Nachlese: Das neue Pflegegesetz – ein Meilenstein für Pflegebedürftige mit Demenz?

 


Auf diese und weitere Fragen erhielten die Teilnehmer der gemeinsamen Infoveranstaltung von 50Aktiv und dem Pflegestützpunkt Zell (Mosel) am 17.05.2017 umfassende Antworten.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterten Ute Hieronimus und Adelheid Binz, dass es sich beim Pflegestützpunkt Zell (Mosel) um eine Kooperation zwischen Caritas und der AOK handelt. Der Pflegestützpunkt Zell (Mosel) ist Ansprechpartner für den Bereich der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) sowie für die Ortsgemeinden Ediger-Eller und Bremm.

Mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz wurde nun die Pflegeversicherung von Grund auf erneuert. Die Pflegebedürftigkeit orientiert sich künftig nicht mehr an benötigten Pflegeminuten, sondern an den noch vorhandenen Fähigkeiten des Menschen – Maßstab für die Beurteilung ist damit der Grad der Selbstständigkeit. Dadurch können Demenz-Patienten ihren vollen Hilfebedarf geltend machen. Der Grad der Selbstständigkeit wird dabei in vier Stufen unterschieden – je nachdem, ob jemand etwas ganz alleine kann, ob er es mit geringer Unterstützung, nur mit umfangreicher Hilfestellung oder gar nicht kann. Dabei wird nach den Kategorien „selbstständig“, „überwiegend selbstständig“, überwiegend unselbstständig“ und „unselbstständig“ unterschieden.

Die Begutachtung erfolgt anhand von sechs Lebensbereichen. Es werden dabei sämtliche pflegerelevante Kriterien berücksichtigt: körperlich, geistig, psychisch und sozial. So werden Aspekte, wie beispielsweise kommunikative Fähigkeiten oder die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte, mit einbezogen. Mit dem neuen Verfahren fällt auch das Zählen von Minuten, die zur Pflege nötig sind, durch den Gutachter weg.

Ziel der Reform ist auch, dass Pflegebedürftige möglichst lange zuhause bleiben. Deshalb wird neben der ambulanten Pflege die private Pflege gestärkt. Dazu gibt es analog zur Elternzeit bei Kindern die Pflegezeit. Pflegende Angehörige werden besser sozial abgesichert. Wer etwa die Mutter oder den Vater (ab Pflegegrad 2) an zwei Tagen mindestens zehn Stunden in der Woche pflegt, hat Anspruch auf einen höheren Rentenbeitrag. Wer sich eine Auszeit vom Beruf nimmt, um einen Angehörigen zu pflegen, wird in der Arbeitslosenversicherung versichert. Zudem werden Hilfen – etwa für Urlaub oder bei Krankheit – angeboten.

Zu diesem Thema werden der Arbeitskreis 50Aktiv und der Pflegestützpunkt im Spätjahr nochmals eine gesonderte Informationsveranstaltung anbieten.

Im Anschluss an die Präsentation wurden noch einige Fragen an die beiden Fachfrauen gerichtet. Wir danken Ute Hieronimus und Adelheid Binz für die vielen Informationen und Tipps recht herzlich.

 
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