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Die Verbandsgemeinde Zell (Mosel) -
eine attraktive Region mit Geschichte zum Wohnen und Erholen heute
Die Verbandsgemeinde Zell (Mosel), deren Gebiet eine Gesamtfläche von 19.329 ha umfasst, besteht aus 24 Gemeinden mit rd. 18.200 Einwohnern. Von diesen Gemeinden liegen sieben am Mosellauf; dies sind Pünderich, Briedel, Alf, Bullay, Neef, St. Aldegund und die Stadt Zell (Mosel). Siebzehn Gemeinden, und zwar Altlay, Altstrimmig, Blankenrath, Forst, Grenderich, Haserich, Hesweiler, Liesenich, Mittelstrimmig, Moritzheim, Panzweiler, Peterswald-Löffelscheid, Reidenhausen, Schauren, Sosberg, Tellig und Walhausen sind auf den Höhen des Hünsrücks gelegen.
In der Frühzeit war unsere Region von den Treverern - einem Volksstamm der Kelten - bewohnt. Etwa im Jahre 50 v.Chr. besetzten die Römer unser Land und herrschten dort bis etwa zum 5. Jahrhundert, als die Franken von Osten her vordrangen. Die Franken teilten das Land in Gaue ein. Das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Zell gehörte zum Moselgau.
Die fränkischen Könige und später die Kaiser vergaben das Land an weltliche und geistliche Herren als Lehen. In dem Maße wie im Laufe der Jahrhunderte die Macht des Kaisers abnahm, wuchs die Macht der geistlichen und weltlichen Herren. So besaß der Erzbischof von Trier das Gebiet rechts und links der Mosel bis nach Koblenz und noch über den Rhein hinaus in den Westerwald hinein. DasGebiet war nur von dem Herrschaftsbereich der Sponheimer von der Nahe her bis Trarbach an der Mosel durchschnitten. Das führte im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zu Streitigkeiten und erreichte seinen Höhepunkt in der Fehde zwischen Kurfürst Balduin und Gräfin Loretta von Sponheim, die ihren Sitz auf der Burg Starkenburg hatte.
Der Trierer Kurfürst Balduin gab dem Land eine für damalige Verhältnisse moderne Verwaltung. Er teilte das Land in Ämter ein, die von einem Amtmann geleitet wurden. Ihm zu Seite stand der Cellerarius, der für die wirtschaftlichen Verhältnisse im Amt zuständig war. Für den Einzug der Steuern sorgte ein Spezialsteuereinnehmer. Zum Amt Zell gehörten die Orte: Zell -Alf - St. Aldegund – Beltheim – Briedel – Bremm – Ediger – Eller – Kaimt -Lahr – Lütz – Grenderich – Mastershausen – Neef – Pünderich – Sabershausen – Senheim – Senhals – Tellig – Treis – Zilshausen – Blankenrath – Burg – Lieg – Löffelscheid – Lötzbeuren – Sosberg – Strimmig – Schauren – Walhausen.
Neben dem Kurfürst von Trier hatten aber auch weltliche Herren Rechte in unserem Raum. So gehörte die sog. Hasericher Pflege drei Herren, man nannte es das „Dreiherrische". Die drei Herren waren: Kurtrier, die Grafschaft Sponheim und Braunshairn-Winneburg. Letztere saßen in Beilstein.
Ähnliche Machtverhältnisse bestanden auch in dem kleinen Ort Bullay. Hier „regierten" die Boos von Waldeck, die von Metzenhausen und die von Kellenbach. Die Rechte der von Metzenhausen erlangte im 16. Jahrhundert durch Heirat Freiherr Beißel von Gymnich und auf gleichem Wege waren die von Landenberg zu ihrem Anteil gekommen. Im Jahre 1780 erwarb Freiherr Beißel von Gymnich alle Rechte seiner Mitherren, konnte sich des Genusses ungeteilter Freude aber nur bis 1794 erfreuen. In diesem Jahr rückten die französischen Revolutionstruppen in unser Gebiet und lösten alle bestehenden Machtverhältnisse ab.
Das linke Rheinufer war nun ein Teil Frankreichs geworden und so richteten die Franzosen im Jahr 1798 die in ihrem Land übliche Verwaltung ein. Zell wurde Sitz eines Kantons, das etwa dem späteren Landkreis entsprach. Die kleinere Einheit im Kanton war die Mairie, die aber kleiner war als die späteren Bürgermeistereien. So gehörte zur Mairie Zell: Zell – Briedel – Bullay – Merl und Neef. Da man die Mosel als Grenze genommen hatte, kamen die Orte Kaimt – Alf und St. Aldegund zur Mairie Eller und Pünderich kam zur Mairie Trarbach.Zur Mairie Beilstein gehörten damals die Gemeinden Altstrimmig, Beilstein, Briedern, Bruttig, Fankel, Grenderich, Liesenich, Mittelstrimmig, Senhals und Senheim. Zur Mairie Blankenrath die Orte: Blankenrath, Hesweiler, Haserich, Löffelscheid, Mastershausen, Peterswald, Reidenhausen, Rödelhausen, Schauren, Sosberg, Tellig und Walhausen.
Die vorstehenden Mairien bildeten den Kanton Zell. Da die Mosel die Grenze war, schlug man Kaimt, Alf und St. Aldegund seinerzeit zur Mairie Eller und Pünderich zur Mairie Enkirch.
Zu diesem Zeitpunkt schufen die Franzosen auch die Standesämter. Den Geistlichen, die bisher die Heiraten, Geburten und Sterbefälle registriert hatten, wurde diese Tätigkeit verboten und die Kirchenbücher 1798 beschlagnahmt. Hatte man zunächst in den einzelnen Orten die sog. „Adjunkten" mit der Führung der Ehestandsregister beauftragt, so stellte man doch bald fest, dass dies doch mit Schwierigkeiten verbunden war. Deshalb schuf man bei der Mairie das Standesamt. Man führte einheitliche Vordrucke ein und vollzog die Eintragungen in Französischer Sprache. Diese Verwaltungsordnung blieb bis zur Übernahme unseres Landes durch Preußen im Jahre 1815.
1821 schuf man in einer neuen Ordnung (Preußische Landgemeindeordnung) die Landbürgermeistereien.Zur Landbürgermeisterei Zell gehörten die Orte Zell – Alf – St. Aldegund – Briedel – Bullay – Merl – Neef und Pünderich. Altlay, das immer mit Zell eng verbunden war, kam zur Bürgermeisterei Büchenbeuren. Es muß noch erwähnt werden, dass zum Kreis Zell außer der Bürgermeisterei Zell noch die Bürgermeistereien Blankenrath – Büchenbeuren – Enkirch – Senheim und Traben-Trarbach gehörten.
Die Verbandsgemeinde Zell (Mosel) ist in ihrer jetzigen Zusammensetzung noch verhältnismäßig jung. Sie ist aus dem früheren Amt Zell-Land, das sieben Gemeinden umfasste, entstanden. Durch das 4. Verwaltungsvereinfachungsgesetz des Landes Rheinland-Pfalz vom 01.01.1969 wurden die bis dahin zur Verbandsgemeinde Zell (Mosel) gehörende Gemeinde Merl aufgelöst und in die Stadt Zell (Mosel) eingegliedert. Im gleichen Zuge ist dann die Stadt Zell (Mosel) mit Wirkung vom 07.06.1969 in die Verbandsgemeinde Zell (Mosel) eingegliedert worden.
Damit war aber die kommunale Neugliederung noch nicht abgeschlossen. Vielmehr sind durch das 8. Verwaltungsvereinfachungsgesetz vom 18.07.1970 mit Wirkung vom 07.11.1970 neun Gemeinden aus der früheren Verbandsgemeinde Blankenrath, sechs Gemeinden aus der früheren Verbandsgemeinde Senheim und eine Gemeinde aus der Verbandsgemeine Büchenbeuren (die alle drei aufgelöst wurden) in die Verbandsgemeinde Zell (Mosel) eingegliedert worden.
Die neue Verbandsgemeinde Zell (Mosel) hat sich das nebenstehende Wappen gegeben.
Der obere Teil des Wappenschildes ist in Silber gehalten. Darin befindet sich das kurtrierische Kreuz in Rot. Im unteren Teil des Schildes befinden sich auf rotem Untergrund drei silberne Löwen mit goldener Krone, goldener Zunge und goldenen Krallen. Die drei Löwen stellen das Wappen der Vögte im Hamm, nämlich der Zandt von Merl, dar. Das kurtrierische Kreuz weist auf die Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier hin.
Mit der Verbindung von Mosel und Hunsrück stellt die Verbandsgemeinde Zell (Mosel) heute ein ideales Erholungs- und Urlaubsgebiet dar. Romantische Weinorte mit ihren alten Fachwerkbauten laden zum Verweilen und Entspannen mit köstlichem Moselwein ein. Schutzhütten, Grillplätze und Ruhebänke bieten sich für Spaziergänge und Wanderungen an. Fahrradwege entlang der Mosel und im Hunsrück bieten hervorragende Vorraussetzungen für ausgedehnte Radwanderungen. Wassersport- und Angelmöglichkeit sind genauso vorhanden wie saubere, gut ausgebaute Campingplätze in Zell (Mosel), Bullay und Pünderich.
In der Stadt Zell (Stadtteil Kaimt) gibt es ein modernes Erlebnisbad mit Innen- und Außenbereich, Saunalandschaft, Riesenrutsche und vielen weiteren Attraktionen für die ganze Familie. Bei Alf, am Fuße der Burg Arras, befindet sich in herrlicher Lage ein schönes Freibad mit großzügigen Spiel- und Liegewiesen.
Sonstige Fremdenverkehrkehrseinrichtungen, wie z.B Tennis- und Minigolfplätze, Wassertretanlagen, Wein- sowie Waldlehr – und Trimmpfade sowie gepflegte Moseluferanlagen vervollständigen das vielseitige Sport- und Freizeitangebot für den aktiven Urlauber. Die Höhenanlage des Hunsrück mit ca. 450 m über dem Meeresspiegel bietet darüber hinaus die Gewähr für eine gesunde Erholung .
In einer solchen Region, die für den Erholungssuchenden interessant ist, lässt es sich naturgemäß auch gut wohnen, zumal der Tourismus ja auch nicht den einzigen Wirtschaftsfaktor innerhalb der Verbandsgemeinde darstellt.
Im Moseltal spielt der Weinbau nach wie vor eine dominierende Rolle. Hier gedeihen die edlen Kreszenzen, denen die Mosel ihren guten Ruf verdankt. Alle Gemeinden verfügen über ausgezeichnete Weinlagen, die weit über die Grenzen hinaus bekannt sind, so z. B. die Zeller Schwarze Katz, die Pündericher Marienburg, das Briedeler Herzchen, den Bullayer Brautrock, denr Alfer Heerenberg, den Neefer Frauenberg und die St. Aldegunder Klosterkammer.
Neben dem Weinbau und dem Weinhandel gibt es in den Moselgemeinden aber auch einige ansehnliche Gewerbe- und Industriebetriebe. So sind in der Stadt Zell (Mosel) und in der Gemeinde Alf größere Werke der Kunststoffbranche vorhanden. Außerdem haben sich in fast allen Gemeinden zahlreiche Handwerksbetriebe angesiedelt.
Den Hunsrückteil der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) war früher weitgehend landwirtschaftlich orientiert. Hier ist im Laufe der letzten Jahrzehnte jedoch ein Wandel dadurch eingetreten, dass sich eine Konzentration auf relativ wenige größere Betriebe ergeben hat. Auch im Hunsrückraum gibt es eine Reihe mittelständischer Unternehmen, die den Menschen Arbeit und Brot geben.
(Quelle: Otto Münster )
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