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Grußwort Bürgermeister Karl Heinz Simon
am 18. Mai 2001
anlässlich Freundschaftssingen Jubiläum 75 Jahre Bullayer Männerquartett
Ich freue mich sehr, dass ich zu dem heutigen Jubiläum des Bullayer Männerquartetts die
Grüße und Glückwunsche der Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Zell
überbringen und auch ganz persönlich Ihnen, liebe Sänger, von Herzen zu Ihrem Jubiläum
gratulieren darf.
Es ist - lassen Sie mich dies bitte vorab sagen - für mich eine Ehre, die Schirmherrschaft
über Ihre Jubiläumsveranstaltung übernehmen zu dürfen. Eine Veranstaltung, bei der Sie,
liebe Sänger, zu Recht mit Stolz auf 7 ½ Jahrzehnte Kulturschaffen zurückblicken können
!
Wenn man einem Sänger die Frage stellt, warum er singt, wird er in aller Regel sagen:
"Weil es mir Spaß macht!"
Fragt man allerdings einen Psychologen, bekommt man zur Antwort, dass das Singen
sogar ein Grundbedürfnis des Menschen ist. Es erfasst den ganzen Menschen und
ermöglicht ihm, Gefühlen und Stimmungen Ausdruck zu verleihen.
Auch über die Auswirkungen der Musik auf Geist und Körper des Menschen wurden schon
wissenschaftliche Untersuchungen angestellt. Sie haben ergeben - die Sänger werden es
mit Freude vernehmen -, dass Singen und Musizieren die Intelligenz fördern.
Musikmedizinische und musiktherapeutische Forschungsarbeiten haben zudem zu der
Erkenntnis geführt, dass der Slogan "Singen hält gesund" durchaus berechtigt ist.
Es gibt also eine ganze Reihe guter Gründe für den Gesang. Das Wichtigste ist daran
aber doch wohl die Freude, die dabei und, dies möchte ich unterstreichen, dadurch
geschenkt wird.
Nicht zuletzt erfüllt das Bullayer Männerquartett mit seinem Gesang aber natürlich eine
kulturelle Aufgabe. mit den Konzerten, die man veranstaltet, mit der Teilnahme an
weltlichen und kirchlichen Festen und Feierlichkeiten bereichert man das kulturelle Leben
der Gemeinde und oft noch weit darüber hinaus.
Chöre bemühen sich nicht nur um einen guten Ton, sie sorgen oft auch für einen guten
Namen ihrer Gemeinde und im wahrsten Sinne des Wortes für einen guten Klang dieses
Namens. Der Identifikationsgrad der Bürger mit "ihrem" Chor ist dementsprechend zumeist
recht hoch.
Das Chorsingen ist aber auch nicht Selbstzweck. Vielmehr stellen sich die Chöre in den
Dienst der Gemeinschaft. Sie sehen es als ihre Aufgabe an, bei den verschiedensten
Anlässen aufzutreten und den Veranstaltungen durch ihre Darbietungen einen würdigen,
einen festlichen, Rahmen zu geben.
Das war auch beim Bullayer Männerquartett in den zurückliegenden Jahrzehnten immer
der Fall. Wenn man sich die Chronik des Vereines in der Festschrift anschaut, dann wird
diese Bereicherung über die Jahrzehnte sehr deutlich!
Ob es bei den Gesangvereinen insgesamt allerdings auch in Zukunft so sein wird, lautet
eine oft mit bangem Unterton gestellte Frage. Die Zukunftsperspektive unserer
Gesangvereine überhaupt erscheint in einem nicht allzu rosigem Licht. Das
Nachwuchsproblem im Chorwesen - aber nicht nur dort - liegt wohl zum einen daran, dass
die Freizeitangebote in allen Bereichen offenbar noch sehr viel stärker zugenommen
haben als die Freizeit.
Zum anderen scheint auch die Bereitschaft immer mehr zu schwinden, sich bei der
Freizeitgestaltung Bindungen zu unterwerfen. Der Trend geht weg von der Freizeit mit
Pflichtterminen hin zum Ungebundenen und Spontanen, ohne jegliche Verpflichtungen
gegenüber der Gesellschaft.
Aber : Dies möchte ich aus meiner Sicht sagen : die Kulturpflege insgesamt gewinnt in der
heutigen technisierten Zeit, in der die äußeren wirtschaftlichen Lebensläufe immer mehr
automatisiert und vom Computer geprägt werden, eine wachsende Bedeutung. Diese
erschöpft sich keineswegs darin, dass kulturelle Betätigung als angenehmer Zeitvertreib
die wachsende Freizeit ausfüllt.
Die Kulturpflege bildet vielmehr einen notwendigen emotionalen Ausgleich für den sehr
einseitig rational beanspruchten Menschen. Der Mensch braucht daher mehr denn je auch
die musische Komponente, um sich seelisch und geistig im Gleichgewicht halten zu
können.
An dieser Gleichgewichtslage dürfte es den Mitgliedern des Bullayer Männerquartetts
eigentlich nicht fehlen. Sie singen oft und mit Freude, aber auch mit großem Erfolg. Noch
längst ist kein Ende des Anfangs, der vor 75 Jahren gemacht wurde, in Sicht. Und das ist
auch gut so.
Mein herzlicher Glückwunsch gilt heute allen, die mit dazu beigetragen haben, dass dieses
schöne Jubiläum in festlichem Rahmen begangen werden kann.
Ich wünsche dem Bullayer Männerquartett eine gute Zukunft, mit vielen weiteren
musikalischen Erfolgen und dass sich immer genügend Nachwuchs finden wird, um diese
Gedanken weiter zu tragen.
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