Neun-Punkte-Plan mit Schutzmaßnahmen

 


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich am heutigen Sonntag, den 22. März 2020, auf einen Neun-Punkte-Plan mit Schutzmaßnahmen zum Verlangsamen der Ausbreitung des Coronavirus verständigt.

Die Lage ist sehr ernst, es geht um Leben oder Tod. Daher ist diese Einschränkung der persönlichen Freiheit unumgänglich.

Hier der 9 Punkte-Plan:

  1. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  2. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter 1. genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.
  3. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.
  4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.
  5. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.
  6. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.
  7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich (wie z.B. Medizin. Fußpflege, Optiker).
  8. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
  9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.

In Rheinland-Pfalz sollen diese Maßnahmen ab Dienstag, 24.03.2020, um 0.00 Uhr in Kraft treten.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die jetzige Situation ist für uns Alle sehr schwierig. Dennoch bitte ich um Ihr Verständnis und um Beachtung.

Ich danke den Menschen, die sich in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Laboren oder in den Teststationen und Fieberzentren um Kranke kümmern oder sich auf den Notfall vorbereiten. Sie arbeiten derzeit bis zur Erschöpfung.

Mein Dank geht auch an die vielen Feuerwehrleute, Polizisten und Polizistinnen, Rettungskräfte und Mitarbeiter des Ordnungsamtes, welche einen hohen Einsatz bringen.

Und ganz besonders danke ich auch denjenigen, die unter schwierigen Bedingungen unsere Versorgung sichern (wie z.B. Mitarbeiter im Lebensmitteleinzelhandel und viele andere).

Sie alle leisten einen unschätzbaren Dienst für das Gemeinwohl!

Ich danke auch allen Mitbürgern, die sich an die bisher festgesetzten Maßnahmen gehalten haben, um das Ausbreiten dieser Krankheit zu reduzieren. Meine Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben mir aus ihren Kontrollen berichtet, dass sich immer mehr an die kontaktreduzierenden Verfügungen gehalten wird.

Ich freue mich sehr, dass jetzt auch viele Aktionen der Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen werden. Es finden sich in unseren Gemeinden Ehrenamtliche zusammen die für kranke oder ältere Mitmenschen eine Versorgung für den täglichen Lebensbedarf sicherstellen wollen. Sie zeigen: Menschlichkeit und Solidarität ist wichtiger als Egoismus!

Von der Krise besonders hart betroffen sind Selbständige, Kleinunternehmer, Künstler und Künstlerinnen. Gerade hier bei uns in unserer Tourismusregion trifft uns dies nach den ruhigen Wintermonaten besonders. Für viele geht es um ihre Existenz. Die Bundesregierung erarbeitet zurzeit einen milliardenschweres Hilfspakt für Soloselbständige und Kleinstfirmen, das in Kürze in Kraft treten wird.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie haben es jetzt in der Hand, ob wir das Virus eindämmen können.

Ich bitte Sie eindringlich: Halten Sie sich an die vereinbarten Schutzmaßnahmen, um Menschenleben zu retten. Zeigen Sie Vernunft und Herz!

Achten Sie auf sich selbst und Ihre Nächsten und bleiben Sie gesund!

Vielen Dank.

Pünderich, 22.03.2020

Ihr
Karl Heinz Simon
Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell (Mosel)

 
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