Der Hunsrück

Katastrophenhilfe

Katastrophenhilfe Hochwasser


Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

in der vergangenen Woche hat uns mitten im Sommer ein Hochwasser heimgesucht. So schnell, wie es gekommen ist, sind die Pegelstände allerdings auch wieder gesunken. Die Hochwasserschutzmauern in Alf, Briedel und der Stadt Zell (Mosel), die uns so oft geschützt haben, sind diesmal überflutet worden und auch die anderen Moselgemeinden und Stadtteile in Zell waren vom Hochwasser betroffen. Die Mosel hat bei ihrem Rückzug viel Schlamm und Unrat hinterlassen. Aber zwischenzeitlich haben die Mosel-Anlieger gemeinsam mit den gemeindlichen Arbeitern, den ehrenamtlichen Helfern der Freiwilligen Feuerwehren und auch Freiwilligen unsere Moselorte wieder hergerichtet. Fast nichts erinnert mehr an dieses Ereignis.

Wir sind hier bei uns erprobt, was den Umgang mit solchen Hochwasserereignissen angeht und bislang konnten wir uns auf unsere Erfahrungswerte verlassen. Ich möchte heute Allen, die beim Räumen, während des Hochwassers und den Aufräum- und Reinigungsarbeiten mit angepackt haben, von Herzen danken. Es hat sich auch erneut gezeigt, dass in unseren Gemeinden und der Stadt Zell Nachbarschaftshilfe funktioniert. Dies ist etwas, auf das wir stolz sein können.

Was mich jedoch zutiefst erschreckt, was alle Dimensionen sprengt, sind die Bilder und Berichte aus den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Was an der Ahr, im Trierer Raum, in der Eifel geschehen ist, übersteigt unsere Vorstellungskraft und ist mit unserem aktuellen Moselhochwasser vor Ort und den bislang bei uns bekannt gewordenen Schäden nicht im geringsten vergleichbar.

Die große Anzahl der Menschen, die in den Fluten ihr Leben verloren haben, komplett weggerissene und stark beschädigte Häuser, eine zerstörte Infrastruktur, Menschen die vor dem Nichts stehen, zerstörte Existenzen; dies alles ist unfassbar! Man wird sehr demütig angesichts der schrecklichen Ausmaße dieser Katastrophe! Den Menschen in den Katastrophengebieten gilt mein ganzes Mitgefühl.

Am Sonntagmorgen habe ich als Bürgermeister der Verbandsgemeinde und damit „Chef der Feuerwehr“ einen Zug von Feuerwehrmännern aus Zell, Briedel und Blankenrath unter der Führung unseres Verbandsgemeinde-Wehrleiters Markus Hensler aus Briedel verabschiedet, welche zur Unterstützung der Einsatzkräfte in das Katastrophengebiet an der Ahr aufgebrochen sind. Viele dieser Feuerwehrleute sind in den Tagen zuvor mit ihren Kameraden beim Hochwassereinsatz oder Straßenreinigen Tag und Nacht unterwegs gewesen. Es tut gut, zu spüren und zu wissen, dass wir uns auf unsere Feuerwehren, auf die dort ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer, verlassen können.

Ich bewundere dieses ehrenamtliche Engagement und bin den Feuerwehrleuten sehr dankbar für diesen zusätzlichen Einsatz an der Ahr, der auch hohe persönliche und psychische Anforderungen an sie stellt. Heute (Dienstag) sind unsere Feuerwehrleute von Einsatzkräften aus dem Rhein-Lahn-Kreis erst einmal abgelöst worden und zurückgekehrt. Die ersten persönlichen Berichte unserer Einsatzkräfte aus dem Katastrophengebiet an der Ahr machen mich tief betroffen.

Vielen, vielen Dank! Ich bin stolz auf Euch!

Danke aber auch den Arbeitgebern unserer Feuerwehrkräfte, welche ihre Mitarbeiter für diese wichtige Aufgabe wie so häufig im Jahr bereitgestellt haben. Auch vier Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Zell waren in den letzten Tagen im Feuerwehreinsatz an der Ahr unterwegs.

Angesichts der Lage in den von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Gebieten und der überwältigenden Unterstützungsangebote aus der Bevölkerung hat das Land Rheinland-Pfalz beim Innenministerium ein Spendenkonto eingerichtet. Es zeigt sich eine Welle der Solidarität und der Hilfsbereitschaft.

Unter dem Kennwort „Katastrophenhilfe Hochwasser“ können Spenden auf folgendes Konto bei der Sparkasse Mainz überwiesen werden:

Empfänger: Landeshauptkasse Mainz
IBAN: DE78 5505 0120 0200 3006 06
BIC: MALADE51MNZ

Ich würde mich freuen, wenn Sie über diesen Weg (oder auch andere geeignete Wege) die Menschen in den Katastrophengebieten unterstützen würden.

Der Landkreis Ahrweiler hat eine Hotline eingerichtet für Hilfsangebote. Diese ist unter der Rufnummer 02641 975-900 oder per Mail hochwasserhilfe@kreis-ahrweiler.de erreichbar. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger melden, die bei der Bewältigung der Katastrophe unterstützen möchten, beispielweise mit

  • konkreten Hilfsangeboten,
  • Sachspenden,
  • Arbeitsmaterialien,
  • Transport- oder Logistikmöglichkeiten oder ähnlichem.

Ich möchte jedoch drauf hinweisen, dass auch die Hotline sehr stark in Anspruch genommen wird und damit nicht leicht erreichbar ist. Dafür bitte ich um Verständnis.

Ihr

Karl Heinz Simon
Bürgermeister
der Verbandsgemeinde Zell (Mosel)