverleihung zur Verfügung gestellt hat und ich begrüße Herrn Pfarrer Arndt.
 
Angesichts einer sich verändernden Gesellschaft, angesichts nachlassender Bindungskräfte in der Familie ist soziales Engagement für Andere so etwas wie der „Kitt“, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeit beschränkt sich aber nicht nur auf soziale Aufgaben, sondern umfasst nahezu alle Bereiche der Gesellschaft und auch unseres staatlichen Gemeinwesens: In einem Jahr, das geprägt ist von Wahlen insbesondere zu den kommunalen Räten und der Neuwahl der Bürgermeister erwähne ich natürlich den Bereich der ehrenamtlichen Politik einschließlich der Arbeit in den Parteien und Wählergruppen.Herausstellen möchte ich aber auch das Engagement z. B. im Bereich der Justiz (ich habe in der vergangenen Woche an der Verabschiedung eines Schiedsmannes und der Einführung des Nachfolgers teilnehmen können und dabei nochmals einiges über die nicht immer einfache und viel Fingerspitzengefühl erfordernde Arbeit der Schiedspersonen gehört )
 
Erwähnen möchte ich den Bereich der Jugendpflege und Freizeitgestaltung und denke dabei aktuell an die Menschen sowie Vereine und Gruppen wie den Arbeitskreis „Time for Fun“ welche unser Jugendbüro bei den sechswöchigen Ferienfreizeiten der Verbandsgemeinde ehrenamtlich unterstützen oder ich denke an die vielen Menschen, die sich in unseren Sportvereinen engagieren, die in kulturellen Vereinen wie Gesang- und Musikvereine oder Tanzgruppen tätig sind, sich bei unseren Kirchen und Religionsgemeinschaften engagieren, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Katastrophenschutz und im Rettungswesen oder bei den Freiwilligen Feuerwehren, und und und …
 
Eine Aufzählung, die gar nicht abschließend sein kann, weil ehrenamtliches Engagement vielfältig und keinen Grenzen ausgesetzt ist.
 
In unserer Verbandsgemeinde sind in fast 200 Vereinen und anderen Initiativen weit über 3.000 Menschen ehrenamtlich tätig. Sie tun dies gemeinsam mit Gleichgesinnten, sie tun es alleine, sie tun es, ohne großes Aufheben darum zu machen und sie tun es gerne! Man kann es nur schätzen und auf Zahlen von bundesweiten Untersuchungen zurückgreifen. Aber man kommt dann leicht auf über 600.000 Arbeitsstunden, welche ehrenamtlich, also im Wesentlichen „unentgeltlich“, geleistet werden. Ich meine, dies sind beeindruckende Zahlen, die deutlich machen, wie groß die Bereitschaft bei uns in der Verbandsgemeinde Zell zum ehrenamtlichen Engagement ist.
 
Dieses bürgerschaftliche Engagement, ohne welches – da bin ich mir 100prozentig sicher - unser Gemeinwesen gar nicht funktionieren würde, trägt einerseits in erheblichem Umfang auch zur demokratischen Kontrolle und andererseits auch dazu bei, dass unser Gemeinwesen einen menschlichen, einen  sozialen Anstrich hat.Das Wort „Anstrich“ ist sogar noch untertrieben, sondern dieses ehrenamtliche Engagement ist nicht nur das äußere Kleid, sondern eine der Grundfesten unserer Gemeinschaft!
 
Unser Alt-Bundespräsident Roman Herzog sagte einmal:„Unsere Gesellschaft wäre ohne Ehrenamt nicht nur ärmer und kälter, sondern sie wäre auch weniger funktionsfähig“. Und er hat Recht damit! Meine Damen und Herren,das bürgerschaftliche Engagement ist eine kostbare Ressource, die von Politik und Gesellschaft nicht hoch genug geschätzt werden kann und daher unser Aller Anerkennung und dank erfahren sollte.
 
Deshalb meine Damen und Herren, hat die Verbandsgemeinde Zell im Jahr 2001, dem Jahr des Ehrenamtes, den Ehrenamtsförderpreis ins Leben gerufen. Mit diesem Preis wollen wir die Bedeutung des Ehrenamtes in unseren Gemeinden dauerhaft unterstreichen und darüber hinaus das soziale Engagement in unserer Verbandsgemeinde Zell auch stärker in das öffentliche Bewusstsein heben und damit zur Nachahmung anregen.Sie, liebe Preisträger stehen heute hier nicht nur für ihr eigenes Engagement, sondern auch stellvertretend für eine Vielzahl von Frauen und Männern unserer Verbandsgemeinde, welche sich ehrenamtlich in Vereinen, der Nachbarschaftshilfe, kirchlichen Gruppen, in der Gemeinde oder auch ganz unorganisiert ehrenamtlich engagieren. Ohne Ihr Engagement wäre unsere Verbandsgemeinde eine andere, eine ärmere Verbandsgemeinde. Ihnen Allen gilt mein herzlicher Dank und auch meine Bitte, in diesem Engagement nicht müde zu werden, sondern so weiterzumachen wie bisher. Dieses Engagement, wie Sie es praktizieren, macht unsere Dörfer liebens- und lebenswert. Herzlichen Dank.
 
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich aber nunmehr zu den einzelnen Preisträgern kommen
 
In der Kategorie „Innovative/Nachahmenswerte Projekte“ wird der Heimat- und Verkehrsverein Alf ausgezeichnet.
 
Gegründet wurde der Verein am 22.06.1992 und aus 25 Gründungsmitgliedern sind mittlerweile mehr als 125 Mitglieder geworden. Mit ihren Projekten unterstützen die Mitglieder des HVV seit diesem Tage die Gemeinde Alf und sie tun dies zum Wohle ihrer Bewohner und auch der Gäste in Alf. Das größte Projekt – das ich erwähnen möchte - war die Einrichtung eines Dorfmuseums in Alf. 1998 hat die Gemeinde Alf die ehemalige Schule auf Kockert erworben. Der Heimat- und Verkehrsverein Alf übernahm einen großen Anteil der Renovierung des alten Fachwerkhauses. In ehrenamtlicher Tätigkeit wurde das baufällige Haus – ich erinnere mich noch daran - in ein schönes schmuckes Fachwerkhaus verwandelt. Innen wurde das Dorfmuseum eingerichtet. Gezeigt wird eine Lehrerwohnung mit Flurküche, die “gute Stube“, Schlafzimmer, Kellerbereich und natürlich die eigentliche Schule.   Zudem ist eine große Sammlung alter Gegenstände aus den Lebensbereichen unserer Vorfahren ausgestellt. Dazu gehören Möbel und Material der Schule, Gerätschaften des Moselfischfangs und vieles mehr.. DEas Museum ist von Mai bis Oktober geöffnet. Jeden Samstag und nach Vereinbarung finden Führungen statt.
 
2003 stiftete der Verein eine Rundbank, die um die Linde auf Kockert gestellt wurde. Seither dient der Platz vor dem Dorfmuseum als Treffpunkt für Jung und Alf..
2004 stiftete der Heimat- und Verkehrsverein die Bronzefigur „Alfer Baachspouzer“, die auf der Bachbrücke vom Verein aufgestellt wurde. Die Skulptur stellt einen typischen Alfer von früher dar, der an der „Baachbreck“ steht, den Tag Revue passieren lässt und ab und zu in den Bach spuckt.
 
2005 rief der Heimat- und Verkehrsverein das Lindenblütenfest in Alf ins Leben gerufen. Unter der Linde auf Kockert wird jetzt alle 2 Jahre bei Wein, Bier und gutem Essen gesungen und gefeiert.
 
Im gleichen Jahr kümmerte sich der Verein um einheitliche touristische Hinweisschilder im Ort. Der Verein übernahm die Sammelbestellung, die Aufstellung und Befestigung und darüber hinaus auch die Kosten für die öffentlichen Einrichtungen.
 
2008 hat der Verein die Rundwanderwege ausgearbeitet, abgewandert und ausgeschildert. Gefördert wurde das Projekt von der RWE Rhein-Ruhr AG.
 
Auch die Neugestaltung des Fest- und Parkplatzes in der Dorfmitte hatte sich der Verein - unterstützt von der RWE - zur Aufgabe gemacht. Mit Hilfe der Nachbarschaft, ortsansässiger Firmen, die unentgeltlich Maschinen zur Verfügung gestellt haben konnte der Platz sehr schnell renoviert und verschönert werden.I
 
ch denke, eine beachtliche Anzahl von Projekten, die der Heimat- und Verkehrsverein Alf für seinen Heimatort schon angegangen hat und sie sind noch nicht müde. Neue Projekte sind sicherlich schon in der Planung.Ihnen – verehrte Mitglieder - gilt unsere ganze Bewunderung und ein ganz herzliches Dankeschön für diesen unermüdlichen Einsatz.Ich darf Ihnen namens der Verbandsgemeinde Zell ganz herzlich für diesen Einsatz danken und dem Vorsitzenden, Herrn Ernst Immich, stellvertretend für alle Aktiven des Vereines, den Ehrenamtsförderpreis 2009 der Verbandsgemeinde Zell (Mosel), bestehend aus einer Verleihungsurkunde sowie einem Preisgeld von 400 €,  überreichen.Arbeiten Sie mit dem gleichen Engagement weiter an ihren Projekten.
 
In der Kategorie der Einzelpersonen – der Stillen Helfer – werden in diesem Jahr gleich drei Menschen durch die Verbandsgemeinde Zell mit dem Ehrenamtsförderpreis 2009 ausgezeichnet. Dabei ist die Reihenfolge rein zufällig und stellt ausdrücklich keine Rangfolge dar.
 
Beginnen möchte ich mit Frau Sabine Schaper, Reidenhausen. Frau Schaper gründete 1998 eine Diabetiker Selbsthilfegruppe. Seither finden jeden letzten Mittwoch im Monat Treffen der Mitglieder und Betroffenen im Zeller Krankenhaus statt. Dadurch ermöglicht Frau Schaper den Erfahrungsaustausch der Teilnehmer und den Austausch über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten Zudem organisiert Frau Schaper für den betroffenen Personenkreis und für Interessierte Vortragsveranstaltungen mit Fachärzten, mit Fachleuten der Orthopädie, mit Apotheken, mit Ernährungs- und Diabetikerberater/Innen oder mit der Pharma- und Geräteindustrie.
 
Sie selbst besucht regelmäßig für den Austausch in Ihrer Selbsthilfegruppe den Landes- und Bezirks-Diabetikertag oder den Deutschen Diabetikertag in Kassel.Gerade für kranke Menschen sind Selbsthilfegruppen ganz wichtige Anlaufstellen, um von anderen Menschen, die das gleiche Leiden haben, Rat und Unterstützung zu erhalten. Aus der persönlichen Betroffenheit aller Gruppenmitglieder entsteht dabei ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis.Herzlichen Dank Frau Schaper für Ihren kontinuierlichen Einsatz. 
 
Herrn Gerd Schier aus Zell. Herr Schier wohnt in der Zeller Kehr und organisiert dort die jährliche „Kehrer Kirmes“.  Ein Fest, das der Pflege gutnachbarschaftlicher Beziehungen dient. Gleichzeitig koordiniert und organisiert er auch die unterschiedlichen Verschönerungsaktionen in der Zeller Kehr. Erwähnen möchte ich auch sein weiteres Engagement in der Nachbarschaft, wenn er für die älteren Bewohner dort kleinere Reparaturen und Besorgungen erledigt. Dabei ist er natürlich auch immer, wenn es gilt, jedes Jahr den Fronleichnam-Altar auf Cuxborn aufzubauen oder bei Reinigungsarbeiten der Zeller Kirche mit anzupacken. Ich glaube von Anfang an – also mehr als 40 Jahre - ist er auch aktiv und nicht weg zu denken in der KKG Zell und hat dort bereits die unterschiedlichsten Funktionen wahrgenommen. Zurzeit leitet er den Verein „Club der ehemaligen Prinzenpaare“    Gerd Schier ist – so möchte ich zusammen fassen - bei vielen Aktionen in und rund um Zell aktiv mit dabei, packt an, hilft, nimmt sich Zeit, bringt sich ein.Herzlichen Dank für dieses Engagement.
 
Herrn Gerhard Schommers, St. Aldegund. Seit den 50er Jahren übernimmt Herr Schommers ehrenamtliche Arbeiten für die Kirchengemeinde und auch die Ortsgemeinde St. Aldegund und ist seit vielen Jahren Mitglied des Verwaltungsrates der Pfarrei. Im kirchlichen Bereich war er von 1957 bis 1987 auch Kirchenrechner der Kirchengemeinde St. Aldegund – also dann waren wir eine Zeitlang auch Kollegen –
 
Er organisiert die Renovierungsarbeiten der Pfarrkirche in den vergangenen Jahren und sammelt stetig Spenden, um die Finanzierung der Renovierungsarbeiten zu sichern und seit Jahren bereits kümmert er sich um die alte romanische Kirche aus dem Jahre 1144, um die Instandhaltung und Pflege der Anlagen sowie um die Pflege des Grabes von Peter Ludwig.
 
Neben dem kirchlichen Bereich war Herr Schommers im Jahr 1970 Mitbegründer des Heimatvereins St. Aldegund und 10 Jahre dessen Vorsitzender. Dazu kommt dann auch, dass er seit über 20 Jahren Feste, Konzerte und Veranstaltungen rund um St. Aldegund organisiert und als Fremdenführer Gästen und Interessierten die Sehenswürdigkeiten von St. Aldegund zeigt und erläutert.
 
Er ist daneben auch Mitglied in zahlreichen Arbeitskreisen und Ausschüssen, die mit Kultur, Geschichte und Dorfgeschichte zu tun haben. Wichtig auch sein Engagement zum Erhalt unseres moselländischen Dialektes, für den er sich kreisweit in der Mundartinitiative einsetzt.Ebenfalls überörtlich ist Herr Schommers auch aktiv als Vorstandsmitglied des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz und Mitbegründer und aktives Mitglied im Freundeskreis der Synagoge ZellDass er letztlich – aber ich bin mir sicher, dass ich gar nicht alle Aktivitäten kenne – noch treuer aktiver Sänger im Gesangverein St. Aldegund ist und sein Einsatz sich dort nicht „nur“ auf das Singen beschränkt dürfte Jedem klar sein.Auch ihm ein herzliches Danke Schön.
 
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich denke, die heutigen Preisträger beweisen, dass das ehrenamtliche Engagement in unserer Verbandsgemeinde Zell seit Jahrzehnten groß geschrieben wird und sich darüber hinaus sehr vielfältig gestaltet. Dafür spreche ich den Preisträgern namens der Verbandsgemeinde Zell, aber auch persönlich, meinen herzlichen Dank aus für ihren Einsatz, verbunden mit allen guten Wünschen und insbesondere dem Wunsch, dass Sie auch weiterhin dem ehrenamtlichen Engagement treu bleiben.
 
Bitte machen Sie weiter so!! Unsere Gesellschaft ist auf solche Menschen wie Sie angewiesen!

 
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