Elektromobilität an der Mosel


Zahlreiche Touristen kommen jedes Jahr in die Weinorte an der Mosel. Nicht nur aus den Niederlanden und Norwegen reisen immer mehr Touristen mit dem E-Auto an, die vor Ort Lademöglichkeiten benötigen. Auch in Deutschland sollen bis zum Jahr 2030 schätzungsweise 7 bis 10 Millionen E-Autos zugelassen sein. Die Energieagentur des Landkreises leistet einen maßgeblichen Beitrag zum Ausbau der Ladeinfrastruktur mit der Förderung neuer Ladesäulen in Beilstein, Ellenz und Treis-Karden. Seit Jahresbeginn sind zudem weitere öffentliche Ladepunkte hinzugekommen. So gibt es nun an der Mosel zusätzlich zu den Ladepunkten in Cochem, Poltersdorf, Pünderich und Senhals auch in Beilstein, Ellenz, Ernst, Treis-Karden und Zell öffentliche Ladeinfrastruktur. Es handelt sich um insgesamt elf Normal-Ladepunkte, an welchen sich die Akkus von E-Autos innerhalb weniger Stunden laden lassen. Je nach Fahrzeug kann an den Drehstrom-Ladestationen mit einer Leistung zwischen 3,7 und 22 Kilowatt geladen werden. An den Ladesäulen von innogy können jeweils zwei Autos zeitgleich laden und an der Filla Andre in Ernst sind drei Ladepunkte vorhanden. Die Besonderheiten sind dort, dass sich die Ladestationen über das Hotel Filla Andre reservieren lassen und auf Wunsch die Hotelmitarbeiter nach Ende des Ladevorgangs den Stecker freigeben und den Ladevorgang beim nächsten E-Auto starten, sofern mehr als drei Fahrzeuge laden möchten. Die innogy-Ladepunkte lassen sich zwar nicht reservieren, aber es lassen sich der aktuelle Belegungsstatus und die bisher geladene Strommenge in einer App anzeigen. Freischalten kann man die innogy-Ladepunkte mit Apps, Ladekarten und spontan über eine Webseite. Bezahlt wird per Kreditkarte, Paypal oder einen Vertrag zu 39 Cent je Kilowattstunde, was etwa 6 Euro je 100 Kilometer entspricht. An der Filla Andre in Ernst wird der Ladevorgang an der Rezeption bezahlt, wo auch spezielle Ladekarten ausgeliehen werden können, um die Ladestationen freizuschalten.  

Finanziert wurden die Ladestationen an der Filla Andre durch das Hotel selbst und über die EU-Förderung „LEADER“. Die Ladesäulen von innogy lassen sich nicht alleine durch das Förderprogramm des Bundes sowie Investitionen von innogy aufstellen. Deswegen sind bei verschiedenen Standorten zusätzlich die Kommunen oder Werbepartner beteiligt. Über das Programm PauLe (Parken und Laden elektrisch) von innogy haben Unternehmen die Möglichkeit, die Aufstellung von Ladesäulen finanziell zu unterstützen und so die Elektromobilität in ihrer Heimat voranzutreiben. In Zell wurde somit die Finanzierung der innogy Ladesäule von der Stadt und dem Globus Warenhaus unterstützt, in Beilstein, Ellenz und Treis-Karden von den Ortsgemeinden sowie von der kreiseigenen Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e.V.“ und in Ulmen durch die Verbandsgemeinde. Kommunalbetreuer Thomas Hau von innogy freut sich über die partnerschaftliche Zusammenarbeit und erklärte: „Die neuen Ladesäulen von innogy sind ein weiterer wichtiger Schritt für den Ausbau der Elektromobilität in der Region. Wir wollen allen Autofahrern den Umstieg auf die schadstoffarme und CO2-freie Elektromobilität durch ein dichteres Netz an Ladeinfrastruktur leichter machen.“ Manfred Schnur, Vorsitzender von „unser-klima-cochem-zell e.V.“ ist überzeugt: „In Zukunft werden Gäste immer häufiger Hotels oder Restaurants wählen, bei denen sie ganz in der Nähe ihr E-Auto aufladen können. Daher haben wir diese Standorte ganz bewusst ausgewählt.“

Allgemein finden die meisten Ladevorgänge zu Hause statt. Für längere Strecken gibt es an Autobahnen immer mehr Schnellladesäulen, an denen mit Gleichstrom beispielsweise innerhalb von einer halben Stunde geladen werden kann, so auch am Rastplatz Elztal (A 48) und am Rastplatz Brohltal (A 61). Voraussichtlich ab Herbst 2020 wird es auch für Mieter und Bewohner von Eigentümergemeinschaften einfacher möglich sein, Ladepunkte am Wohnort zu errichten. Die Errichtung einzelner Ladestationen in den touristisch geprägten Moselorten ist ein erster Anfang zur Schaffung einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur. Da E-Autos mit großen Akkus aber für einen vollständigen Ladevorgang bis zu acht Stunden an den Normal-Ladepunkten laden, werden zahlreiche weitere Ladestationen benötigt. Vereinzelt kann auch der Bau von Schnell-Ladepunkten an der Mosel sinnvoll sein, beispielsweise wenn Touristen auf der Durchreise sind. Häufig reichen allerdings die Normal-Ladepunkte aus, da meist keine vollständigen Ladevorgänge stattfinden und Touristen und Anwohner länger vor Ort verweilen. Wichtig ist, dass Ladestationen an Standorten aufgestellt werden, an denen man ohnehin über längere Zeit verweilt, wie z.B. an Hotels und Restaurants. Aber auch an Schnell-Ladepunkten sollte es idealerweise einen Imbiss und sanitäre Einrichtungen geben.

Aktuell fördert das BMVI wieder die Errichtung öffentlicher Ladepunkte. Bis Mitte Juni gibt es die Möglichkeit, 30 – 50 Prozent Förderung hierfür zu beantragen. Interessierte können sich gerne an den Klimaschutzmanager der Kreisverwaltung, Alexander Ehl wenden (Tel. 02671 61 684, E-Mail: alexander.ehl@cochem-zell.de).

 Alle Standorte neuer Ladestationen seit Jahresbeginn im Landkreis Cochem-Zell:

Beilstein

Im Mühlental 18

Ellenz

Hauptstraße 20

Ernst

Moselstraße 1

Ernst

Klosterstraße 12 (ab 10.06.2020)

Treis-Karden

St.-Castor-Straße 94

Ulmen

Marktplatz 1

Zell

Moselpromenade 37