Stolpersteinverlegung


Am 23. Juni 2016 verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine in Cochem, Bad Bertrich, Bullay, Pünderich und Zell.

Beginn: 09.00 Uhr in Cochem
Ende: ca.15.30 Uhr in Zell

Die Stolpersteine in Cochem wurden durch die Kreisverwaltung und den Wochenspiegel initiiert.

In Bad Bertrich, Bullay, Pünderich und Zell betreut ein Team des

Freundeskreis der Synagoge Zell die Verlegungen, mit Unterstützung der katholischen, evangelischen und türkisch-islamischen Gemeinden.

In der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) beginnen die Verlegungen wie folgt:

    Bullay ab ca. 12.15 Uhr

    • Bahnhofstr. 24
      LINA HARF, GEB. BERMANN
      GUSTAV HARF
      JULIUS HARF
      IDA HARF, GEB. GÄRTNER
      INGE HARF
      WALTER HARF
      ARTHUR HARF


    Pünderich ab ca. 13.00 Uhr

      • Kirchstr.
        HELENE GEISEL, GEB. DAVID
        FRITZ GEISEL


      Zell ab ca. 13.40 Uhr

      • Brandenburg 49
        BERTHA SALOMON
        Balduinstr. 28
        MAX WOLF
        HEDWIG WOLF, GEB. SCHEUER
      • Balduinstr. 35
        SAMUEL KORNFELD
      • Peterstr. 2
        AMALIE SONDHEIMER
        THERESIA MOOS, GEB. SONDHEIMER


      2014 verlegte Gunter Demnig die ersten Stolpersteine im Landkreis Cochem-Zell für jüdische Opfer in Brohl, Düngenheim und für Pastor Adam Schäfer in Pommern. 2015 folgten zwölf Stolpersteine für Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Zell und Zell-Merl und für den politischen Häftling Jakob Koch.

      In Bad Bertrich werden vier, in Zell und Umgebung vierzehn Steine verlegt, davon zwei für die Schwestern Sondheimer. Sie wurden im April 1943 aus dem Sammellager im belgischen Mechelen per Zug nach Auschwitz deportiert. Dieser Transport war der einzige, der jemals von Widerstandskämpfern angegriffen wurde. Von über 1600 konnten 231 Deportierte am 19. April 1943 aus dem Zug befreit werden, 23 starben bei dem Fluchtversuch. Ob die Schwestern während des Transports oder in Auschwitz umkamen, ist nicht bekannt. Die beiden Frauen wurden 67 und 68 Jahre alt.

      Das Ende des zweiten Weltkriegs ist über siebzig Jahre her, für Europa bedeutet dies die längste Friedenszeit, die es je gegeben hat. Kriege und Bürgerkriege, Terror und Willkür toben heute in anderen Regionen der Welt; die Menschen fliehen, sind ohne Obdach, sie hungern, sind täglich Gewalt und Lebensgefahr ausgesetzt. Die Geflohenen dieser Kriege suchen heute bei uns Sicherheit und Zuflucht. Gerade vor diesem Hintergrund gilt es, der Opfer des Naziterrors zu gedenken, Zeichen zu setzen, dass ihr Leid nicht vergessen ist und ihr Schicksal die kommenden Generationen mahnt.

      Stolpersteine erinnern an Ermordete und Entkommene, an verschwundene Nachbarn, Freunde, Kollegen und Schulkameraden. Jeder der zahlreichen Steine, die am 23. Juni verlegt werden, dokumentiert ein Schicksal, einen Verlust. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist" heißt es im Talmud. Die Erinnerung an die verlorenen Familien soll durch die Stolpersteine wach und lebendig gehalten werden. Das sind die Idee und der Wunsch des Künstlers Gunter Demnig und der zahlreichen Menschen, die das Projekt vor Ort umsetzen. Bürgerinnen und Bürger sind zu den Verlegungen herzlich willkommen.

       
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