Erstes Fahrsicherheitstraining für Senioren hat alle begeistert und überzeugt

 


Seit vielen Jahren bietet das Jugend- und Seniorenbüro der Verbandsgemeindeverwaltung Zell (Mosel) in Zusammenarbeit mit dem kriminalpräventiven Rat und mit Unterstützung der örtlichen Raiffeisenbank sowie der Sparkasse EMH Fahrsicherheitstraining für „junge Fahranfänger“ mit sehr großen Erfolg an.

Senioren sind geübte Fahrer und brauchen das nicht! Gerade routinierte Fahrzeugführer, die viele tausend Kilometer Fahrleistung im Jahr erbringen sind nicht selten dieser Meinung.

Alle, die ein Kraftfahrzeug lenken - geübt oder nicht - haben jedoch keinen Einfluss darauf, dass ihnen nicht unvermittelt ein Kind vor das Auto läuft, Wild plötzlich aus dem Wald auf die Straße springt und erschreckt stehen bleibt, der vorausfahrende Kraftfahrer aus nicht erkennbaren Gründen unvermittelt bremst oder eine andere vergleichbare gefährliche Verkehrssituationen entsteht.

Dann heißt es: Reagieren und richtig handeln!

Zum Glück haben viele Senioren solch gefährliche Situationen noch nicht erlebt. Ohne Übung dann richtig reagieren können, zu wissen wie das eigene Auto sich verhält und welche Möglichkeiten der Gefahrenbewältigung bestehen, das erfährt der Kraftfahrer nicht im Alltag.

Das hat das Jugend- und Seniorenbüro der Verbandsgemeindeverwaltung hat gemeinsam mit dem Arbeitskreis 50Aktiv und dem Kriminalpräventiven Rat veranlasst, erstmals ein Fahrsicherheitstraining für Senioren anzubieten. Unterstützung fand dieses Angebot durch das Land Rheinland-Pfalz. Es übernahm, wie auch bei den jungen Fahranfängern im Rahmen der Kriminalprävention einen Teil der Kosten für jeden Teilnehmer.

Neun Senioren beteiligten sich an dem Angebot. Der älteste war dabei 83 Jahre alt. Alle waren routinierte Fahrer, die mit den unterschiedlichsten Erwartungen zu dem Training kamen. Auch Skeptiker waren dabei.

Nach einer kurzen Information zu der Anlage sowie einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann mit dem Theorieblock los. Hier erklärte Gerhard Broßette, Polizist, Sicherheitstrainer, Fahrlehrer und Ausbilder, die verschiedensten technischen Systeme wie ASR, ESP, ABS und Co.

Auf der „Fahrtechnikanlage Hunsrück“ führte er dann die Senioren zunächst in die richtige Sitzposition und Lenkradhaltung ein.

Anhalte- und Bremsweg kennen viele aus der Theorie in der Fahrschule. Aber wie sieht es aus, wenn diese Theorie in der Praxis angewandt werden muss?

Hierzu ging es mit den eigenen Fahrzeugen auf die verschiedenen Abschnitte der Fahrtechnikanlage.

Zunächst hieß es, mit voller Kraft eine Vollbremsung hinzulegen. Dabei zeigte sich, dass Senioren gewohnt sind, bei vorausschauender Fahrweise dosiert zu bremsen. „Voll in die Eisen“ zwang die Teilnehmer zu einer ersten Überwindung.

Im weiteren Training war u.a. verlangt, unter Vollbremsung ein plötzlich auftretendes Hindernis zu umfahren, dies auf trockener und auch auf nasser Fahrbahn. Das ausbrechende Fahrzeug durch gegenlenken in die Spur zurück zu bringen und sicher zu manövrieren. Dies kann in der Praxis sehr schnell gefordert sein, wenn nach langer Trockenheit und erstem Regen ein Schmierfilm auf der Straße beseht, im Herbst Laub die Fahrbahndecke zu einer Rutschbahn macht oder im Winter, wenn unvermittelt Eisglätte auftritt.

Wo kann der Kraftfahrer riskante Brems- und Ausweichmanöver gefahrlos üben und erkennen wie er und sein Fahrzeug sich verhalten? Letztlich nur auf einer Fahrtechnikanlage unter fachlicher Anweisung und unter realistischen Bedingungen.

In der Abschlußbesprechung zeigten sich alle Teilnehmer begeistert von den Fahrübungen und zeigten sich positiv überrascht über den umfangreichen Praxisanteil. Ausnahmslos alle waren der Meinung, dass sie bei aller Fahrpraxis solche Situationen in der Art und Weise nie sicher gemeistert hätten. Durch diese Übungen seien sie - auch bei jahrzehntelanger Erfahrung - in Zukunft besser darauf eingestellt, richtig und sicher zu reagieren. Damit sei ihnen ein wertvoller Beitrag zu einer sicheren Teilnahme am Straßenverkehr geboten worden.


Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Broßette für das interessante, lehrreiche und humorvolle Fahrsicherheitstraining.

Wie auch bei den „jungen Fahrern“ haben einige der Anwesenden gleich Interesse am nächsten Fahrsicherheitstraining signalisiert. Dieses findet am 07.09.2018 statt. Schriftliche Anmeldungen hierfür sind ab sofort möglich.

 
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