Bürgermeister

„Ich bin dann mal weg!“

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zum 1. Januar 2023 gehe ich in den Ruhestand. Damit endet meine Zeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell (Mosel). Dies ist damit das letzte Mal, dass ich Sie als Bürgermeister hier im Mitteilungsblatt anspreche.

Wichtig ist es mir heute und dies auch zu Beginn, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Abschied auch öffentlich Danke zu sagen. Über 200 Menschen gehören zum Team Verbandsgemeinde. Ein Teil in der Verwaltung; die weitaus überwiegende Mehrheit jedoch in den kommunalen Kindertagesstätten, den Schulen, im Erlebnisbad, im Abwasserwerk, in den Forstrevieren.

Sie alle zeigen ein großes Engagement in ihren jeweiligen Aufgaben und ich bin stolz auf Sie. Ohne ihren großen persönlichen Einsatz, ihre Ideen, wäre so vieles nicht realisiert worden. Der persönliche Einsatz Vieler geht weit über das hinaus, was eigentlich erbracht werden muss. Gerade in Krisenzeiten wie Corona war auf sie allergrößter Verlass und neben den eigentlichen Aufgaben wurde dann abends und an Wochenenden vieles zusätzlich gestemmt!

Danke, auf Euch ist Verlass!

Nun zu Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Fast 23 Jahre, seit dem 04. Mai 2000, durfte ich dieses schöne Amt des Bürgermeisters mit Ihrer Unterstützung, Ihrer Stimme, die Sie mir bei drei Wahlen anvertraut haben, ausüben. Am Schlusspunkt meiner jetzt über 48-jährigen beruflichen Tätigkeit bei der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) bedanke ich mich bei Ihnen Allen für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Denn das Amt des Bürgermeisters kann nur mit Erfolg geführt werden, wenn das Vertrauen der Menschen dahintersteht. Das gilt für die Mitglieder der Gremien, die Ortsgemeinden, die Vereine und Hilfsorganisationen sowie die Interessenvertreter der unterschiedlichsten Organisationen.

In der gemeinsamen Zeit durfte ich unglaublich viele tolle Menschen mit einem enormen Engagement kennenlernen. Ehrenamt wird bei uns großgeschrieben. Der guten Zusammenarbeit ist es zu verdanken, dass sich unsere Region stetig weiterentwickelt hat. Auch ganz viele einzelne Menschen haben mich in den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern angesprochen.

Dies ist es, was mich an der Politik auf kommunaler Ebene begeistert hat: die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern und die unmittelbare Rückmeldung zu Entscheidungen. Dieses Amt kann nicht dazu dienen, allen alle Wünsche zu erfüllen. Von daher bitte ich abschließend um Nachsicht von denjenigen, deren Wünsche ich nicht aufgenommen oder umgesetzt habe. Es gilt immer, das Gesamtwohl im Blick zu haben.

Unter dieser ständigen Abwägung habe ich meine Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen ausgeführt. Wie diese Arbeit bewertet wird, können Sie für sich entscheiden. Mir war es wichtig, als Dienstleister für die Menschen da zu sein.

Mein wichtigstes Anliegen war die Sicherung und Weiterentwicklung unserer Schulen. Abitur in Zell, die Digitalisierung der Schulen bis hin zum Tablet für jede/n Schüler/in, die Einrichtung der Nachmittagsbetreuung an allen Schulen, insbesondere aber auch der Erhalt unserer kleinen Schulstandorte waren mir besonders wichtig.

Auch die Feuerwehren waren mir ein großes Anliegen. Für die originären Aufgaben des Brandschutzes und der Technischen Hilfe konnte ich gemeinsam mit den ehrenamtlichen Feuerwehrkräften viel erreichen, Ausstattung, Unterbringung, Ausbildung, etc. modernisieren. Doch ich sehe heute auch: die Aufgaben dort entwickeln sich rasant weiter. Die Ahr-Katastrophe oder der gegenwärtige Angriffskriegs Putins gegen die Ukraine machen deutlich, dass wir uns im Bereich Sicherheit auch im kommunalen Bereich für neue Aufgaben aufstellen müssen. Erstes ist veranlasst, weiteres muss folgen.

Ich könnte noch so vieles nennen. Der Ausbau der touristischen Infrastruktur, Prinzenkopf-Aussichtsturm, Barfußpfad, eine Reihe von Radwegen, auch die Schaffung mehrerer Neubaugebiete oder die Breitbandversorgung. Jede Gemeinde hat Glasfaser und wir bereiten bereits die Verlegung bis in die Häuser vor. Es wurden Gewerbetriebe angesiedelt bzw. vorhandene gesichert. Den Kampf um den Erhalt unseres Krankenhauses haben wir gemeinsam geführt und Initiativen für die gesundheitliche Versorgung der Region gestartet. In einem großen Akt der Gemeinsamkeit mit Ihnen konnten wir die Herausforderungen der Flüchtlingssituationen 2015/16 und 2022 meistern, ebenso auch die Corona-Pandemie.

Wichtig war mit stets, diese Wege und Projekte gemeinsam mit Ihnen zu gehen. Immer wieder durfte ich auf Ihre Unterstützung bauen. Das hat gutgetan. Dafür danke ich Ihnen heute.

Jetzt ist es für mich Zeit, Abschied zu nehmen. Mit dem, was durch die Entscheidungen der Gremien, mit der Unterstützung der Bevölkerung und mit dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung entstanden ist, bin ich sehr zufrieden. Dennoch bleibt viel zu tun. Man ist nie am Ziel, sondern immer nur auf dem Weg!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es war mir eine Ehre, in der Position des Bürgermeisters für meine Heimat, die Verbandsgemeinde Zell (Mosel), für die Stadt Zell und die 23 Gemeinden, und insbesondere die Menschen, die hier leben, zu arbeiten.

Meinem Nachfolger Jürgen Hoffmann wünsche ich eine glückliche Hand und das Vertrauen der Menschen, für die er arbeitet.

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen allen eine gute und friedliche Zukunft und für alles Gottes Segen.

Ich verabschiede mich mit herzlichen Grüßen und in großer Dankbarkeit – und

„ich bin dann mal weg“!

Ihr
Karl Heinz Simon
Bürgermeister
der Verbandsgemeinde Zell (Mosel)